Studienanfänger

...aber auch für ältere Hasen - ein paar Tipps

Studieren braucht Zeit! 

Einmal im Monat 1 Tag in der Bibliothek verschwinden und alle Zeitschriften durchblättern, lesen und genauestens anschauen!
Alternativ : Jeden Sonntag Nachmittag in der Internationalen Presse am HBF Frankfurt verschwinden!

Studieren kostet Geld!
Lasst euch Abos schenken, eure Anverwandten sind zu Weihnachten für jeden Tipp dankbar: AIT, MD, Frame, DBZ, Detail, Designreport, Schöner Wohnen, Das Bad, Domus, Abitare, Form, Interni...
Alternativ: s.o.

Für´s Studieren braucht man Platz!
Standard Kataloge bestellen – das sind für Berufsanfänger kostenlose Lexikas: Häfele, Hettich, Huwil - Forbo, Vorwerk, Fitkau - Egger, Abet, Schlucht ...
Alternativ: Visitenkarten basteln, zur Interzum Köln und ZOB (porta westfalica) und dann schicken lassen.

Studieren heißt wenig Ferien!
In den Semesterferien immer ein Praktikum, egal wo, aber min. 6 Wochen.
Erstens merkt man da, was „draußen“ gefordert ist und was man an der Burg hat. Und Praktikas sind später beim Einstig ins Berufsleben ungemein hilfreich, weil man Erfahrung mitbringt, Kontakte knüpft oder gleich übernommen wird.
Alternativen: keine

Studieren heißt machen!
Wissen kann man in unseren Berufen nicht erlernen sondern nur erfahren. D.h. man muss alles selber machen.
Auch die Fehler!

Studieren heißt sich übernehmen!
Bei jedem erdenklichen Wettbewerb mitmachen! Erstens hat man sowieso 1000 Ideen, die man nur umsetzen muss, wofür aber an der Burg keine Zeit ist, und zweitens, gibt es unter den Wettbewerbseinsendungen immer so wenig Gutes.

Studieren heißt sich ausprobieren!
Wer nicht wenigstens einmal im Studium am liebsten mit einer Tüte über dem Kopf rumgelaufen wäre, hat was versäumt. Wer den gesellschaftlich akzeptierten Freiraum von 5 Jahren nicht nutzt sich auzuprobieren, hat etwas falsch verstanden. Blamier dich!

Studieren heißt uns ausprobieren!
Wir sind 4 Profs  mit 4 verschiedenen Lehrgebieten  und 4 verschiedenen Herangehensweisen. Ihr habt min. 4 Entwurfssem. bis zum Bachelorabschluss. Macht wenigstens 3 aus 4. Und belegt auch mal ein Entwurfsprojekt in einem anderen Fachgebiet. Die Vielfalt ist eine der Alleinstellungsmerkmale unserer Hochschule.

Studieren heißt aussaugen!
Die Lehrenden sind schon relativ blutleer. Am meisten lernt man von den Kommilitonen. Aber nur dann, wenn man mit Ihnen zusammen studiert.
Zieht an die Burg! Besetzt die Seminarräume! Küchen und Bäder gibt es genug!

Etwas Banales
Eine seriöse E-Mail-Adresse. Ihr werdet schneller, als ihr zu hoffen wagt, mit Unternehmen in Kontakt kommen. Und wer dann schnuckiputzi@web.de heißt, kriegt manchmal ein Problem. Ähnlich beliebt ist ST0815@burg-halle.de. Sie machen es uns damit nicht leichter. Also Bitte: vorname.nachname@burg-halle.de

Lasst Euch Zeit!
G8, BA/MA, Pisa, Bologna  –  seit einiger Zeit scheint alles auf Turbo gestellt. Lasst euch vom gesellschaftlichen Zeitgeist nicht in die Irre führen.
Nehmt euch Zeit! Keiner jagt euch hier vom Hof!
Macht Praktikas, Auslandssemester, Weltreisen... und den BA frühestens, wenn ihr euch reif dafür findet.
Bedenkt auch: Nach der Überreichung der BA-Urkunde seid ihr sofort sozialversicherungspflichtig und der Bachelor ist auch ein „berufsqualifizierender Abschluss". Einem Büro, bei dem ihr dann vielleicht noch mal Praktikum machen wollt, macht ihr es damit nicht leichter.

Und vergesst als allererstes die Noten!
1. Wir werden die hoffentlich irgendwann wieder abschaffen können.
2. Es geht um Bildung nicht um Ausbildung.
3. Ihr seid nicht mehr an der Schule und wir sind nicht unfehlbar.