Langzeitgebühren

Fragen und Antworten

Höhe der Gebühren

Die Gebühr beträgt 500 € für jedes Semester. Bei gleichzeitiger Immatrikulation in zwei oder mehreren Studiengängen ist die Gebühr nur für einen Studiengang zu entrichten.

Was geschieht mit den Gebühren?

Die Einnahmen aus den Gebühren stehen der Hochschule in der Gesamtheit zur Erfüllung ihrer Aufgaben zur Verfügung, d.h. es erfolgen keine Abführungen an Stellen außerhalb der Hochschule.

Wer ist zur Zahlung verpflichtet?

Studierende, die die Regelstudienzeit eines Studienganges, der zu einem ersten berufqualifizierenden Abschluss führt (sog. grundständiges Studium) oder eines weiterführenden Studienganges um mehr als vier Semester überschreiten.

Wann wird die Gebühr fällig und was passiert, wenn die Gebühr nicht bezahlt wird?

Die Gebühr wird mit der Bekanntgabe des Gebührenbescheides an die betreffende Person fällig. Eine Nichtentrichtung der Gebühr führt nach § 30 Abs. 1 Nr. 3 HSG LSA zur Exmatrikulation.

 

Welche Regelstudienzeit (RSZ) ist maßgebend?

Die Regelstudienzeit eines grundständigen Studiums bestimmt sich nach der jeweiligen Prüfungsordnung des gegenwärtig gewählten Studienganges. Bei konsekutiven Studiengängen, die zu einem Mastergrad führen, ist die Gesamtregelstudienzeit maßgebend. Bei gleichzeitiger Immatrikulation in zwei oder mehreren Studiengängen (sog. Doppel- oder Parallelstudium) wird der Studiengang mit der längsten RSZ zugrunde gelegt.

Was wird auf die gebührenfreie Studienzeit angerechnet?

Es werden alle Studienzeiten an deutschen Hochschulen im Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes und der Hochschulgesetze der Länder angerechnet (Zähl- oder Hochschulsemester). Nicht berücksichtigt wird ein einmaliger Wechsel des Studienganges bis zum Abschluss des zweiten Semesters. Ferner werden Beurlaubungssemester nicht angerechnet.

Welche Hochschulen fallen nicht unter den Geltungsbereich des Hochschulrahmengesetzes?

Hochschulen sind Einrichtungen des Bildungswesens, denen das Hochschulrahmengesetz und das Hochschulrecht der Länder diese Stellung einräumt. Dazu zählen Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Kunsthochschulen, Wissenschaftliche Hochschulen und Fachhochschulen. Keine Hochschulen sind in der Regel Berufsakademien, Hochschulen der ehemaligen DDR, private nichtstaatliche Hochschulen.

Werden Studienzeiten im Ausland angerechnet?

Studienzeiten im Ausland, die vor einer Studienaufnahme in Deutschland zurückgelegt wurden, werden grundsätzlich nicht angerechnet. Studierende, die während ihres Studiums an der „Burg“ an ausländischen Hochschulen ein oder mehrere Semester absolvieren, sollten sich jedoch an der „Burg“ beurlauben lassen (ohne Beurlaubung werden solche Semester in der Regel auf die gebührenfreie Studienzeit in vollem Umfang angerechnet!).

Ist bei einem postgradualem Studium im Sinne von § 9 Abs. 4 HSG LSA die Studienzeit aus dem Erststudium zu berücksichtigen?

Der Zuschlag von vier Semestern wird unabhängig von der Dauer eines vorangegangenem grundständigen Studiums gewährt, insbes. ist keine Verrechnung mit Regelstudienzeitüberschreitungen des Erststudiums vorgesehen.

Was sind postgraduale Studiengänge im Sinne von § 9 Abs. 4 HSG LSA?

Die Anerkennung von gebührenfreien Studienzeiten postgradualer Studiengänge erfolgt nur nach Maßgabe der Studien- und Prüfungsordnung. Sie sollen höchstens zwei Jahre dauern. Nicht als postgraduales Studium im Sinne von § 9 Abs. 4 HSG LSA gelten in aller Regel ein weiteres grundständiges Studium (sog. Zweitstudium).

Wann ist die Gebühr nicht zu zahlen?

Die Gebührenpflicht besteht nicht für Zeiten einer Beurlaubung und bei Bezug von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz.

