Den mit 7500 Euro dotierten Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt erhält in diesem Jahr der in Halle lebende Künstler und Hochschulprofessor Thomas Rug.
Am 3. Dezember 2011, um 11 Uhr, wird Kultusminister Stephan Dorgerloh den Kunstpreis in der Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt an Prof. Thomas Rug verleihen. Mit dem Kunstpreis des Landes Sachen-Anhalt werden Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen der Bildenden und Angewandten Kunst, die durch Geburt, Wohnsitz, Atelier oder durch ihr künstlerisches Schaffen mit dem Land Sachsen-Anhalt verbunden sind und die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst in Sachsen-Anhalt geleistet haben, ausgezeichnet.
Thomas Rug, 1953 in Bad Salzungen (Thüringen) geboren, studierte von 1972–1978 an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle Burg Giebichenstein in der Fachrichtung Grafik bei Prof. Frank Ruddigkeit. Von 1978–1980 folgte ein Zusatzstudium Malerei und von 1980–1988 eine freiberufliche Tätigkeit als Maler und Grafiker in Weimar. Seit 1988 arbeitet Thomas Rug an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und ist dort seit 1993 Professor für Grafik.
„Sein künstlerisches Schaffen als Zeichner, Grafiker und Maler steht für eine besonnene, zugleich kritische und reflektierte Haltung, agiert immer und allein an der Kunst“, begründete die Jury ihre Wahl. „Ohne sich schnelllebigen Kunstformen hinzugeben, dem Spektakel abhold, sucht er die Konzentration im Werk, findet aus sich selbst heraus seine Wege und Themen. Der Gegenstand, das Werk im Medium Grafik, bleibt dabei klassisch. Formal hat sich Thomas Rug von der Prägung durch die Burg Giebichenstein – er studierte bei Frank Ruddigkeit Grafik – lange schon gelöst. Die Figur verschwindet aus seinen Bildern, auch die Torheiten der Gegenwart werden ausgeblendet. Thomas Rug macht das, was er machen muss. Seine Darstellungen sind Exkurse in innere Welten, die sich phantastisch entwickeln und zeichnerisch verselbständigen. Ausgehend von realen Motiven verbinden sie sich mit Traumwelten, verlassen das Naturvorbild und reisen ins Surreale. Trotz einer hermetischen Vieldeutigkeit erreichen die Bilder den Betrachter.
Mit dem Ertrag seines Forschungsfreisemesters hat sich Thomas Rug in einer Ausstellung, die im Frühjahr 2011 in der Galerie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Volkspark zu sehen war, mit seinen neuesten Arbeiten vorgestellt. Damit hat sich der Zeichner Thomas Rug neu und stark positioniert. Alle Facetten dieser Gattung – von der Materialität über die zeichnerische Struktur bis zur Ordnung des Bildraumes – waren im Kleinen wie im Großen zu sehen und beeindruckten die zahlreichen Besucher der Ausstellung.
Thomas Rug führte die von ihm geleitete Grafikklasse der Burg Giebichenstein, die auf namhaften Vorgängern aufbaut, zu höchstem Niveau. Dabei bewahrt er die Vielgestaltigkeit des Mediums Grafik, von der Handzeichnung bis zu Malerei, von den klassischen Drucktechniken bis zu modernen Druckverfahren. Die große Zahl der guten Absolventen seiner Klasse spricht für sich. Mit dem Preis würdigt das Land eine herausragende Position in der zeitgenössischen Kunst.“
3. Dezember 2011, 11 Uhr
Verleihung des Kunstpreises des Landes Sachsen-Anhalt
Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
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