Fachbezogene Designgeschichte 1
Gefäß und Gebrauch
Kultur- und Formgeschichte von Gefäßen

Vorlesung / Seminar
Dr. Walter Scheiffele
Pflichtfach BA ID / KG (3cp)
Wahlfach MA Product Design and Applied Art ( 3 cp)

Vorlesung, Seminar bei Dr. Walter Scheiffele (Designhistoriker; Designtheoretiker; Berlin)
WS 2017/18
Pflichtfach im BA ID / KG (3cp)
Wahlfach im MA Product Design and Applied Art (3cp)

Einschreibeliste // NL G // EG //Wandzeitung FR K/G

STOFF- UND SCHWERPUNKTÜBERSICHTt:

Wie tiefgreifend Gebrauchsweisen und Formen von Gefäßen die Kultur von Gesellschaften prägen können, das hat Gottfried Semper in einem Satz gefasst: „Man zeige die Töpfe die ein Volk hervorbrachte und es lässt sich im Allgemeinen sagen, welcher Art es war und auf welcher Stufe der Bildung es sich befand.“ Semper suchte in der Phase bürgerlicher Revolutionen nach einer kulturellen Vermittlung von Volkskultur und bürgerlicher Kultur. Wie war eine Demokratisierung von Kultur zu denken, und welche Bedeutung kam dabei ihren allgemeinsten und ältesten Praktiken zu? Oder, Norbert Elias folgend, hatten sich Gefäße und Tischsitten im Feudalismus zu einer solchen „Stufe der Bildung“ entwickelt, dass sie allein die zukünftigen Kultur repräsentierten? Dafür sprach, dass auf dem Höhepunkt dieser Repräsentationsformen auch neue Materialien an Bedeutung gewannen: Porzellan und Glas. Ihre Herstellung ging einher mit einem neuen Produktionstyp, dem der Manufaktur, die ihrerseits nur eine Vorstufe zur allmächtig werdenden Industrie war. Als Kunsthandwerk und Manufaktur getrennt wurden im Industriebetrieb, da führte das Bauhaus die Handwerker zu einem neuen Verständnis von Industrie und industrieller Form. Ein Musterbeispiel: Die Kooperation der KPM mit der Burg Giebichenstein, die zur „Halleschen Form“ führte. Marguerite Friedlaender hatte den Weg von der Töpferwerkstatt des alten Max Krehan zum Labor der Industrieform in Halle zurückgelegt. In den USA aber kehrte sie zurück zum Handwerk und Keramik. Dort trafen zusammen und aufeinander: Shoij Hamada, Soetsu Yanagi, Bernard Leach – und Marguerite (Friedlaender) Wildenhain streitend mit Letzterem. Hand und Drehscheibe und Rapid Prototyping? Die Kreativen wurden Vorreiter einer von Digitalisierung und neuen Materialien bewegten Generation, die von vereinzelten Studios zum Schwarmverhalten in den Großstädten überging. New Urban Renaissance und Creative Industries – diese Leitbegriffe seit dem Jahr 2000, sie haben die Lebens- und mit ihnen die Gebrauchsweisen von Gefäßen, dieses alte und neue Verhältnis von Hand, Kopf und Gefäß, von Keramik, Porzellan und Glas nachhaltig verändert. Diskutieren wir darüber.

HINWEIS: Teilnehmer aller Studienformate sind als Gäste herzlich willkommen!

TERMINE: Montag 14.15 – 17.30 Uhr _ Villa Raum 102
06. November 2017
27. November 2017
18. Dezember 2017
15. Januar 2018

PRÜFUNGSFORM:
Die Leistungen für dieses Modul werden Form eines Teilnahmetestates erbracht und setzt aktive und vollständige Teilnahme an den Vorlesungen -, Seminaren voraus und schließt eine kleine Hausarbeit (ca. 10 Seiten) nach individueller Themenwahl, (Abgabetermin spätestens: 28.02.2018 / Poststempel) mit ein.

Lehrende(r)

  • Redaktion Keramik- und Glasdesign
  • Willkommen!

Studienjahr

ab 2. Studienjahr

Abschluss

Bachelor und Master

Anmeldeschluss

06.11.2017

Kursbeginn

06.11.2017

Ort

Campus Design Villa Raum 102

Zeit

14:15 -17.30 Uhr

Konsultationszeit(en)

Montag _ 14:15 -17.30 Uhr
06. November 2017
27. November 2017
18. Dezember 2017
15. Januar 2018

Lehrende(r)

  • Redaktion Keramik- und Glasdesign
  • Willkommen!

Studienjahr

ab 2. Studienjahr

Abschluss

Bachelor und Master

Anmeldeschluss

06.11.2017

Kursbeginn

06.11.2017

Ort

Campus Design Villa Raum 102

Zeit

14:15 -17.30 Uhr

Konsultationszeit(en)

Montag _ 14:15 -17.30 Uhr
06. November 2017
27. November 2017
18. Dezember 2017
15. Januar 2018