Michaela Schweiger auf der Videonale in Bonn

Am kommenden Donnerstag, dem 14. April 2011, wird im Kunstmuseum Bonn die dreizehnte Ausgabe des Festivals für zeitgenössische Videokunst, die Videonale eröffnet.

 

Michaela Schweiger auf der Videonale in Bonn vom 15. April bis 29. Mai 2011

Am kommenden Donnerstag, dem 14. April 2011, wird im Kunstmuseum Bonn die dreizehnte Ausgabe des Festivals für zeitgenössische Videokunst, die Videonale eröffnet. Das Festival  wird am Freitag, den 15. April und Samstag, den 16. April von einem umfangreichen Programm begleitet.

Die Jury dieses weltweit renommierten Videokunstfestivals hatte für die Ausstellung 1.761 Arbeiten von Künstlern aus 76 Ländern zu sichten. Eine der eingeladenen Künstlerinnen ist Michaela Schweiger, die als Professorin für Kunst und Medien an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule lehrt. Michaela Schweiger, 1966 in Heidenheim an der Brenz geboren, hat Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und an der Universität der Künste, Berlin sowie Audiovisuelle Medien an der Kunsthochschule für Medien Köln studiert. Sie lehrt seit 2005 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
 
In ihrem Video „Begleiter“ thematisiert Michaela Schweiger die Utopien der Nachkriegsmoderne und ihre Auflösung durch gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Am Beispiel von Le Corbusiers 1958 in Berlin gebauter Unité d’Habitation schildert sie gesellschaftliche Prozesse, die sich anhand modellhafter Wohnarchitektur gut verfolgen lassen. Architektur ist eben nicht nur die gebaute Hülle, sondern auch das Leben, das sich in ihr abspielt. Die um kulissenartige Einbauten kreisende Kamera zeigt ein klischeehaftes Setting. Begleitet von einer Stimme aus dem Off, schwebt sie durch Räume und Zeiten. Dabei kommen gelegentlich in den Aufbauten Helfer ins Blickfeld, die dokumentarisch anmutende Einblicke in die Produktion der Bilder ermöglichen, aber im Gegensatz zur Künstlichkeit der inszenierten Szenen stehen. Diese ausschnitthaften Spielsequenzen, die auf Interviews basieren, zeichnen in Erinnerungen und Selbsteinschätzungen die Frauenrollen unterschiedlicher Generationen nach. In einer zentralen Szene werden wir Zeuge eines heftigen Gespräches zwischen zwei Männern und einer Frau über Produktionsabsprachen; klischeehaft und unsachlich wird die Frau abgebügelt. Die Frauen entziehen sich mit kleinen und größeren Gesten, die augenzwinkernd direkt an den Betrachter gerichtet sind, immer wieder diesen Rollenzuweisungen.

15. 4. – 29. 5.2011
Videonale.13
Festival For Contemporary Video Art

Kunstmuseum Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn
di – so 11 – 18 Uhr
mi 11 – 21 Uhr
www.kunstmuseum-bonn.de
v13.videonale.org
 
Hochschul-Pressestelle / 11. April 2011

Programm der Videonale

www.videonale.org