The Extended Body

Spekulative Prothesen, Projekt, Komplexes Gestalten, ab 3. Studienjahr BA / 1. Studienjahr MA, Wintersemester 2017/18, Gastprof. Julian Adenauer, Philipp Stingl

Lina Wassong - Monitor Dress

Menschen sind Tieren in mancher Hinsicht unterlegen. Es gibt Tiere, die schneller laufen, stärkere Muskeln haben und besser klettern als der Mensch. Wir hingegen haben aber die einzigartige Fähigkeit, diese Nachteile durch Hilfsmittel zu kompensieren. Von jeher schaffen wir uns Dinge und Werkzeuge, um die Unzulänglichkeiten unserer Körper auszugleichen. Das dürftige Fell wird durch Kleidung ergänzt, Schmuck und Schminke hilft unserer Schönheit auf die Sprünge und Rucksäcke und Taschen lassen uns ein Vielfaches tragen. Auch technische Prothesen sind uns nicht fremd: Armbanduhren sind hier nur ein Beispiel, aber viele Menschen haben heute schon das Gefühl, um ein Körperteil beraubt zu sein, wenn sie Smartphone zu Hause vergessen haben.

Cyborg-Pioniere gehen heute aber schon einen Schritt weiter und schaffen sich eigene Prothesen, indem sie neuen Technologien direkt in ihre Körper integrieren. Lässt die zunehmende Verschmelzung von physischer und digitaler Welt zukünftig vielleicht keinen anderen Weg zu, als zu Cyborgs zu werden? Werden wir bald von digitalen Prothesen abhängig sein werden, um Schritt halten zu können? 

Wir möchten in dem Projekt den dystopischen Fantasien der Maschinenmenschen einen Gegenentwurf entgegensetzen. Ziel des Projekts sind Entwürfe von Produkten, die unseren Körper erweitern, uns bereichern, unsere Lebensqualität verbessern und uns erfreuen.

Wie kann im Zeitalter ständiger Selbstoptimierung eine solche digitale Prothetik für Alle aussehen? In unserem Projekt soll erforscht werden, wie unter Einsatz neuer Technologien und Materialien Prothesen heute über Ersatzteile hinaus neu gedacht werden können. Smart, intelligent und vernetzt wollen wir uns diesen Entwicklungen aus der gestalterischen Perspektive mitunter spekulativ nähern, sie vorausdenken, prototypen entwickeln sie und erfahrbar machen.

Zunächst erkunden wir die Tradition und die aktuellen Entwicklungen von Körpererweiterungen und -modifikationen in unserer und anderen Kulturen, lernen Werkzeuge zur Umsetzung interaktiver und vernetzter Prototypen kennen und bekommen einen Einblick in die heutige Prothetik bei einer Exkursion zu unserem Projektpartner ÖSSUR. Parallel werden die Erkenntnisse für Experimente genutzt und mit Hilfe von Rapid Prototyping Technologien (3D Druck, Lasercutting, Arduino u.a.) zu einem finalen Entwurf weiterentwickelt.

Exkursionen (unter Vorbehalt):

  • Großbrittanien (ÖSSUR, Moon Ribas & Neil Harbisson)
  • Berlin (Ottobock, Cyborgs e.V.)

Workshops (voraussichtlich):

  • Prototyping vernetzter Produkte mit Particle Photon
  • Biosensoren

Lehrende(r)

  • Philipp Stingl

Abschluss

Bachelor und Master

Lehrende(r)

  • Philipp Stingl

Abschluss

Bachelor und Master