Klassische Moderne und zeitgenössische Lichtkunst im Dialog
Die erste Kooperation zwischen dem Bauhaus und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle anlässlich eines Farbfestes geht auf das Jahr 1926 zurück. In der Tradition der Bauhausfeste steht auch der Beitrag von Studierenden der Burg für das Farbfest 2011. Im Rahmen eines einwöchigen Lichtworkshops im Lehrgebiet „Farbe Licht Raum“, einem Bestandteil der „Gestalterisch-künstlerischen Grundlagen“, haben sich Studierende der Burg gemeinsam auf die Suche nach einer zeitgenössischen Interpretation des geschichtsträchtigen Ortes begeben. Der Geist dieser aufregenden Zeit, in welcher die Bauhausmeister Josef Albers und László Moholy-Nagy an gleicher Stelle die Grundlagen betreut haben, war bei unserem Lichtworkshop allgegenwärtig. Durch einen respektvollen und zugleich selbstbewussten Umgang mit der Gesamtkomposition des Bauhausgebäudes haben wir gemeinsam nach neuen Lesarten der weltbekannten Raumkomposition gesucht. Über die Medien Licht und Farbe eröffnen wir einen Dialog zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen, zwischen Erinnerungen und der Gegenwart, zwischen den Anfängen der Moderne und ihrer zeitgemäßen Fortsetzung.
Informationen zum Farbfest: www.farbfest-dessau.de
Die Konzepte der zur Realisierung vorgesehenen Projekte werden in den folgenden Beiträgen kurz erläutert:
[l]ichtbar
[l]ichtbar entspringt der Nordfassade am Bauhaus / Dessau und schlägt eine formale Brücke zwischen der klassisch modernen und der heutigen computergestützten Architektur. Die Vorhandene Fassadenstruktur bildet das Gestaltungsraster, darauf angelegte Flächen modellieren das Ausgangsvokabular. Schwebend, rythmisch, leicht wie das Bauhaus selbt finden sie zu immer neuen Kompositionen und lösen das bestehende Gesicht des Bauhauses auf.
Projektverfasser: Carolin Raber, L.K., Nicole Zander, Li Xiaobai, Paul Kirsten, Christian Freitag
Lichtpuls
Die Lichtinstallation inszeniert die Wegbeziehungen im Inneren des Gebäudes, diese werden durch kontinuierlich laufende Lichtbänder erfahrbar. Ist der Kreislauf einmal aktiviert, bahnen sich zwei Lichtbänder in Endlosschleife durch den Nord- und Werkstattflügel, die Treppenhäuser, die Brücke und die angrenzenden Fassaden. Die Lichtbänder unterscheiden sich durch Ihre Farbigkeit und laufen unabhängig voneinander durch den programmierten Ablauf. Treffen die Lichtbänder aufeinander, werden die Begegnung durch eine Farbüberlagerung sichtbar. Die Lichtbänder verdeutlichen die Bewegungsmöglichkeiten der Innenräume und transportieren das innere Wegesystem nach außen. Schon von außen erschließt sich so die innere Architektur für den Betrachter, Grenzen zwischen Innen- und Außenraum lösen sich auf. Die Transparenz der Architektur wird betont und unterstützt durch die Spiegelungen des Lichtbandes in den angrenzenden und gegenüberliegenden Gebäudeteilen. Im Innenraum werden die Personen in Lichträume getaucht und somit in die Installation einbezogen. Die Bewegung des Lichts ist nicht nur von außen sichtbar, sondern auch im Innenraum erfahrbar.
Projektverfasser: Jantje Almstedt, Kaur R. Hensel, Leticja Keto Nsiama, Annekathrin Schröder, Johanna Padge, Sabine Straube, Burgrahan Ergin, Leonie Holtman
Lichtorchester
Die Lichtinstallation besteht aus einem Orchester von 24 Polyluxen, deren musikgesteuerte Projektionen Fragmente des umgebenden Raumes herausleuchten und mit farbigen Texturen der Bauhausgeschichte überlagern. Durch die rhythmisch wechselnden Farb- und Lichtstrukturen werden die Erinnerungen an die Zeiten lebendig, in denen die Atmosphäre der Werkstatt noch von den Aktionen der Bauhausmeister und ihrer Schüler geprägt wurde. Die Polyluxe erzeugen als Archetypen von Projektoren den Spielraum für eine experimentelle Interpretation von Farbe, Licht und Musik.
Projektverfasser: Sonja Keinhorst, Elisabeth Riedel, Valerie Rupp, Mladenova Yana, Su Gao
Licht- und Klanggitter CCCC
Die streng architektonisch gegliederte, rechteckige Form der Glasvorhangfassade bildet die Grundlage der Fassadenprojektion CCCC. Die Rechtecke, vom Kleinsten (die Scheibe) bis zum Größten (dem Gebäude) dienen als größenvariable Projektionsflächen. In der Fassadenanimation werden diese Flächen mit Farben, Bildern, Videos, Symbolen, Typografie und Animationen bespielt. Alle diese Elemente sind „live“ dem Bauhaus entnommen. Aus vielen einzelnen Komponenten können 10-20 verschiedene Szenen vorprogrammiert werden, die während der Animation nach dem Random-Prinzip abspielen. Alle Komponenten sind miteinander variierbar. Der durch das Publikum indizierte Lautstärkepegel bestimmt interaktiv die Größe der einzelnen Projektionsflächen. Je lauter desto kleiner. Die Projektion erzeugt eine auf die Architektur abgestimmte grafische Illusion an der Glasfassade und haucht der geradlinigen Architektur eine visuell informative Gestalt ein.
Projektverfasser: Susann Pankrath, Florian Cortes König, Stefan Gehre, Theo Möller











