BURGgrün befürwortet den Tag der nachhaltigen Ernährung, weil wir für gutes, faires, klimafreundliches, nachhaltiges, verträgliches und vor allem leckeres Essen in der Mensa sind. Der Tag der nachhaltigen Ernährung ist der erste Schritt in die richtige Richtung, aber unserer Meinung nach muss noch viel mehr passieren. Und wir wollten wissen: Wie denkt ihr darüber? 55 Umfragebögen („Stimmungsbarometer“ ) haben den Weg wieder zurück zu uns gefunden und an der Pinnwand der Neuwerk Mensa könnt ihr immer noch mit grünen Zettelchen abstimmen, ob ihr für oder gegen einen vegetarischen Tag seid. Am Donnerstag konnten wir ein vorläufiges Ergebnis festhalten: 108 stimmen für einen vegetarischen Tag, 9 wollen jeden Tag Fleisch essen und 2 sind für beides. Eure Meinungen leiten wir natürlich mit entsprechenden Forderungen an das Studentenwerk weiter und hoffen auf positive Resonanz bei den Verantwortlichen.
Zudem hatten wir einen Tisch mit Gemüse und Äpfeln gedeckt, welches sonst weggeschmissen worden wäre. Derzeit läuft der Film „Taste the Waste“ von Valentin Thurn in den deutschen Kinos und passend dazu und im Rahmen des Tages der nachhaltigen Ernährung wollten wir auch auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.
Fakten: Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich in Deutschland auf dem Müll, vieles davon sogar noch bevor es überhaupt im Supermarkt ankommt. Das ist knapp die Hälfte von dem, was wir tatsächlich essen oder anders ausgedrückt: Jeder 2. Kopfsalat, jede 2. Kartoffel und jedes 5. Brot landen in der Tonne statt auf dem Teller. Ursachen dafür sind die Massenproduktion und das daraus resultierende Überangebot an Lebensmitteln. Im Grunde sind aber wir und unser verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln die eigentliche Wurzel des Problems, die globalisierte Ernährungsindustrie tut ihr übriges. Als Folge dessen entstehen in armen Ländern Hungersnöte, es werden unnötig wertvolle Ressourcen verbraucht, wie Energie, Wasser, Land und nicht zuletzt auch Arbeitskraft. Die Kosten für die Überproduktion werden übrigens in den Warenpreis mit eingerechnet und so zahlen am Ende auch wir den Preis für die Lebensmittelverschwendung. Was man tun kann: Es fängt bei einem bewussteren Einkaufen an. Zum Beispiel nur das Kaufen, was man auch wirklich verbrauchen kann (keine Hamstereinkäufe). Ruhig auch bei der krummen Möhre oder der nicht mehr ganz so schön anzuschauenden Produktverpackungen zugreifen – die Waren schmecken noch genauso gut, auch wenn sie kleine Macken haben. Regionale Einkaufsgemeinschaften bilden oder direkt beim Bauern kaufen. Im Supermarkt gezielt nach verbilligter B-Ware fragen oder kurz vor Ladenschluss die (meist reduzierten) Überbleibsel des Tages kaufen. Vielleicht muss man dann beim Kochen etwas kreativer sein, aber das kann auch zu unglaublichen neuen Geschmackserlebnissen führen. :)
Die Sachen wurde uns übrigens von Biotopia (Kleine Ulrichstraße 18a, Dienstag und Donnerstag auf dem Markt) für diesen Zweck geschenkt. Frau Rufer hat uns Gemüse und Äpfel zur Verfügung gestellt, welches sie normalerweise nicht mehr an ihrem Stand verkaufen kann: 3x Blumenkohl (mit leichten braunen Flecken), 3x Mais (zum Teil Pilzbefall der äußeren Blätter), 6 Auberginen (schon etwas weich), 3x Bund Lauch (die äußeren Blätter waren schon vertrocknet), Äpfel die zu klein oder groß waren, Möhren die etwas krummer waren als „normal“ , 5 Kohlrabi bei denen die Blätter welk waren, Spinat der nicht mehr ganz so knackig war. Normalerweise verarbeitet sie diese Sachen selber noch weiter oder füttert damit die Tiere auf ihrem Bioland-Hof. Oder falls es gar nicht mehr genießbar ist, werden die Sachen kompostiert und später als Dünger aufs Feld gebracht. Immerhin werden sie somit noch sinnvoll verwertet und landen nicht wie bei den meisten Supermärkten direkt in der Mülltonne. Aber trotzdem sind diese Sachen viel zu schade und zu aufwändig produziert um dann nicht auf unserem Teller zu landen. Einiges konnten wir gegen einen Rezeptvorschlag an euch verschenken und den Rest haben wir selbst am Abend zu einem leckeren Essen verkocht. Yummi!














