A für ALLTAG

Die Burg Galerie startet mit A B C ein neues Open Call-Format für das sich Studierende bewerben konnten. 26 von 52 Bewerbungen wurden für die Ausstellung ausgewählt.

A B C - das neue Open Call-Format

A B C - das neue Open Call-Format

Nach der Ausstellungsreihe zum TEXT startet die Burg Galerie mit A B C ein neues Open Call-Format. A B C ist thematisch ausgerichtet und richtet sich an Studierende aus Kunst und Design. Wir beginnen mit:

A für ALLTAG

26 von 52 Bewerbungen wurden nach dem Open Call von einer Jury ausgewählt. In der Jury waren Prof. Mareike Gast, Stefanie Kretschmer, Prof. Paul McDevitt, Prof. Rolf Wicker, Lisa Brockmann (Stura), Susanne Henny Kolp und Jule Reuter. Die Ausstellung ist vom 7. März bis 31. März 2019.

Alltag wird durch gewohnheitsmäßige Abläufe wie Aufstehen, Essen, Arbeiten, Einkaufen oder häusliche Tätigkeiten charakterisiert. Sprachlich differenzieren wir viele Bereiche: Alltagskultur, Alltagsleben, Alltagswissen oder Alltagssprache. Als Gegenpole werden Feste, Spiel oder Freizeit verstanden. Philosophen wie Roland Barthes oder Jean Baudrillard haben sich kritisch mit Alltag auseinandergesetzt, Fragen nach den „Mythen des Alltags“ gestellt oder die Gegenstände des alltäglichen Lebens im Kontext von Konsum und Kapitalismus untersucht.

Alltag hat auch KünstlerInnen und GestalterInnen seit dem 20. Jahrhundert intensiv beschäftigt. Ein Blick zurück – anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums – lohnt sich: 

Ob beim Neuen Bauen, bei der industriellen Herstellung preiswerter und dennoch formschöner Einrichtungsgegenstände oder auch bei einer neuen Art des Lehrens und Lernens am Bauhaus – dahinter stand eine soziale Utopie, die Gesellschaft zu verändern.

In der bildenden Kunst ist seit Marcel Duchamps Fontaine (1917) der Umgang mit dem Banal-Alltäglichen eine probate Methode, das Verhältnis von Kunst und Leben radikal in Frage zu stellen. So griffen in den 1960er Jahren die Künstler der Arte Povera diesen Gestus auf, arbeiteten mit „armen“ Materialien wie Erde, Filz, Holz oder Bindfaden.

Was macht das Thema für Studierende einer Kunsthochschule interessant?

Heute stellen sich viele neue Fragen, auch hinsichtlich einer sozialen Zukunftsgestaltung. Unser Alltag ändert sich rasant, vor allem durch Digitalisierung und eine neue Medienkultur. Wie verschiebt sich der Unterschied von Alltag und Nicht-Alltag in einer Gesellschaft, die Selbstoptimierung propagiert? Auf welche Weise lässt sich vom Alltag erzählen und mittels welcher Formen? Welche neuen Rituale erfinden wir? Wie alltagsrelevant sind Themen wie soziale Ungleichheit, politische Konflikte oder die ökologische Bedrohung und deren mediale Vermittlung? Welche Art von Routinen gilt es heute zu verändern?

Erwünscht sind alle Formen der künstlerischen und gestalterischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Dazu gehört für uns auch das Nachdenken über Praktiken des Zeigens und Ausstellens selbst. Wie ließe sich das Alltägliche in den Ausstellungskontext übertragen, der per se eine Ausnahmesituation darstellt?

 

Alle Studierenden der BURG aus Kunst und Design waren herzlich eingeladen, sich bis zum 6. Dezember 2018 mit ihren Arbeiten und Projekten zu bewerben. Die Auswahl erfolgte durch eine hochschulinterne Jury (Galerieteam, Lehrende aus den FB Kunst und Design, Studentenvertreter).

Die Ausstellung bietet – wie in den Jahren zuvor – den TeilnehmerInnen die Möglichkeit, von der Titelfindung über die Plakatentwicklung bis zum Raumkonzept dies mit dem Galerieteam gemeinsam zu tun. Der Aufbau wird ebenso unterstützt. 

Geplant sind wieder die Einladung von Gastbeiträgen, diverse Begleitveranstaltungen und ein intensiver diskursiver Austausch.


Das Galerieteam
Burg Galerie im Volkspark