Der Designpreis Halle 2010 hat das Reisen zum Thema. Reisen erweitert unseren Blick und den Horizont. Und so regt auch die ganz in Schwarzlicht gehaltene Ausstellung zu neuen Seherfahrungen an.
„Dreitausend Meter Neontape und Faden sind im Innen- und Außenraum verklebt und
verspannt. Sie vermitteln bildhaft zwischen Tradition und Moderne und zeichnen optisch vibrierend, quasi in Fahrt, markant die Konturen der Straßenbahnwagen samt dem Stromnetz, der Wegstrecken und der Architektur nach. Als einladende Geste lenken die illuminierten Gleise den Blick der Passanten auf den Eingang des Veranstaltungsortes und führen ihn in Versuchung, einmal hineinzuschauen“, erklärt Kurator Prof. Vincenz Warnke die Ausstellungsarchitektur.
Insgesamt 166 Einsendungen aus 13 Ländern hatten sich um den Designpreis 2010
beworben. 19 der eingesandten und von der Jury nominierten Beiträge werden in der
Ausstellung zum Designpreis Halle 2010 im historischen Straßenbahndepot in Halle gezeigt.
Designpreis Halle 2010
Den mit 5.000 Euro dotierten Designpreis Halle 2010, vom gleichnamigen Verein initiiert, hat der Niederländer Guy Königstein (27) aus Eindhoven mit seinem Filmbeitrag „Die Rückreise“ gewonnen. Den zweiten Platz belegte sein Landsmann Erik De Nijs (24) mit seinem „Einrichtungs-Koffer„.
„Wie von Zauberhand gelenkt, gleiten Garnrollen, stellvertretend für Personen, über das Papier … So gipfelt der Prozess des Erzählens in Gestaltung. Und siehe da: Was eben
noch verworren, zusammenhanglos, ja chaotisch schien, ergibt ein klares Bild. Farbige
Linien formieren sich zum Grundriss einer Familienchronik. Behände und leichtfüßig,
aber nicht minder präzise und formvollendet gelingt es dem Designer, das Schematische der Lebenswege zu ergründen, ohne das Individuelle zu verraten“, so die Juryvorsitzende Prof. Annette Tietenberg in ihrer Laudatio für Guy Königstein.
Auch vom Beitrag „Suited Cases“ („Einrichtungs-Koffer“) des Zweitplatzierten, dem 24-jährigen in Utrecht lebenden Studenten Erik De Nijs zeigte sich die Jury beeindruckt: „Er verschafft den gleitenden Gepäckstücken einen Zusatznutzen, indem er sie zu mobilen Elementen individueller Häuslichkeit weiterentwickelt. Überall, wo es zu Verzögerungen kommt, verwandeln sich die Gepäckstücke im Handumdrehen in eine mehr oder minder bequeme Sitzlandschaft.“
Zwei weitere Wettbewerbsbeiträge waren der Jury eine besondere Würdigung wert: Eine mit einem Reisegutschein im Wert von 1.000 Euro verbundene „Anerkennung“ erhielten die beiden Dortmunder Studenten Daniel Behn und Clemens Müller für „RESI®“, einen Koffer „zur Gewährleistung der Reisesicherheit des Deutschen im Ausland“. 15 Studenten der Fachhochschule Dortmund wurden für einen gemeinsam gestalteten „Pappkoffer“, in dem sie ihre Wettbewerbsbeiträge für den Designpreis nach Halle gesandt hatten, mit einem „Sonderpreis“ ausgezeichnet.
Designparcours
Ein historischer Bus, 1956 in Halle gebaut, wird zum Designmobil und fährt auf einer festgelegten Route zu 15 Orten in Halle, an denen sich kreative Köpfe aus den Bereichen Architektur, Design und Kunst mit einem Projekt oder einer Aktion zum Wettbewerbsthema Reisen präsentieren.
Der Designparcours findet an den Sonntagen 20. und 27. Juni, jeweils in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr statt. Am 4. Juli bietet der Desgnparcours verschiedene thematische Rundreisen an.
Initiatoren
Der Designpreis Halle (Saale) ist eine Initiative des gleichnamigen Vereins. Ihm gehören u.a. die Handwerkskammer Halle, die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, der Industrie-Club Mitteldeutschland zu Halle e.V., der Marketing-Club Halle e.V. und die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle an. Der nächste Designpreis wird im Jahr 2013 vergeben.
Designpreis Halle 2010
Ausstellung bis 4. Juli 2010
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr
Historisches Straßenbahndepot, Seebener Straße 191
Designparcours
20. und 27. Juni, 4. Juli
Tickets unter +49 (345) 2126-385











