Wohnwerkzeuge

Diplomarbeit Yi-Cong Lu, WS 2009/2010, Industriedesign, Möbel wie Werkzeuge, um Wohnräume an die wechselnden Ansprüche der Bewohner anzupassen

Wohnwerkzeuge

Wand, Lampe, Tisch – wie Werkzeuge drehen drei Möbel an den architektonischen und sozialen Stellschrauben des Raumes, um Wohnräume an die wechselnden Ansprüche der Bewohner anzupassen. Für viele Menschen ist es keine Besonderheit: das Pendeln am Wochenende zwischen Familie und Arbeit, das vorübergehende Untervermieten eigener Räume während eines befristeten Projektes andernorts, ein Zimmer zur Zwischenmiete für ein Praktikum in einer fremden Stadt.
Heutige Lebensentwürfe sind individualisiert, vielgestaltig und oftmals prekär. Sie brechen mit traditionellen Familien- und Arbeitsmodellen und stoßen an Raumgrenzen. Insbesondere die festen Grundrisse und Nutzungsvorgaben unserer Wohnräume werden den gegenwärtigen Lebensweisen nicht mehr gerecht. Das Wohnzimmer ist mal Büro, mal Herberge für Freunde oder temporäres Kinderzimmer.

Basierend auf diesen Beobachtungen entwirft Yi-Cong Lu Wohnwerkzeuge, mit denen sich Wohnräume an die wechselnden Ansprüche der Bewohner anpassen lassen.

„Fade”

ein mehrgliedriges Vorhangsystem, fungiert als flexibler Raumtrenner, mit dem sich ein Raum frei von geometrischen Zwängen untergliedern lässt.

„Lightboy”

stellt schnell und provisorisch überall dort ein Licht auf, wo es gerade gebraucht wird. Die Lampe lässt sich frei im Raum anlehnen, umstellen, ausklappen und nach dem Gebrauch platzsparend wieder weghängen.

„Panel”

gibt keine bevorzugte Nutzung vor. Je nachdem wie man es dreht und wendet, lässt es sich als Wand, Tisch oder Dach interpretieren.

Die Entwürfe lösen feste Parameter wie Wand, Licht und Tisch aus ihrer angestammten Rolle innerhalb der Struktur eines Zimmers und setzen so neue Nutzungspotentiale frei. Die Bewohner werden aktiv: 
mithilfe der Wohnwerkzeuge drehen sie an den architektonischen und sozialen Stellschrauben des Raumes.

Diplomarbeit

Yi-Cong Lu, WS 2009/2010