In Fortsetzung der inzwischen traditionsreichen Designtheorie-Kolloquien an der Burg – 1977 von Horst Oehlke eingeführt und über Jahrzehnte hin durchgeführt – ist geplant, im Wintersemester 2012/13 die 21. Ausgabe dieses Treffens zu realisieren.
Übergeordnetes Thema des Symposions ist diesmal: der Fehler. Dabei soll es jedoch vor allem auch um die interessanteren, positiven Aspekte und Funktionen von Fehlleistungen gehen, die es eben auch gibt, diesseits von hässlichen Fehlern und grässlichsten Desastern: ‚Fiasco’ zwar– ma non troppo. Fehler macht man nun einmal, und zwar jeder und jede, beinahe immer und fast unvermeidlich. Und nicht jeder Fehltritt abseits der Ideallinie ist deshalb schon gleich eine Katastrophe.
Fehler sind wie Petersilie – immer dabei. Insbesondere aber sind Entwurfsprozesse ausserordentlich heikel und naturgemäss fehleranfällig. Das betrifft natürlich speziell das Design – und das Design ist deshalb auch insbesondere dazu da und aufgerufen, ein wenig gekonnter mit Fehlern umzugehen als andere Disziplinen.
Das in etwa soll heissen: ‚Vom Designfehler zum Fehlerdesign’. Die Planungspanne passiert ohnehin wie von selbst – Entwerfen heisst aber: ebendies in einer geeigneten Form zu reparieren, zu kompensieren – oder gar zu optimieren.
Es liegt in der Natur der Sache, dass entwerfendes Handeln mindestens partiell spekulativ sein muss – und dass Spekulationen selbstverständlich riskant sind. ‚Jede Aussage über die Zukunft ist a priori falsch.’ (Heisenberg). Wir können uns Bilder machen, Szenarien ausdenken und Modelle basteln – der mögliche Fehler ist stets mit eingebaut. Fehleinschätzungen sind einzukalkulieren.
Die enge Beziehung des Design zum Fehler gehört also zum Geschäft. Aus blossen Fehlern Handlungskompetenzen im Umgang mit dem Fehler zu entwickeln – das ist Fehlerdesign.
Darüber einmal geredet zu haben – dies wäre kein Fehler.





