Katalog „Assoziationsraum Wunderkammer“

Der Katalog zur Ausstellung „Assoziationsraum Wunderkammer“, die anlässlich des 100. Jubiläums der BURG vom 24. April bis 16. August 2015 in den Franckeschen Stiftungen stattfand

Assoziationsraum Wunderkammer

Cover ohne Postkarte

Wunderkammern verkörpern ein enzyklopädisches Modell der Welterfassung. Sie sind ein Ort der Sammlung und Systematisierung, der Forschung sowie der unwillkürlichen und assoziativen Verknüpfung von Dingen heterogener Herkunft. Die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zeugt – als einzigartige Wunderkammer jenseits einer höfischen Einbindung – darüber hinaus vom reformatorischen Bildungsideal sowie der weltweiten Missionstätigkeit und globalen Vernetzung der Pietisten.

Diese Sammlung bildet den Ausgangspunkt, um Prinzipien der Wunderkammer zu reflektieren und den Denkraum einer multimedial ausgerichteten und global vernetzten künstlerischen Produktion aufzuspannen. Dabei wird das einstige universalistische Modell mit einem gegenwärtigen transnationalen Handeln zusammen gedacht.

Im ersten Teil des Katalogs behandeln acht kunst- und kulturhistorische Essays wesentliche Aspekte des Ideenhintergrunds der Wunderkammer, der Sammlungsinhalte, Ordnungsprinzipien und Verknüpfungen mit pädagogischen Konzepten sowie wissenschaftlichen Diskursen:

Nike Bätzner, Professorin für Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Kuratorin verschiedener, international präsentierter Ausstellungen, legt die Verbindungen zwischen der Konzeption der Wunderkammern und der zeitgenössischen Kunstproduktion dar. Claus Veltmann, Kustos der Franckeschen Stiftungen, leitet mit einer Einordnung der Kunst- und Naturalienkammer August Hermann Franckes in die frühneuzeitliche Bildungstradition ein. Michael Glasmeier, Professor für Kunstwissenschaft an der Hochschule für Künste in Bremen, Kurator ausgezeichneter Ausstellungen und Buchautor, spiegelt die Faszination des Kuriosen seit der Frühen Neuzeit. Felix Thürlemann, bis vor kurzem Professor für Kunstwissenschaft an der Universität Konstanz, Autor zahlreicher einschlägiger Publikationen, stellt die Atelierbilder des 17. Jahrhunderts, welche ganze Sammlungen repräsentierten, in Relation zu heutigen Konzeptionen pluraler Bilder. James Delbourgo, Wissenschaftshistoriker mit Schwerpunkt Reisen und Sammeln in der Frühen Neuzeit, fragt nach Konzepten der Kolonialisierung innerhalb der transatlantischen Welt, wie sie in den frühneuzeitlichen Sammlungen sichtbar werden. Philine Helas, Kunstwissenschaftlerin an der Bibliotheca Hertziana in Rom, befasst sich mit dem mythischen und in jede Wunderkammer gehörenden Wesen des Einhorns. Robert Felfe, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, greift wie Helas das spannungsvolle Zusammentreffen von ausschmückender Legende und wissenschaftlicher Forschung in der Frühen Neuzeit auf, hier anhand der zu allen Sammlungen gehörenden Gesteine. Nadine Engel schließlich, Volontärin bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, erkennt die Wiederaufnahme von Ordnungskriterien der Wunderkammern in den Ausstellungen der Surrealisten. Vom spielerischen Aspekt des Sammelns über das Auratische der Dinge bis zur Kulturtechnik der mythologischen Erzählung untersuchen die Essays Strukturen der Wunderkammern, wie sie heute wiederentdeckt werden.

Der zweite Teil des Katalogs dokumentiert umfangreich mit Text und Bild die jungen und arrivierten, künstlerischen und gestalterischen Positionen, wie sie in der Ausstellung zu sehen sind – aus Aserbaidschan, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, England, Italien, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Russland, Schweden, der Schweiz, Taiwan, der Türkei, den USA und Zypern.

„Assoziationsraum Wunderkammer. Zeitgenössische Künste zur Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Eine Kooperationsausstellung der Franckeschen Stiftungen zu Halle und der BURG anlässlich des 100. Jubiläums der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle vom 24. April bis 16. August 2015 in den Franckeschen Stiftungen. Halle/Saale 2015.

ISBN 978-3-447-10388-6
Kataloge der Franckeschen Stiftungen 32

Herausgeberin
Nike Bätzner

Umfang
248 Seiten, 149 Abbildungen, mit 32 Postkarten
Mit Essays von Nike Bätzner, Claus Veltmann, Michael Glasmeier, Felix Thürlemann, James Delbourgo, Robert Felfe, Philine Helas und Nadine Engel.

Preis
29 Euro, ermäßigt 20 Euro

Erscheinungsjahr
2015

Bestellung & Versand

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Burg Bibliothek
Postfach 200252
06003 Halle (Saale)
Telefon: 0345 - 7751 637
Telefax: 0345 - 7751 638
E-Mail: frauendo(at)burg-halle.de

Zu den angegebenen Preisen werden die jeweiligen Portokosten
hinzugerechnet. Der Versand erfolgt per Rechnung.

Mitglieder des Freundes- und Förderkreises der Hochschule, sowie
Studenten können auf Anfrage Publikationen mit Ermäßigung erhalten.

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