Vera Siemund wird Hanauer Stadtgoldschmiedin

Die Schmuckkünstlerin Vera Siemund aus Hamburg, Absolventin der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wird fünfte Hanauer Stadtgoldschmiedin.

 

Seit 2004 ernennt die Stadt Hanau alle zwei Jahre einen Stadtgoldschmied/eine Stadtgoldschmiedin, die für einige Wochen in Hanau an der Staatlichen Zeichenakademie arbeitet, einen Workshop für die dortigen Studenten abhält und ihre Arbeiten in einer Ausstellung im Deutschen Goldschmiedehaus präsentiert.

Mit dem Goldschmiedemeister Rudolf Bott aus Neuburg a. d. Donau wurde der erste Stadtgoldschmied ernannt, 2006 kam dem jungen japanischen Schmuckkünstler Jiro Kamata aus München diese Ehrung zu. Zwei Jahre später gab es mit Hilde De Decker aus Belgien die erste Künstlerin, die zum dritten Stadtgoldschmied gewählt wurde. Der letzte Stadtgoldschmied hieß Karl Fritsch aus Neuseeland, noch in diesen Tagen konnte sein umfangreiches Werk im Goldschmiedehaus bewundert werden.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky stellt am Donnerstag, dem 22. November 2012 die Künstlerin vor und überreicht ihr gemeinsam mit Herrn Hartwig Rohde, dem Präsidenten der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., die Urkunde. Vera Siemund wird anhand von ausgewählten Schmuckstücken über ihre Arbeit sprechen.

Die Künstlerin absolvierte ihre Ausbildung zur Goldschmiedin von 1991 bis 1995 an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, anschließend folgte ein Studium an der renommierten Hochschule für Kunst und Design in Halle bei Frau Professor Dorothea Prühl. In den letzten zwölf Jahren beteiligte sich die Künstlerin mit ihren Arbeiten an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, bedeutende Schmuckgalerien in Europa und den USA widmeten ihr Einzelausstellungen. 2002 wurde Vera Siemund in dem von der Stadt Hanau ausgeschriebenen Wettbewerb „Natur und Zeit“ mit dem Ersten Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde ihr der zweite Preis im Nachwuchsförderwettbewerb für Schmuck und Gerät zuerkannt, den die Gesellschaft für Goldschmiedekunst mit der Bertha Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung veranstaltete.

Die Faszination für das Romantische, die nostalgische Anmutung des Historismus dominiert in den Schmuckstücken Vera Siemunds, tradierte Vorbilder erhalten eine neue Dimension. Geschickt bedient sie sich einzelner Elemente, die sie verfremdet und in einen völlig neuen Kontext stellt. Eisen, ein beliebter Werkstoff des 19. Jahrhunderts, wie auch Kupfer haben es der Künstlerin besonders angetan: Das Material wird gesägt, ziseliert und gebohrt, aber auch Prägen und Pressen spielen eine große Rolle im opulenten Halsschmuck oder im betont plastisch gestalteten Ansteckschmuck. Für ausgewogene farbliche Akzente greift die Künstlerin gerne auf Industrieemail zurück oder bezieht einzelne Steine an prominenter Stelle in ihre Schmuckstücke mit ein.

Vera Siemund wird im Sommer 2013 nach Hanau kommen und in der Zeichenakademie arbeiten. Während ihres Aufenthaltes wird sie einen einwöchigen Workshop mit den Studenten abhalten. Ab Januar 2014 widmet das Goldschmiedehaus der Künstlerin eine Ausstellung im Goldsaal.

Aus der Pressemitteilung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V./ Deutsches Goldschmiedehaus Hanau, Altstädter Markt 6 63450 Hanau, Tel. 06181-256556 Fax 06181-256554, c.weber-stoeber@gfg-hanau.de, www.museen-hanau.de