Im Rahmen der Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wurde gestern Abend im Volkspark Halle der Kunstpreis der Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle 2010 und der Preis im Realisierungswettbewerb für ein Kunstobjekt vor dem Martha-Maria Krankenhaus Halle-Dölau vergeben.
Kunstpreis der Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle 2010 für Yvonne Brückner
Jan-Hinrich Suhr, Mitglied des Vorstands der Stiftung, und Prof. Ulrich Klieber, Rektor der Hochschule, gratulierten der Preisträgerin und weiteren 2 Diplomanden, die für ihre Arbeiten eine Annerkennung erhielten.
Den Preis erhielt gemäß einstimmiger Juryentscheidung Yvonne Brückner (Keramik bei Prof. Martin Neubert). Die Jury befand: „Yvonne Brückner verbindet ihr solides keramisches Wissen mit dem Medium Film. Etwas von der Materialität her Statisches, je nachdem auch Zerbrechliches wird mittels der Stop-Motion-Technik in Bewegung versetzt. In ihrem als Doppelprojektion präsentierten Puppentrickfilm stellt Yvonne Brückner uns zwei Charaktere vor, welche die konstruktiv planende und bauende und die spielerisch experimentierende Seite des künstlerischen Schaffensprozesses repräsentieren. Die Protagonisten hantieren mit Material in verschiedenen Zuständen, schleifen gebrannte Keramikplatten, drücken sich in weichen Ton, probieren sich lustvoll aus, entwerfen ihre Umgebung. Dabei sind die Bewegungen und Handlungen mit Geräuschen unterlegt, die denen beim Arbeiten im Atelier entsprechen. So entsteht ein in sich äußerst stimmiger, heiter-nachdenklicher Film zum künstlerischen Tun.“ Die Jury zeichnete mit Anerkennungen aus:
Jasmin Matzakow (Schmuck bei Prof. Daniel Kruger) für ihre Schmuckobjekte aus Holz – bei denen die bisherige Geschichte des Materials vor der Auffindung ebenso eine Rolle spielt, wie die mögliche Veränderung nach ihrer sehr differenzierten Bearbeitung durch die Künstlerin.
Sebastian Reddehase (Bildhauerei/Metall bei Prof. Andrea Zaumseil) für die Lösung eines genuin bildhauerischen Themas, nämlich von im Raum gruppierten Körpern, hier mit zitternden Folienkissen, wodurch ein Raumgefüge entsteht, das zwischen technologischer Definition und poetischer Metapher vibriert.
Die vom Veranstalter berufene Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nike Bätzner (Professorin für Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein) hatte ihre Entscheidung am Freitag (16. Juli 2010) getroffen. Die Jury lobte das Niveau der 29 präsentierten Diplomarbeiten. Die sehr unterschiedlichen Arbeitsansätze boten eine anregende Diskussionsgrundlage für das einmütige Votum.
Mit dem von der Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle in diesem Jahr zum vierten Mal ausgelobten Kunstpreis wird eine herausragende Diplomarbeit einer Absolventin/eines Absolventen des Fachbereichs Kunst der Hochschule ausgezeichnet.
Der Preis ist mit 2.500 Euro und mit einer Ausstellung des Preisträgers im Kunstforum Halle (Januar/Februar 2011) und der mit Anerkennungen ausgezeichneten jungen Künstlerinnen und Künstler verbunden. Alle Diplomarbeiten sind zur Jahresausstellung (noch bis Sonntag, 18 Uhr) im Volkspark Halle und im Hermes-Gebäude zu sehen.
Preis für Kunstobjekt vor dem Martha-Maria Krankenhaus Halle-Dölau
Bei der zweiten Preisverleihung an diesem Abend gab Prof. Ulrich Klieber bekannt, dass vier „Kunst am Bau“-Preise im Rahmen des Realisierungswettbewerbes der Martha-Maria-Stiftung an Absolventen des Studiengangs Plastik der Burg Giebichenstein verliehen worden sind.
Der Wettbewerb der Martha-Maria-Stiftung war als beschränkter Wettbewerb innerhalb der Hochschule ausgeschrieben worden, an dem sich Studierende und Absolventen der Klassen Bildhauerei/Figur, Bildhauerei/Metall und Keramik beteiligten.
Aufgabe war es, einen künstlerischen Entwurf für die Gestaltung des Platzes vor dem Haupteingang des Martha-Maria Krankenhauses zu erarbeiten. Das thematische Motto und Leitbild „Helfen und Hören“ sollte aufgegriffen werden. Martha steht dabei nach einer biblischen Geschichte für das tätige Helfen und Maria fürs Zuhören.
Als Auslober des Wettbewerbes hat die Martha-Maria-Stiftung in Kooperation mit der Burg Giebichenstein unter der Leitung von Frau Professorin Andrea Zaumseil über die Platzgestaltung vor dem Martha-Maria Krankenhauseingang in Dölau entschieden. Dem Preisgericht gehörte auch Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados an, die die hohe Qualität aller 13 Entwürfe würdigte und ihnen „Kenntnis wie Herzblut“ bescheinigte.
Der 1. Preis in Höhe von 3.000 Euro wurde mit großer Überzeugung der Jury an Elisabeth Howey (Absolventin der Klasse Bildhauerei/ Metall) für ihre abstrakte Figurenumsetzung von Martha und Maria verliehen und entsprach optimal dem Ausloberinteresse.
Der 2. Preis in Höhe von 1.750 Euro wurde zweifach vergeben an die Gemeinschaftsentwürfe von Lars Bergmann und Veronika Schneider (Absolventen der Klasse Bildhauerei/ Metall) sowie an Johannes Nagel (Absolvent der Keramikklasse) und Martin Roedel (Absolvent der Bildhauerei/Figur). Beide Entwürfe beeindruckten die Jury mit ihrer präzisen und dabei sehr unterschiedlichen Bezugnahme auf Funktionsanspruch, Architektur und Platzstruktur.
Der 3. Preis in Höhe von 1.000 Euro wurde Christin Müller (Absolventin der Keramikklasse) verliehen für Ihre Figurenfindung der Protagonistinnen Martha und Maria.
Das Votum war einstimmig und die Jury empfiehlt den Entwurf der ersten Preisträgerin der Martha-Maria-Stiftung zur Realisation.
Hochschul-Pressestelle / 17. Juli 2010









