”Erzähl mir was von… an diesem… Ort!”
Vanessa Götz, Julia Taubert, Carolin Weisser

WS 2006/2007, Prof. Axel Müller-Schöll, Ass. Juliane Bardtholdt, Ass. Thomas Roth, Sichtbar machen des Zusammenhangs zwischen dem Ort, dem zu vermittelnden Inhalt und dem dafür entsprechend zugespitzten Medium

LangeWeiLe – ein Phänomen parkt ein

Langeweile. Gelangweilt. Langweilig. Wer kennt das nicht? Aber was ist Langeweile? Ein Gefühl? Kein Gefühl? Eine Frage der Intelligenz? Schwarz oder weiß? Ist Langeweile ein grauer Regentag? Ist eine Ausstellung über Langeweile langweilig? Langeweile ist facettenreich, zum einen abstrakt und hochwissenschaftlich, zum anderen so alltäglich wie banal. Wie thematisiert man ein Phänomen, das alle kennen, aber das kaum zu beschreiben ist? Kann man daraus ein Ausstellungsprojekt machen? Wenn ja, wo? Die stillgelegte Hochgarage im südlichen Halle, Pfännerhöhe 71, ist ein geeignete Ort: 68 identische Parkboxen erzählen von Monotonie und Eintönigkeit. Auf drei Galerieebenen verteilt, liefern sie nicht nur ein adäquates Bild im Sinne einer Metapher, sie bieten auch räumlich eine spannungsreiche Ausgangssituation. Die gläserne Südfassade und das teilverglaste Dach erzeugen eine außergewöhnliche Lichtsituation mit einer charismatischen Grundstimmung. Vor diesem Hintergrund wird in einer dramaturgisch spannungsvollen Abfolge der Besucher auf emotionaler und rationaler Ebene mit dem Thema konfrontiert. Fragen werden aufgeworfen, Antworten erlebbar gemacht, Denkanstöße geliefert, Stimmungen erzeugt,... es wird  informiert, installiert, suggeriert. Der Begriff Langeweile verklammert verschiedene Arten des Weilens und Verweilens, ist dabei Stichwortgeber, These und Antithese zugleich. Ständige Beiträge behandeln die Kernpunkte der Langenweile, während wechselnde Beiträge Teilaspekte unterschiedlichsten Charakters aufgreifen.