OPEN CALL verlängert:
Ausstellung Pro oder Kontra

1. Dezember 2016 – 12. Januar 2017 in der Burg Galerie im Volkspark, Halle (Saale)

Deadline verlängert bis zum 08. September 2016!

 

Ein Pro oder Kontra deutet auf gegensätzliche Ansichten, auf Sichtweisen, die sich ausschließen, hin. Es kann Streit und Kontroverse bedeuten, aber auch eine Denkfigur assoziieren, die es ermöglicht, sich Widersprüchen von mindestens zwei Seiten zu nähern, um sie besser zu verstehen. Das Ergebnis könnten ein Kompromiss, aber auch eine neue Idee, weitere Assoziationsketten, auf jeden Fall das Wissen um die Sichtweise der Anderen sein.

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Pro und Kontra, der sich verschärfenden Kontroversen um Flüchtlingspolitik, Umwelt- und Klimapolitik, um Verteilungsszenarien und das richtige Krisenmanagement wollen wir untersuchen und verstehen, wie sich junge Künstler_innen mit aktuellen Zeitfragen auseinandersetzen. Ist für sie ein Pro oder Kontra von Bedeutung? Wenn ja, wie wird es künstlerisch formuliert?

In aktuellen Diskussionen zur Relevanz der Kunst in der Gesellschaft kulminiert diese Frage ebenfalls in einem Pro oder Kontra: Vorstellungen von der Autonomie der Kunst stehen gesellschaftlichen Projektionen auf und Erwartungen an die Kunst im Sinne einer „Verantwortungsästhetik“ (Tom Holert) gegenüber. Ist es Vereinnahmung von Kunst, wenn man sich engagiert, positioniert, argumentiert, gar agitiert, um etwas bewirken zu können? Oder ist es der Wert des „Nutzlosen, des Subversiven, des Spielerischen, des Eigensinns“ (Symposium „Politik der Kunst“, Goethe-Institut 2015), der die Kunst auszeichnet?

Wenn wir zurückblicken, wird deutlich, dass künstlerische Arbeiten oft auch als Affront oder Angriff gedeutet wurden, selbst wenn sie sich nicht eindeutig so verstanden haben. Als in den 1980er Jahren die Fotografin Helga Paris in der DDR die Altstadt Halles in ihrem schleichenden Zerfall porträtierte, entsprach das nicht dem offiziellen Selbstbild der DDR, eine Ausstellung der Bilder 1986 wurde verboten. Zeitgleich wurde auch die Malerei von Martin Kippenberger und den „Neuen Wilden“ in der BRD als bissiger Kommentar und Angriff auf normierte Werte einer im Bürgerlichen verhafteten Kultur gelesen.

Wo seht Ihr Euch in diesem Feld? Wie reagiert Ihr künstlerisch auf gesellschaftliche Herausforderungen? Welche Fragen und Themen sollten Eurer Meinung nach in diesem Zusammenhang diskutiert werden?

Dr. Jule Reuter, Kuratorin der Burg Galerie und Julia Kurz, Lehrkraft für Ausstellen und Vermitteln bei Burg gestaltet! Qualitätspakt Lehre laden über den Bundesverband der Hochschulgalerien Studierende deutscher Kunsthochschulen ein, sich bis zum 8. September 2016 für eine Teilnahme an der Ausstellung Pro oder Kontra zu bewerben.

Wir sind gespannt auf Einreichungen aller künstlerischer, performativer, partizipativer, diskursiver Formate sowie gestalterischer Formate mit künstlerischer Ausrichtung. Auch Diskussionsbeiträge für eine Tagung und einen Workshop, die wir mit Euch konzipieren wollen, und interdisziplinäre Kollaborationen sind erwünscht.

Die Auswahl trifft Mitte September 2016 eine Jury. Zuschüsse für Reisekosten, Unterkunft und ggf. Installtionskosten können nach Absprache im Rahmen des Budgets übernommen werden.

 


BEWERBUNG:


Eure Bewerbungsunterlagen ladet Ihr - zusammengefasst in einer Datei (Pdf oder Zip-Datei) - bitte bis spätestens 8. September 2016 auf folgende Web–Plattform hoch:

 

www.burg-halle.de/~galerie/prooderkontra

 

Vollständige Bewerbungsunterlagen umfassen:

-  Anschreiben mit vollständigen Kontaktdaten (Adresse, Email, Telefon)

-  1-seitiges Proposal für die Ausstellung

-  Kurz-Vita

-  Max. 4 Seiten Portfolio mit Abbildungsmaterial

-  Artist Statement (optional)

 

Die Ausstellung findet vom 1. Dezember 2016 – 12. Januar 2017  in der Hochschulgalerie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Burg Galerie im Volkspark, mit Eröffnung am 30. November 2016, statt.

Bei Rückfragen erreicht ihr das Ausstellungs-Team unter prooderkontra(at)  burg-halle.  de

 

Das Projekt wird unterstützt durch „Burg gestaltet!“ – einem Projekt des gemeinsamen Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.


Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL12066  gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.