Buchneuerscheinung: Im Modus der Gabe

Das Buch „Im Modus der Gabe. Theater, Kunst, Performance in der Gegenwart“ erschließt Konzepte der Gabe und des Gabentauschs für den kunsttheoretischen Diskurs der Gegenwart.

 

Das Buch „Im Modus der Gabe. Theater, Kunst, Performance in der Gegenwart“ erschließt Konzepte der Gabe und des Gabentauschs für den kunsttheoretischen Diskurs der Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen Modelle aus Theater, bildender Kunst und Performance, in denen Prozesse des Austauschs, des Transfers und der Reziprozität wirksam sind. Angesichts der performativen Entwicklung der Gegenwartskünste diskutieren die Beiträge, inwieweit die aus ethnologischer, philosophischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive entfalteten Konzepte der Gabe (Mauss, Godelier, Derrida, Latour, Ricœur u. a.) sich als tragfähig erweisen, um das Selbstverständnis aktueller künstlerischer Praxis im Spannungsfeld von Autonomieanspruch und sozialer Wirksamkeit zu reflektieren und ethisch zu akzentuieren.

Una H. Moehrke, die an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle als Professorin für Kunsterziehung/Kunstpädagogik lehrt und das Buch zusammen mit Ingrid Hentschel und Klaus Hoffmann herausgegeben hat, schreibt:

„Eine Kunsthochschule steht nicht nur für die Lehre, sondern betreibt auch Forschung. Ein Beispiel dafür ist das künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt „Im Modus der Gabe“, das in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld und dem Arbeitskreis Kirche und Theater e. V in der EKD entstanden ist. Es fußt auf einem Symposium zum gleichen Thema, das im Juni 2010 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld stattfand und nun als Buchdokumentation vorliegt.

Mit der Forschung am Gabebegriff verfolge ich das Interesse, sowohl die Produktion wie die Präsenz und die Rezeption von Kunstformen zu untersuchen, die marktfreie Ebenen ausloten, die sich ökonomischer Logik zu entziehen versuchen und einen ethisch akzentuierten Kunstbegriff mit künstlerischem Autonomieanspruch zu vermitteln suchen. Dabei stand für mich die Frage im Vordergrund, wie dieser Ansatz in der Lehre zu vermitteln ist und den akademischen Ausbildungskanon und seine gesellschaftspolitische Relevanz erweitern kann.

Anstelle von Repräsentanz und Auftrag der Kunst sollen die Quellen ihrer Reziprozität und Responsibilität als Nehmen und Geben, als Geschenk untersucht werden, um der künstlerischen Reflektions- und Produktionssituation neue, funktionslose Dimensionen hinzuzufügen.

Umsetzen konnte ich das bislang in meiner Lehre mit dem interventiven Projekt „Besuchergaben und Künstlergaben“, das im MARTa Herford Museum im November 2010 realisiert wurde. Gegenwärtig verfolge ich das Thema in meinem Tanzseminar, in dem die Reziprozität von Gesten und Bewegung untersucht wird.“

Auf Anfrage bei der Pressestelle der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle senden wir Ihnen Rezensionsexemplare gern zu.

Ingrid Hentschel, Klaus Hoffmann und Una H. Moehrke (Hrsg.)
Im Modus der Gabe
Theater, Kunst, Performance in der Gegenwart

Publikation zum Symposium „Konzepte der Gabe in der Gegenwartskunst“, 2010, im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF), Universität Bielefeld 

Mit Textbeiträgen von Dorothée Bauerle-Willert (Kunstgeschichte), Christine Biehler (Kunst / Kunstvermittlung), Mohammadreza Farzad (Theaterwissenschaft), Lili Fischer (Performance), Dieter Haselbach (Kulturforschung), Ingrid Hentschel (Theaterwissenschaft), Klaus Hoffmann (Theatre for Development), Klaus Lichtblau (Soziologie), Thomas Henke/Christian Heilig (Video/Installation), Marcel Martin (Theologie), Una H. Moehrke (bildende Kunst), Tino Sehgal (Kunst), Hanne Seitz (ästhetische Bildung), Gerhard Stamer (Philosophie), Ian Watson (Performance Studies), Kristin Westphal (Bildungswissenschaften), Smadar Yaaron (Theater), Wolfgang Zinggl (Aktionskunst)

Format: 16,80 × 24,00 cm, 208 Seiten, Klappenbroschur, gebunden
Gestaltung: Jenny Baese
Sprachen: Deutsch | English
Abbildungen: 36 farbige, 11 s/w Abbildungen
Kerber Verlag, Bielefeld / Leipzig / Berlin, 2011
ISBN: 978-3-86678-494-9
Preis: 25,90 Euro

Hochschul-Pressestelle / 30. Mai 2011