LifeLOG

Ein Hauptprojekt ab dem 3. Studienjahr, Sommersemester 2010

Die Ausgangssituation

„Life“ steht für Leben und „Log“ steht für Logfile oder Logdatei, also eine Datei, die automatisch ausgeführte Aktionen auf einem Computersystem protokolliert.
Automatisches Protokollieren von Aktionen klingt zunächst trocken und eher technisch. Hätte man aber z.B. eine kleine Kamera umhängen, die jede Minute ein Bild macht, würde es schon interessanter: Man erhält seine persönliche Bilderstrecke einer Woche, eines Monats oder mehrerer Jahre.

Verbindet man diese Bilderstrecke nun mit seinen persönlichen GPS-Daten (Informationen zur Positionsbestimmung), ergibt sich eine umfangreichere Information. In Kombination mit Daten, die an anderer Stelle gesammelt werden (z.B. Wetterdaten  der entsprechenden Orte), erweitert sich die Informationstiefe noch einmal.

Die Aufgabenstellung

Im Projekt „LifeLog“ ging es zum Einen darum, herauszufinden, welche automatisiert gesammelten Daten eine Aussagekraft für oder über Menschen und/oder Ereignisse haben können. Aus der Verknüpfung von unterschiedlichen Daten und deren Visualisierung sollten Anwendungen geschaffen werden, die individuelle, spezielle oder vielleicht sogar universelle Informationen liefern.

Die Wahl der Inhalte, Mittel und Medien war den Studierenden freigestellt  – vorausgesetzt sie standen im Kontext zum Studiengang MM|VR-Design.

Die Vorgehensweise

Zu Beginn des Projekts haben wir uns zum Einen mit der automatisierten Sammlung von Daten und deren Verknüpfung beschäftigt. Jeder Teilnehmer hat ein Kurzreferat zu einem relevanten Thema gehalten.
Als erste Übung hat jeder Teilnehmer eine Visualisierung seines bisherigen Lebens erarbeitet.
Als zweite Übung hat jeder Teilnehmer eine Woche lang persönliche Daten gesammelt und diese visualisiert. Bei beiden Übungen waren sowohl Inhalt als auch Form frei.

Im Anschluss daran wurden unterschiedlichste Ideen entwickelt, konkretisiert und schließlich ausgearbeitet.

Die Ergebnisse

Entstanden sind sieben spannende und völlig unterschiedliche Ansätze:

  • „LiveLog“, eine dreidimensionale, interaktive Datenvisualisierung eines Basketballspiels
  • „483.765 Hz“, eine Datenvisualisierungsvideo zur Kriminalstatistik Berlins – visuell und musikalisch 
  • „Querblick“, eine echtzeit Datenvisualisierung von Musikvideos
  • Eine interaktive Datenvisualisierung einer Studie zur Einstellung zum Thema „Sterben, Tod und danach“
  • „DreamLog“, eine iPad App zur Dokumentation und Visualisierung von Träumen
  • „LogFog“, eine Anwendung zur Sammlung und Visualisierung persönlicher Bild-, Ton- und GPS-Daten
  • „Interactive Tour Diary“, ein Internetforum für eine Band

Die Dokumentationsplattform

Das Gesamtprojekt ist inkl. Sensibilisierungsphase und Entstehungsprozess in Form einer Internetseite dokumentiert: mmvr-des.burg-halle.de/blogs/lifelog/

Das Team

Studierende: Uli Streckenbach, Xenia Sichwardt, Denise Schmelzer, Christoph Rittweger, Christoph Eichner, Julia Körtge, Susann Pankrath

 Weiterer Betreuer: Gastprof. Manfred Kraft

Auszeichnungen

Gold beim Art Directors Club 2011 für LiveLOG von Uli Streckenbach

Die Arbeit wurde beim ADC-Deutschland im Nachwuchswettbewerb mit einer Gold-Medaille ausgezeichnet.   Ideen. Durchsetzen. – Das war das Motto des ADC Festivals 2011, das vom 4. bis 8. Mai 2011 in Frankfurt am Main stattfand. Einer der wichtigsten Preise der deutschsprachigen Kreativbranche werden im Rahmen des ADC Festivals vergeben.

Insgesamt über 2200 Exponate von Studenten kreativer Fachrichtungen sowie Junioren aus Agenturen und Unternehmen gingen ins Rennen. Das Ergebnis: 7 goldene, 24 silberne und 36 bronzene Nägel sowie 54 Auszeichnungen.

 

 

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