Papier formt Porzellan
Porzellan lasern

SS 2015_Freies Projekt von Lisa Antonie Scherer (BA ID) betreut von Dipl. Des. Steffi Auffenbauer

Papier formt Porzellan; Foto KG

Papier formt Porzellan

In meiner Semesterarbeit forsche ich an der Schnittstelle Papier & Porzellan. Mittels einer von mir entwickelten Technik, erzeuge ich durch den Werkstoff Wellpappe Strukturen im Porzellan. Ich bestreiche die Wellpappe mit farbiger Prozellanmasse, lege diese in die Gipsform ein und stelle dann den Porzellanscherben im traditionellen Gießprozess her. Da ich die Pappe in den Gießprozess mit einbeziehe, kann die Gipsform an der Stelle, an der sich das Papier befindet, nur sehr spärlich das Wasser aus dem Porzellanschlicker saugen. Es entstehen papierdünne, transluzente Porzellanschichten. Diese neue Ästhetik faszinierte mich, da die Linien stark in der Vordergrund treten und ein optischer Eindruck von Bewegung, „flimmern“ auf der Oberfläche entsteht. Dieses Experiment ermöglichte mir eine sehr grafische Struktur in Porzellan zu realisieren.

 Porzellan lasern

Das Experiment zeigt mein Interesse unkonventionell Bearbeitungsmethoden an Werkstoffen zu testen. Indem ich ein Material mit einer fremden Technologie bearbeite, ergeben sich mir neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Das Lasern ermöglicht eine sehr feine, detaillierte und schnelle Bearbeitung der Porzellanoberflächen, ohne auf präzise und zeitaufwendiger Handarbeit zurückzugreifen. Durch den Gravur Laser lassen sich in das ungeschrühte, weiche, pulvrige Porzellan hochauflösende Linien und Flächen mit scharfen Kanten gravieren, wie beispielsweise eine 8pt Schrift. Aufgrund der Hitze des Lasers wird das Porzellan punktuell gehärtet, so dass eine nachträgliche Bearbeitung des ungebrannten Porzellanscherbens, ohne die Struktur zu beschädigen, durchaus möglich ist. Dank dieser Versuchsreihe, stieß ich auf eine Bearbeitungsmethode, welche für die industrielle Porzellanherstellung neue Möglichkeit der Oberflächengestaltung bietet.

Nominiert für den GIEBICHENSTEIN DESIGNPREIS HALLE 2015 in der Kategorie "Interessantestes Experiment"!