Dr. Renate Patz

geb. 1952 in Erfurt
verheiratet,
2 Söhne

aus dem beruflichen Werdegang / Schlüsselerfahrungen:
Mathematikstudium in Halle und Merseburg (1970 - 1974).
Forschung und Lehraufgaben im Bereich der Mathematik an der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg (1974 - 1981), Promotion zu Problemen der optimalen Steuerung bei parabolischen Systemen auf nichtzylindrischen Gebieten (1980).
Für jedes definierte System, ob deterministisch, stochastisch, dynamisch oder wie auch immer, gibt es nur unter bestimmten definierten Voraussetzungen eine Lösung(smenge). Im gewöhnlichen Alltag wird dies häufig genug ignoriert. Enttäuschungen, Mißerfolge, Unverständnis sind so vorprogrammiert. Und wenn die Lösungsmenge leer ist? Dann ist die Frage, ob sie es bei anderen Annahmen immer noch ist, wenn Parameter, Definitionsbereich, Randbedingungen, ... variiert werden. Allerdings: es ist auch eine gewisse Kunst bzw. Erfahrung vonnöten, einen Zustand oder Vorgang adäquat beschreiben und bewerten zu können. 
Mitarbeit und Themenleitung verschiedener Projekte in der Auftragsforschung der Hochschul-Industrie-Forschungsgruppe der TH Merseburg, vorwiegend für die chemische Industrie im Raum Leuna - Merseburg - Bitterfeld - Wolfen: Erarbeitung und Praxiseinführung von Programmsystemen für Mehrproduktanlagen, Belegungsplanung, Strukturentwürfe, rechnergestützte Anpassung von Produktionsregimes an wechselnde Anforderungen, Bilanzierungssysteme, wissensbasierte Systeme (1981 - 1990).
Der Ansatzpunkt, auf einer (Produktions)Anlage bzw. einem Anlagensystem durch relativ geringe Änderungen unterschiedliche Aufgaben realisieren zu können, also das Prinzip Mehrfachnutzung bzw. Multifunktionalität ist keineswegs eine Frage des Mangels oder von Armut, ist vielmehr ein Schlüssel für Ressourceneffizienz, somit für Zukunftsfähigkeit.
Drittmittelforschung und Leitung der Projektgruppe Technikfolgenabschätzung (TA) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (1990 - 1996): Folgen der Carbochemie und des Ausstiegs aus der Carbochemie im Raum Halle-Merseburg, Aufbau eines TA-Netzwerkes in den neuen Bundesländern, Erhebungen zur TA-Landschaft der neuen Bundesländern für die TA-Datenbank im STN Scientific Technical Network, Umweltmanagementsysteme, Stadtökologie, Akzeptanzforschung (Akzeptanz der Veränderungen im Bereich öffentlicher Grün- und Freiflächen der Stadt Halle, Akzeptanz von Windkraftanlagen in stadtnahen Gebieten), Anwendung von Methoden der mathematischen Standortoptimierung und Entscheidungstheorie in der Stadtplanung.
Ringvorlesung “Mensch - Technik - Umwelt” an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Fachhochschule Merseburg (1992 - 1997).
Die Folgenproblematik ist eine zentrale in der menschlichen bzw. gesellschaftlichen Entwicklung, sie betrifft Fragen zum woher und wohin, was und wie wir etwas tun, was wir in Kauf nehmen und was nicht, des Umgangs miteinander, wem und welchen Ideen wir folgen, im umfassenden Sinne dessen, was folgt, gewollt oder auch nicht gewollt. Und es ist nicht nur die technische Dimension, auch die ökologische, ökonomische, soziale, politische, kulturelle. Bergbaufolgelandschaften - allein diese Begriffskonstruktion spricht Bände.
Teilnahme an der Umweltklasse am Bauhaus Dessau (1992).
Umwelt in ihren Facetten und ihrer Ganzheitlichkeit, Auswirkungen des menschlichen, eingeschlossen des eigenen Tuns wahrnehmen zu können, hierin scheint sich ein Weg für einen Wechsel im Umgang mit Umwelt zu erschließen. 
Die miterlebten Anfänge von Ferropolis beeindrucken, hinterlassen Spuren, sind Keim für die nachfolgende Orientierung auf das Geiseltal.
Tätigkeit im Prorektorat für Forschung und Technologietransfer der Fachhochschule Merseburg bei gleichzeitiger Weiterführung der Drittmittelforschung (sozialwissenschaftliche Begleituntersuchungen im suburbanen Raum zwischen Leipzig und Halle, Technikfolgenforschung in den neuen Bundesländern und Osteuropa, mathematische Optimierung) (seit 1996).

Hineinwachsen in das Vorhaben Erhalt der ehemaligen Maschinenhalle Braunsbedra und deren Wiedernutzung als Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design (seit 1994): Beiträge für die Realisierung dieses Vorhabens, zu den Nutzungskonzeptionen, erschließen regionaler und überregionaler Potentiale für die Pfännerhalle, beispielsweise einbeziehen der SUM Studentische Unternehmensberatung Merseburg in die Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit.
 

Mitwirkung in Fachgremien, Vereinen, Initiativen:

  • Gesellschaft für Technikfolgenabschätzung
  • Kommission Technikgestaltung und Bewertung der Ingenieur- und Wirtschaftsakademie “Johann Beckmann” e.V. 
  • Kommission Technikfolgenabschätzung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  • Interessen- und Förderverein Geiseltalsee e.V.
  • Institut für ökologische Ästhetik 
  • Förderverein “Zentrum für Zukunftstechnologie, Kunst und Design - Zentralwerkstatt Pfännerhall, Geiseltal” e.V.
  • Dachverband Bergbaufolgelandschaften e.V.
  • Arbeitskreis Suburbanisierung am UFZ Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH
  • Initiativgruppe AGENDA 21 für Merseburg
  • Keramik-Kunst e.V. Merseburg
 
 
 
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