Werkleitz Festival: Angst hat große Augen

in Kooperation mit KUNSTrePUBLIK, Projekte: April – Oktober 2010, in Halle (Saale) und Umgebung // Festival: 12. – 17. Oktober 2010, Thalia Theater, Halle (Saale)

 

Das 20. Jahrhundert gilt als das „Jahrhundert der Angst“. Die scheinbar ununterbrochene Abfolge von radikalen Umbrüchen und Katastrophen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts machten der Menschheit ihr autodestruktives Potential deutlich. So blieb in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts das Gefühl einer beständigen Bedrohung zurück: Kriegsangst, Angst vor ökonomischen Krisen, Angst vor Umweltzerstörung, Angst vor neuen Technologien, Angst vor Terrorismus, Angst vor grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen. Auch das 21. Jahrhundert begann mit einer Abfolge von kollektiven Angstszenarien.

Angst scheint ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens zu sein. Braucht es die Angst? Ist sie nicht sogar der Kitt unserer Gesellschaft? Um Angst kommunizieren, bekämpfen oder auch steuern zu können, muss sie – bzw. das, wovor wir Angst haben – in Zeichen, Worte, Bilder übersetzt werden. Das Festival zeigt, wie individuelle oder kollektive Reaktionen auf Angst künstlerisch verarbeitet werden.

Die Schwerpunkte des Festivals sind das Filmprogramm Angst in der schwarzen Schachtel sowie Kunst im öffentlichen Raum Angst in Form.

Angst in Form
Juli bis Oktober 2010, in Halle (Saale) und Umgebung

Angst in Form stellt neun exklusiv für das Festival entwickelte Arbeiten vor, die sich mit der gegenwärtigen Bedeutung von Angst beschäftigen. Die eingeladenen nationalen sowie internationlen Künstler und Künstlergruppen reflektieren in ihren ortspezifischen Arbeiten verschiedene Vorstellungen von Angst und bringen diese in Form.

Angst in Form ist kuratiert von KUNSTrePUBLIK.

Angst in der schwarzen Schachtel
12. – 17.10.2010, Lux Puschkino, Kardinal-Albrecht-Str. 6, Halle (S.)

Das Filmprogramm zeigt 50 internationale Filme aller Gattungen von unabhängigen Filmemachern und Künstlern. Das Programm beschreibt einen Bogen von makrosoziologischen Ängsten (Politik, Ökonomie, Krieg) bis hin zu mikrosoziologischen Ängsten (Familie, Gelder, Körper, Psyche, Krankheit, Tod), mit dem Ziel, die Verwobenheit von gesellschaftlicher und individueller Angst zu untersuchen.

Das Filmprogramm ist kuratiert von Marcel Schwierin (Gastkuratoren sind Karin Fritzsche und Brent Klinkum)

Forum Werkleitz Festival 2010 Angst hat große Augen
1. – 8.10.2010, Galerie dieschönestadt, Am Steintor 19, Halle (Saale)

Bereits im Vorfeld des Festivals werden in Kooperation mit dieschönestadt, Studenten der Muthesius Kunsthochschule Kiel Arbeiten zum Thema Angst ausstellen. Texte zur Angst werden gelesen von der Sprechbühne des Instituts für Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zudem gibt es eine Präsentation des "illustrierten Lexikons der Angst", welches ein Gemeinschaftsprojekt der Grafik- und Illustrationsklassen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und der UDK Berlin ist.

Angst Hören
15.10.2010, 19:00 Uhr, Thalia Theater (Großer Saal), Kardinal-Albrecht-Str. 6, Halle (Saale)

Im Rahmen des Werkleitz Festivals spielt das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter der musikalischen Leitung von Phillip Barczewski „Psycho“ Suite von Bernard Herrmann (einzelne Sätze) sowie „Fahrenheit 451“ von Bernard Herrmann (einzelne Sätze).

Hans Rotman (Leiter Impuls Festival) wird dabei erklären, wie musikalisch Angst ausgelöst wird.

Im Rahmen des Werkleitz Festivals wird der Klub Drushba unter dem Namen Angst Klub Programm machen.

Weitere Informationen finden Sie im Programmheft und auf unserer Website zum Festival www.angsthatgrosseaugen.de

Zum Festival erscheint ein Katalog.

Die Werkleitz Gesellschaft e.V. wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Werkleitz Festival

www.angsthatgrosseaugen.de