Von innen raus: 100 Tage Innenarchitektur an der Burg

17. – 18. Juli 2010, 10–18 Uhr zur Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Intecta-Kaufhaus, Große Ulrichstraße 21–23

 

Der Studiengang Innenarchitektur der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zeigt im Laufe eines Jahres einzelne Projekte an ganz verschiedenen Orten. Zum Ende dieses Studienjahres präsentiert er nun erstmals in komprimierter Form, was davon „von innen raus", aus dem Herzen, aus der Burg und aus der Stadt in den zurückliegenden 100 Tagen nach außen getragen wurde.

Mit dem Rahmen dafür befasste sich das Entwurfsseminar von Prof. Axel Müller-Schöll und seiner Assistentin Julia Taubert. Der Ort dafür wurde im ehemaligen Intecta-Kaufhaus in der Großen Ulrichstraße 21–23 gefunden. Private Investoren planen, das Haus demnächst umzubauen und zu einem Ort kreativ Schaffender zu entwickeln. Daher war der Fantasie der acht Studierenden fast keine Grenzen gesetzt. Die Ausstellungsgestaltung entwarfen sie in einem 8-Tage Workshop, und in nur 14 weiteren Tagen haben sie das Konzept auf fast 2000 m² selbst umgesetzt. Das Ergebnis ist somit keine herkömmliche Ausstellung von Studienarbeiten, sondern „a priori eine Studienarbeit, die eine Ausstellung zeigt", wie Müller-Schöll unterstreicht.

Für die Ausstellungsgruppe bestand die Herausforderung darin, aus 13 Einzelprojekten, die von 87 Studentinnen und Studenten in den Klassen der 4 Innenarchitektur-Professoren bearbeitet wurden, eine Ausstellung zu machen. Mit nur einer Ausnahme haben alle Projekte gemeinsam, dass sie bereits als Ausstellungsbeiträge in Halle, Mailand, St. Petersburg, Tianjin, Hamburg und Zürich präsentiert wurden.

Die eigentliche Hauptaufgabe der Studentengruppe bestand allerdings in einem anderen Projekt, das in dieser Veranstaltung seine Premiere hat. Dabei ging es um Prägende Räume im Zeitraum 1990 bis 2010. Auf Exkursionen, in Workshops und Seminarbeiträgen wurden einschlägige Gebäude untersucht, die in den zurückliegenden 20 Jahren als Vorbilder in ihrer Disziplin eine Rolle gespielt haben. Mit der Zeit der Jahrtausendwende wird auch das Aufkommen einer Markenarchitektur verbunden, die ein und dasselbe Produkt für die fokussierte Zielgruppe weltweit einheitlich inszeniert. Und in unsere Erinnerung prägen sich Ereignisse ein, die mit einem charismatischen räumlichen Handlungsrahmen verbunden sind.

Bei diesen Recherchen warfen sich Fragen auf: Wie prägt der Zeitkontext den Entwurf eines Interiors? Welche Räume bleiben uns in Erinnerung? Wie lassen sich Gefühle und Befindlichkeiten konservieren, die prägend für die Beurteilung von Raumqualitäten sind? In ihren Ausstellungsbeiträgen reflektieren die Studenten ihre Beobachtungen und versuchen in einer Art von Portraits Antworten.

17. – 18. Juli 2010
von innen raus
100 Tage Innenarchitektur an der Burg

Einrichtungshaus
Große Ulrichstraße 21–23
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten: 10 – 18 Uhr