Colour Light Space

Design Campus, Villa Annex, Room 105
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Colour Light Space

Professor

 

 

Die Welt, die uns umgibt, nehmen wir über unsere fünf Sinne wahr. Diese führen uns zu einer sowohl emotionalen als auch verstandesmäßigen Einschätzung unserer Umgebung, anhand derer wir uns, bewusst oder unbewusst, im räumlichen und sozialen Gefüge orientieren. Das Sehen und damit die Wahrnehmung von Farbe ist der am weitesten entwickelte Sinn des Menschen, der unser Empfinden, Denken und Handeln entscheidend prägt.

In unserer sich andauernd verändernden Lebenswelt, die wir gerade durch Kunst und Design maßgeblich mit gestalten, sind wir umgekehrt in der Lage durch einen klugen Umgang mit dem Medium Farbe, direkt oder indirekt, einen oft unterschätzten Einfluss auf das allgemeine soziale wie auch das einzelne, individuelle Befinden auszuüben. Es geht dabei um den ständigen Austausch von Informationen in einer Sprache, deren Codes es zu entschlüsseln und sinnvoll zu nutzen gilt.

Die Farbe als Gestaltungselement, mit dem wir aktiv den Ausdruck von Fläche, Form und Raum bestimmen,  bzw. bewusst verändern können, ist Gegenstand der Werkstattarbeiten und unserer Recherche in der Lehre. Farbe_Licht_Raum vermittelt elementare Grundlagen der Farbgestaltung und Kompositionslehre im konkreten Umgang mit unterschiedlichen Farbmitteln. Praktische Übungen fördern das vergleichende Sehen zwischen der alltäglichen Begegnung mit farblichen Eindrücken und der spezifischen künstlerischen Gestaltung mit Farbe. Die resultierenden Erkenntnisse fördern die vertiefte ästhetische Auseinandersetzung und schaffeneine Grundlage für interdisziplinäre Gruppenarbeiten und erste gemeinsame experimentelle Projekte.

Praktische Lehrinhalte

Arbeiten mit Schwarz, Weiß und Grauwerten auf Papier und das systematische Mischen mit  Primärfarben sind erste Übungen, die den Einstieg in die farbtheoretischen Grundlagen begleiten. Basiskenntnisse der Kompositionslehre werden vermittelt, erprobt und in ihren Wirkungen konkret  überprüft. Der Umgang mit unterschiedlichen Flächengründen und Farbmedien fördert die handwerklichen Fähigkeiten, das haptische Begreifen und das technisches Verständnis der Studierenden.

Es folgen zunehmend komplexere praktische Untersuchungen, bei denen der zielgerichtete gestalterische Umgang mit Farbe im Hinblick auf ihre unmittelbare Wirkung im Mittelpunkt steht. Es geht dabei – eng bezogen auf lebensalltägliche, Einfluss nehmende Themen (Stimmungen, Raumgestaltungen, Werbung) – um das Erzielen bestimmter Farbwirkungen, die die gewünschten Absichten merklich unterstützen. Die Wirkung von Farbe und deren Bedeutung in unterschiedlichen räumlichen oder sozialen Zusammenhängen wird abschließend thematisiert. Vergleichende Studien machen Unterschiede analoger Mischungen, Strukturen und haptischer Farbraum-Objekte zu medialisierten Farben im digitalen System deutlich. In gemeinsamen Rauminszenierungen werden komplementäre Kontraste und simultane Wechselwirkungen der subtraktiven Farben in ihren Unterschieden zu additiven Mischungen des Lichts untersucht.  

Theoretische Lehrinhalte

Die Vermittlung theoretischer Inhalte ist unmittelbar an die Werkstattpraxis gekoppelt. Theoretische Vorträge über optische und physiologische Grundlagen, historische und aktuell relevante Farbtheorien, Farbsysteme und lichttechnische Voraussetzungen werden in experimentellen Übungen für die Studierenden praktisch nachvollziehbar und regen zu weiteren eigenen Untersuchungen an. Aktuelle Forschungen zur visuellen Wahrnehmung des Menschen, die den Polaritäten und Kontrasten der Farben wieder eine entscheidende  Bedeutung zukommen lassen, schaffen eine interdisziplinäre Verbindung zwischen Errungenschaften der  Malerei, der Kulturgeschichte und den gegenwärtigen Herausforderungen der Farbgestaltung.