Gibt es andere Gründe, welche die Gebührenpflicht entfallen lassen?

a) Die Pflege und Erziehung von Kindern, max. jedoch bis zum Erreichen der doppelten Regelstudienzeit.

Welche Kinder werden berücksichtigt?
Das Hochschulgesetz knüpft dazu an das BAföG an. Elternzeiten können danach berücksichtigt werden für eigene Kinder, Pflegekinder, in den Haushalt aufgenommene Kinder des Ehegatten (Stiefkinder) und in den Haushalt aufgenommene Enkel.

Welchem Elternteil steht die Verlängerung der gebührenfreien Studienzeit zu?
Die Verlängerung steht grundsätzlich beiden Elternteilen zu. Voraussetzung ist jedoch, dass sie mit dem Kind in häuslicher Gemeinschaft leben.

b) Die aktive Mitarbeit in Hochschulgremien, soweit diese nach der Prüfungsordnung nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden.

Welche Hochschulgremien werden berücksichtigt, was ist 'aktive Mitarbeit' und wie ist sie nachzuweisen?
Es werden die im Hochschulgesetz benannten Kollegialorgane (z.B. Senat, Fachbereichsrat) und die Gremien der studentischen Selbstverwaltung (StuRra) berücksichtigt. Bei einer Mitgliedschaft in einem Gremium von mind. einem Jahr wird 1 Semester, bei einer Mitgliedschaft von mind. zwei Jahren werden 2 Semester gutgeschrieben. Der Nachweis ist in geeigneter Weise zu führen, z.B. durch eine Bescheinigung der Gremienleitung.

Gibt es Gründe, bei denen die Gebühr erlassen oder ermäßigt werden kann?

Bei Vorliegen einer unbilligen Härte kann die Gebühr teilweise oder ganz erlassen werden. In Fällen einer unbilligen Härte kann eine Ratenzahlung bewilligt werden.

Eine unbillige Härte kann vorliegen bei:

  • studienzeitverlängernden Auswirkungen einer Behinderung oder schweren Erkrankung,
  • oder wenn die Gebührenerhebung aufgrund einer besonderen Prüfung des Einzelfalles eine unzumutbare Härte darstellen würde.

Wie lässt sich zu einer Behinderung/Erkrankung eine "Studienzeitverlängerung" nachweisen?

Zunächst muss die Behinderung etc. allein oder weit überwiegend ursächlich sein, d.h. andere Gründe (z.B. Studiengangwechsel, Wiederholungsprüfungen etc.) dürfen nicht zur Verlängerung des Studiums geführt haben.

Die Verzögerung des Studiums muss sich daher über einen erheblichen Zeitraum erstrecken. Ärztliche Gutachten müssen die genaue zeitliche Dauer der Behinderung etc. belegen und nachvollziehbar bestätigen, weshalb und in welchem Umfang keine oder nur eine eingeschränkte Studierfähigkeit gegeben war.

Wichtig ist dabei, dass ein Arzt ein konkretes Maß der Einschränkung der Studierfähigkeit bestimmt. Pauschale Aussagen lassen es dagegen nicht zu, eine konkrete Verlängerung des Studiums aus einer Behinderung etc. zu ermitteln.

Wann ist eine wirtschaftliche Notlage anzunehmen?

Für Studierende, die einen eigenen (elternunabhängigen) Hausstand haben und beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichert sind, kann der Förderungshöchstsatz nach dem BAföG von derzeit 670 € als Grenzwert angesehen werden. Für Studierende, die noch bei den Eltern wohnen und/oder nicht beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versichert sind, bzw. die bei elternunabhängigem Haushalt die Krankenkassenbeiträge nicht selbst zahlen, finden die entsprechenden geminderten Sätze nach dem BAföG (derzeit 495 €/ 422 €/ 597 €) Anwendung. Stehen nur Mittel zur Verfügung, die diese Werte nicht überschreiten, kann eine wirtschaftliche Notlage – sofern kein Vermögen vorhanden ist – angenommen werden.

Für Bedarfsgemeinschaften (Studierende mit Kindern und/oder Ehegatten) gelten bislang keine festen Einkommensgrenzen. Hier ist die wirtschaftliche Notlage nach den konkreten Verhältnissen im Einzelfall zu bestimmen.

 

 

Ansprechpartner

Elena Pastjan
Dezernat studentische und akademische Angelegenheiten
Campus Design, Neuwerk 7, Kutscherhaus, 06108 Halle