Janika Streblow

Brot

Brot zu essen ist einer der rudimentärsten Vorgänge unserer Kultur, eine archaische Urmalzeit die zu einem alltäglichen, scheinbar nebensächlichen Prozess geworden ist. Einerseits die einfachste Speise, andererseits ein großer Reichtum wenn man es als Traditionsträger und Symbol für Gemeinschaft betrachtet.

Hier setzt die Idee des Entwurfes an. Menschen zusammenkommen zu lassen um sie das gemeinsame Essen neu und intensiv erfahren zu lassen; es geht um das Produkt aber auch um das bewusste Miteinander.
Sie werden einer ungewöhnlichen Situation ausgesetzt die das gemeinsame Essen thematisiert. Diese wird künstlich inszeniert um dazu anzuregen über das Wesen des Brotes und des Mals nachzudenken.
Bedient wird sich dabei an dem ursprünglichsten aller Essens-Bilder: dem letzten Abendmahl.

Die Inszenierung wird wie ein klassisches Bühnenbild gebaut: von Außen eine roh anmutende Kulisse, von Innen eine eingesetzte Scheinwelt mit einer artifiziellen Szenerie. Alles ist komplett demontierbar.

Der Aufbau des Szenenbildes folgt dem in der Malerei bekannten klassischen Bildaufbau mit Rahmen, Bildgründen, Raster,  Fluchtpunktperspektive und Dreieckskomposition.

Beim Betreten der Szene wird der Teilnehmer Akteur der Inszenierung. Genau wie die anderen Taster ist er ein notwendiger Teil des Ganzen weil das Bild ohne ihn unvollständig ist.

Essenziell für ein Bild ist auch der Betrachter.  Alle vorbeigehenden Leute werden so zu Beschauern der Szenerie.

Bühne frei!