BURG 100: Moderne in der Werkstatt

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres zeigt das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) vom 16. November 2015 bis 14. Februar 2016 die Ausstellung „Moderne in der Werkstatt. 100 Jahre Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“. Eröffnung ist am Sonntag, 15. November 2015, um 15 Uhr

Axel Müller-Schöll, Ludwig Ehrler mit Massimo Pietracito und Nadin Bastian: Farbgestaltung iBMW-Montagehallen/Leipzig, 2013, Foto: Kai Loges/arge lola, Stuttgart; privat

Die Ausstellung macht anhand beispielhafter Gesamtprojekte und Impuls gebender Entwicklungen sichtbar, wie seit 1915 ästhetisch und sozial avancierte Ideen der BURG zwischen Experiment und Erneuerung von Tradition zu angemessener dekorativer, sachlicher und dabei künstlerisch durchdrungener Form finden konnten, wie ästhetische und soziale Verantwortung in serieller Gestaltung umgesetzt wurde, wie ihre Gestaltungen die Stadt Halle prägten, aber auch wie sich der Organismus BURG aus der kreativen Individualität seiner Lehrer und Schüler speiste und mit seinen Produkten schon früh internationale Aufmerksamkeit erfuhr. Dabei schlägt sie den Bogen über wegweisende werkstattübergreifende Projekte der BURG in den vergangenen 100 Jahren.

Der als räumlicher „Organismus“ ausgebildete Hauptbereich der Ausstellung macht in seiner Verbindung von Objekten und Dokumentation die Arbeitsatmosphäre in den Werkstätten und ihre Verbindungen vom Beginn bis heute sichtbar. Weitere Themenräume mit Re-Inszenierungen, Rekonstruktionen und Nachbauten sind vertiefend besonderen Projekten der BURG gewidmet. Mit Puppenspielen trat die junge Gemeinschaft an die Öffentlichkeit. Die in der Sammlung des Museums erhaltenen Köpfe verschiedener Handpuppen und Marionetten von Gustav Weidanz (1889–1970) werden erstmalig nach historischen Vorlagen in ihrer Gesamterscheinung rekonstruiert und in historisch nachempfundenen Bühneninszenierungen ausgestellt. Das auf dem Flughafen Halle/Leipzig 1930/31 unter der Leitung von Hans Wittwer (1894–1952) erbaute und von den Werkstätten der BURG ausgestattete Restaurant war ein Glanzpunkt moderner Architektur. In einer medial unterstützten Rauminszenierung entsteht mit originalen Objekten, Nachbauten und Dokumenten ein Eindruck des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes von „schwebender Leichtigkeit“ (Siegfried Giedeon). Das von der Stadt Halle initiierte Gesamtprojekt eines mitteldeutschen Großflughafens wird in dieser Form erstmals anhand historischen Quellenmaterials und von Fotografien vorgestellt.

Für die Gegenwart der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wie die BURG seit 2010 heißt, steht die von BURG-Professor Axel Müller-Schöll gestaltete Inszenierung eines Projektes für das BMW-Werk Leipzig, das zwischen 2003 und 2012 von Entwürfen für Arbeitsbekleidung bis zur Farbgestaltung einer 60.000 m2 großen Produktionshalle reicht. Im abschließenden Kabinett der Ausstellung informieren ein Film und Publikationen über die Kunsthochschule in der Gegenwart.

Die Ausstellung „Moderne in der Werkstatt“, kuratiert von Cornelia Wieg, wurde vom  Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) in Kooperation mit der BURG und der SYN Stiftung konzipiert und realisisiert. Im Rahmen der Ausstellung werden der SYN-Award 2015 und der Fraunhofer Materialpreis an Alessa Brossmer verliehen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 15. November 2015 um 15 Uhr eröffnet.

Öffentliche Führungen finden jeweils Samstags um 15 Uhr statt.
Kuratorenführungen mit Cornelia Wieg jeweils um 16.30 Uhr an folgenden Tagen:

  • Donnerstag, 3.12.2015
  • Donnerstag, 17.12.2015
  • Donnerstag, 21.1.2016
  • Sonntag, 14.2.2016

Rahmenprogramm

Dienstag, 24.11.2015, 18 Uhr
Vortrag
Studieren an der Burg zwischen Weltwirtschaftskrise und „Judenboykott“.
Die Briefe von Trude Jalowetz-Guermonprez (1910–1976) an ihre Eltern
Dr. Albrecht Pohlmann, Restaurator, Kunstmuseum Moritzburg (Halle)

Donnerstag, 26.11.2015, 11–19 Uhr
Symposium: „1915! Eine Kunstgewerbeschule als Gegenwelt?“
Von Halle in die Welt: Ideen, Impulse, Modelle

Während die Ausstellung die Geschichte der BURG vorstellt, hebt das begleitende Symposium „1915! Eine Kunstgewerbeschule als Gegenwelt?“ die Ideen, Impulse und Modelle, die von Halle in die Welt hinausgingen, hervor. Referenten stellen die Leitideen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, des Bauhauses, des Black Mountain College, der Hochschule für Gestaltung Ulm und des Instituto Superior de Arte vor. Das Ziel ist es, sowohl die Visionen als auch die Realitäten der Kunstschulen zu verdeutlichen und miteinander zu vergleichen, um mögliche Aussagen über ihre Aktualität und Relevanz zu formulieren.

Donnerstag, 3.12.2015, 12 Uhr
KunstGenuss
Das Flughafenrestaurant Halle/Leipzig
mit Sigrid Reiche, Kunstvermittlung

Donnerstag, 10.12.2015, 16.30 Uhr
Making off! BURG 100
Das junge Forum im Kunstmuseum Moritzburg: Führungen, Gespräche, Faltaktion und Musik von und mit jungen Menschen

Sonntag, 20.12.2015, 15 Uhr
Buchpräsentation
„Professoren und Professorinnen der BURG aus Kunst und Design antizipieren, antworten, bauen, beglücken …“: vorgestellt wird der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 16.4.–7.6.2015 im Volkspark gezeigt wurde

Donnerstag, 7.1.2016, 12.30 Uhr
KunstGenuss
Anny Schröder: Tabakschränkchen, 1920
mit Cornelia Wieg

Montag, 8.2.2016, 18 Uhr
Podium zum Thema SYN Award „Neue Modelle der Zusammenarbeit“

Sonntag, 14.2.2016, 16.30 Uhr
Finissage
Zum Abschluss der Ausstellung werden in einer gemeinsamen Finissage des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), der Stiftung Bauhaus Dessau und der BURG in Anlehnung an das gemeinsame Künstlerfest 1925 das Jubiläumsjahr 2015 BURG 100 beendet und der Auftakt zu 90 Jahre Bauhaus Dessau gefeiert. Ausführliche Informationen werden unter www.kunstmuseum-moritzburg.de veröffentlicht.

16.11. – 14.2.2016
Moderne in der Werkstatt
100 Jahre Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Stiftung Moritzburg Halle (Saale)
Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Telefon +49 (0)345 212 59-0
Fax +49 (0)345 20 29 990
www.kunstmuseum-moritzburg.de

Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag, Donnerstag–Sonntag und Feiertage: 10–18 Uhr
(Mittwoch geschlossen)
Am 24.12. und 31.12. ist das Museum geschlossen.