Fern von China

Ausstellung von Prof. Thomas Heger in der Galerie Naumann in Stuttgart von 17. September - 12. November 2010, Malerei und Grafik

Fern von China

Thomas Heger verbindet abstrakte und gegenständliche Malerei. Er geht vom Bild als Fläche aus. Farben und Formen werden auf dieser Fläche zueinander in Beziehungen gesetzt, die Bildelemente entfalten Spannung, Harmonie, räumliche Wirkungen, die Farben eröffnen diffuse Oberflächen oder tiefe Räume, wirken nach vorne oder hinten. In diese abstrakte Grundordnung hinein platziert Heger in meist regelmäßigen Abständen Gegenstände. In den letzten Jahren waren es vor allem Gefäße, durchsichtige Gläser, die aus unterschiedlichsten Bereichen kamen: Pressglas und Gurkengläser im Gegensatz zu fein graviertem oder dünn geblasenem gläsernen Kunsthandwerk repräsentieren gleichzeitig moderne Produkte der Massenproduktion im Verhältnis zur älteren Gattung handwerklicher Einzelanfertigungen. Oder anders ausgedrückt: das Neue im Verhältnis zum Alten. Das Glas wird zum Repräsentanten von banal und wertvoll, neu und alt.

Seine malerischen Themen verfolgt Thomas Heger auch mit seinen Zeichnungen. Er greift dabei u.a. zur Technik des Papierschnittes, wobei Gefäße mit dem Messer in einen Karton „gezeichnet“ und anschließend mit Kugelschreiber bearbeitet werden. Die Härte und Sprödigkeit des Schnittes oder das Aufrauhen des Kartons antworten formal auf das Motiv: zerbrechliche, harte, der Benutzung ausgesetzte Gefäßen aus Glas und Porzellan. Die Arbeit mit den Gegensätzen, Abstraktion und Gegenständlichkeit, ruhiger Malgrund und farbige Knalleffekte, Kurkenglas und Kristallgefäß, Flüchtiges und Ewiges, dieses Material, mit dem Heger arbeitet, erstreckt sich auch auf die künstlerischen Traditionen und Techniken. Informel trifft auf serielle Reihung, der prozessuale Papierschnitt auf stilllebenhafte Motivwelten. Heger unterzieht die malerischen Möglichkeiten manchmal kleinen, manchmal großen Zerreißproben.

Galerie Naumann
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