Friends with Benefits – Über die Beziehung zwischen Mensch und Maschine

Masterthesis von Amelie Goldfuß (2017) Masterstudiengang Industrial Design

Film der Präsentation

Technik kann frustrieren, wenn sie nicht so funktioniert, wie wir wollen. Sie kann aber auch frustrieren, wenn sie so funktioniert, wie wir gerne funktionieren wollen, aber nicht können. Seit der industriellen Revolution arbeiten wir fleißig daran, Menschen maschinenartiger und Maschinen menschlicher zu machen. Das Gefälle zwischen der Perfektion der Maschinen und dem Gefühl menschlicher Unvollkommenheit wächst. Günther Anders nennt das Gefühl der Unterlegenheit des Menschen vor seinen technologischen Schöpfungen die promethische Scham. Müssen wir wegen ihr bald im Boden versinken?

Mich interessiert das emotionale Verhältnis zwischen Mensch und Gerät. Es muss nicht immer ein hochkomplexer Roboter oder eine künstliche Intelligenz wie in Her sein, zu der ein Mensch ein inniges Verhältnis aufbaut. Ab von den Gassenhauern Smartphone und Laptop, gibt es zahlreiche glückliche Beziehungen zwischen Lasercuttern und Makern („Du musst viel Zeit mit dem Gerät verbringen, um es gut kennenzulernen!“), Toastern und Morgenmuffeln, Geeks und Gadgets. Nicht immer sind die Erfahrungen positiv, wenn sich Mensch und Maschine begegnen, es gibt Wut, Awkwardness, Unsicherheit. Fest steht, dass der Beziehungsstatus zwischen Mensch und Maschine kompliziert ist.

Ich werde mich auf die Suche nach Geschichten machen, die Menschen über ihre Begegnungen mit Maschinen und Maschinen über ihre Begegnungen mit Menschen zu erzählen haben. Dazu gehört, welche Technologien (und in welcher Form) wir in unser Leben lassen und welche nicht. Und auch die Frage, welche wir wie lange am Leben lassen wollen. Die Fragestellungen werden in der Gestaltung von Geräten, die bestimmte Handlungen/Interaktionen provozieren oder hinterfragen oder der Gestaltung von Ritualen, die Mensch und Gerät gleichermaßen miteinbeziehen, münden.

Mich interessierte, wie Meinungen über die Konzepte von Technologien – also etwas eher Abstraktes – mit der Alltagserfahrung, die Menschen mit technischen Geräten machen, zusammenhängen und welche Geschichten diese Meinungen bilden. Dazu verteilte ich Geräte auf acht Haushalte, um mich nach einigen Wochen mit den Tester.innen zu unterhalten. Ich habe sie gefragt, wie es ihnen mit den Geräten ergangen ist, ob und wie sie sie benutzt haben und viele spannende Dinge herausgefunden, die in Teil 2 der Masterthesis „Fabelhafte Geräte” dokumentiert sind.

Amelie Goldfuß