Stipendium für Wolfram Kastl

Die Studienstiftung des deutschen Volkes – Deutschlands größtes Begabtenförderungswerk – nimmt Wolfram Kastl, Student im Master-Studiengang Photography neu in die Design-Förderung 2011 auf

 

Die Studienstiftung des deutschen Volkes – Deutschlands größtes Begabtenförderungswerk – fördert in einem jeweils eigenen Programm Studierende der Bildenden Kunst sowie Studierende aus den Bereichen Design/Gestaltung/Film.

Die Auswahlseminare für Design/Gestaltung/Film der Studienstiftung erfolgen 2011 in drei Schritten in den Städten Köln, Berlin und Düsseldorf. Beim Auswahlseminar in Köln vom 25. bis 27. Februar 2011 wurden 14 neue Studierende in die Förderung aufgenommen, darunter auch Wolfram Kastl, Studierender im Master-Studiengang Photography bei Prof. Rudolf Schäfer im Fachbereich Design an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Wolfram Kastl, 1983 in Karlsruhe geboren, studierte zuvor von 2006 bis 2010 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften, FH München im Bachelorstudiengang Fotodesign. Der neue Stipendiat präsentierte sich der Fachkommission der Studienstiftung mit den beiden Arbeiten „Detroit: A Modern Ghost Town“ und „Wenn du nicht willst, zwingen wir dich.“ Die Fotoserie von Wolfram Kastl zur US-amerikanische Stadt Detroit entstand während eines Aufenthaltes im Oktober und November 2009. Die Fotografien dokumentieren den Niedergang  und Verfall der einst prosperierenden Industriestadt und zeigen die zurückbleibende großstädtische Prärielandschaft.

Mit der Fotoserie „Wenn du nicht willst, zwingen wir dich.“ regt Wolfram Kastl zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der deutsch-deutschen Geschichte an. Wolfram Kastl, zum Zeitpunkt des Mauerfalls sechs Jahre alt, steht stellvertretend für eine junge Generation, die keine eigene Erfahrungen mit der ehemaligen DDR gemacht hat. „Man spürt in seinen Arbeiten das eigene Interesse, Einblick zu erhalten – sich nicht auf Erzählungen verlassen zu müssen, sondern selbst zu sehen. Die Bilder sind eindringlich klar, präzise und dabei nicht ideologisch aufgeladen, sondern nüchtern dokumentarisch. Er bedient sich der realen Orte bzw. Räume als Stellvertreter der Ereignisse, ... . Wie in einer Typologie zeigt er eine Auswahl an Verhörräumen der Haftanstalt Hohenschönhausen und gibt einen Einblick in die BStU (Birthler-Behörde) und die dort aufbewahrten Dokumente, welcher in ihrer unermesslichen Fülle und Gleichförmigkeit so viele Einzelschicksale und Individuelles verstecken.“ (Mona Wirth).

Neben der finanziellen Förderung stehen den neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten die Angebote des ideelen Programms der Studienstiftung offen: Teilnahme an Designertagungen, Studienfahrten zur Biennale, Sommerakademien, Sprachkurse, Auslandsstipendien, Kurzstipendien und Zuschüsse für die Abschlussfahrt.