Jessica Schott gewinnt Preis beim Furoshiki Design-Wettbewerb

Jessica Schott, Modedesign-Studentin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, gewinnt „Preis für herausragende Leistung“ beim Furoshiki Design-Wettbewerb 2011.

 

Die Japan Foundation (JF) schrieb 2011 zum Jubiläumsjahr „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“ einen Furoshiki Design-Wettbewerb für Design-Studerende aus Deutschland und Japan aus. Gesucht wurden Furoshiki Designs, die Deutschland und Japan verbinden.

Das Furoshiki oder Einpacktuch ist ein markanter und stilvoller Alltagsgegenstand, der sinnbildlich für die traditionelle japanische Kultur steht, Dinge einzupacken. Da sie wiederverwendbar sind und keine Belastung der Umwelt darstellen, haben Furoshiki in jüngster Zeit erneutes Interesse gefunden, und das sowohl in Japan wie im Ausland. Im Jahr 2011 hatte sich die Japan Foundation (JF) entschlossen, einen Furoshiki Design-Wettbewerb zu veranstalten, der sich anlässlich der Jubiläums „150 Jahre Freundschaft Deutschland Japan“ an Design-Studenten von Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und Japan richtete. Von den Studierenden wurde ein Design für die zukünftige Nutzung der Furoshiki erwartet. Unter den Einsendungen aus Deutschland und Japan wurden insgesamt 2 Design-Entwürfe ausgewählt und für Furoshiki-Tücher verwendet, die zur Erinnerung an das 150. Jubiläums der deutsch-japanischen Freundschaft im Jahr 2011 auch hergestellt wurden.

Es wurden ein „Großer Preis“, ein „Preis für herausragende Leistung“ und 10 „Teilnahme-Preise“ vergeben. Den „Preis für herausragende Leistung“ gewann Jessica Schott, Modedesign-Studentin an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Wir gratulieren der Gewinnerin sehr herzlich.

Verortung des Furoshiki

Ein Furoshiki ist ein „Einpack- und Tragetuch“, das seit alter Zeit in Japan Verwendung findet. Es taucht schon in Schriftquellen der Nara-Zeit (710-794) als tsutsumi (Bündel) auf, womit ein Tuch gemeint ist, das man zum Einpacken von Kunstschätzen benutzte, die im Shosoin, dem Kaiserlichen Schatzhaus am Todaiji-Tempel eingelagert wurden. Es gibt einige unterschiedliche Theorien zu der Frage, wie das Tuch zu seinem Namen Furoshiki gekommen ist. Eine häufig zitierte Geschichte datiert die Namensgebung zurück in die Muromachi-Zeit (1333-1568), als der Shogun Yoshimitsu Ashikaga (1358-1408) ein oyudono (großes Badehaus) bauen ließ, um den Feudalfürsten einen angenehmen Zeitvertreib zu bieten. Die Fürsten wickelten ihre Kleidung in ein Tuch, das mit dem Wappen ihrer Familie bedruckt war, um ihre eigene Kleidung von der anderer Badehaus-Benutzer unterscheiden zu können, und wenn sie aus dem Bad kamen, benutzten sie das Tuch, um sich darauf zu stellen, während sie Körperpflege betrieben. Diese Praxis verbreitete sich später während der Edo-Zeit (1603-1867) im Zusammenhang mit der Popularisierung des sento, des öffentlichen Bads, unter der allgemeinen Bevölkerung. Allerdings ging der Gebrauch des Furoshiki mit der Einführung von Taschen westlichen Stils nach der Meiji-Periode (1868- 1912) mehr und mehr zurück, und erst mit Blick auf die Umweltproblematik der jüngsten Zeit erfährt das Furoshiki wieder mehr Aufmerksamkeit, da es immer und immer wieder benutzt werden kann.