Kollaboration: eine ethische Grundhaltung
– zwischen Zusammenarbeit und Widerstand

Workshop mit Mariella Greil im Zusammenhang mit der Lehrveranstaltung "Kollaborationen" (Prof. Stella Geppert und Magdalena Rude) / Klasse Stella Geppert / Do, 22.11, 9 – 13 h und 16 – 17.30 h (Vortrag) und Fr, 23.11.2018, 9 – 15 Uhr / Lehrveranstaltungsort: Hermes, 2.OG / Anmeldung bis 15.11. bei Carina Steinhäuser (cstein[at]burg-halle.de)

Photo © Nikolaus Gansterer / Choreo-graphic Figures /
performance: Mariella Greil

Lehrinhalt

Im Kontext gegenwärtiger soziopolitischer und ökonomischer Entwicklungen birgt künstlerisches Arbeiten im Sinne einer kollaborativen Praxis spezifische Herausforderungen, Potentiale und Schwierigkeiten. Es stellt sich die Frage, inwiefern Modi des gemeinsamen Arbeitens heute widerständige Praktiken darstellen, die das neoliberale Modell der Ich-AG und des selbstbezogenen Karrieredenkens bzw. der egotistischen Künstlerpersönlichkeit unterlaufen können – auch indem sie kollektive Ressourcennutzung und künstlerische Forschung ermöglichen.

Wurden die künstlerischen Kollektive der 60er und 70er Jahre noch durch große gesellschaftspolitische Utopien zusammengehalten, so finden künstlerische Kollaborationen heute meist in fragilen, temporären Projekten und in flexiblen Konstellationen statt, die sich nicht über die Projektion einer bestimmten Zukunft definieren und meist keine »kollektive« politische Intention repräsentieren. Spannend sind vor allem Projekte, in denen die Heterogenität der Involvierten nicht verleugnet oder ignoriert, sondern als Chance begriffen wird: unkonventionelle Begegnungen und der Entwurf neuer Arbeits- und Präsentationsformen werden ermöglicht.

Im Workshop gehen wir der Frage nach, welche (politischen) Potenziale das künstlerische Arbeiten in Gruppen ohne fixe Rollenzuschreibungen und ohne die Unterordnung des Einzelnen unter eine gemeinsame Identität birgt.

Mariella Greil arbeitet im Feld von Tanz, Choreografie und künstlerischer Forschung. 2014-17 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Als Key researcher im Forschungsprojekt Choreographic Figures: Deviations from the Line untersuchte sie jene Formen des thinking-in-action, die der kollaborative Austausch generiert. Sie ist aktiv in der KünstlerInnen-Initiative "Sweet and Tender Collaborations" und hat gemeinsam mit Martina Ruhsam (Uni Giessen) eine Vortragsreihe zum Thema Kollaboration in England gehalten. Ihre Kollaborationen sind oftmals an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt.

Veranstaltungsart und –methodik

Künstlerischer Gruppenunterricht

Verwendbarkeit des Faches

Künstlerische Praxis / verwendbar für Kunstpädagogik Veranstaltung im Bereich fachspezifische Grundlagen, weiterhin verwendbar für Module Lehramt Kunst: freies Atelier und als Teilmodule für Module Lehramt Kunst: kleines Atelier 1 und 2 / Atelier 1 und 2 und Atelier 3 (Objektkunst/Installation, Medien oder Performance, inklusive Prüfungsmodul / Präsentation).

Zugangsvoraussetzung

Für Studierende der Kunst (Lehramt) und Kunstpädagogik und Gäste, keine Vorerfahrungen notwendig.

Umfang in SWS

1 SWS

Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots

Do, 22.11, 9 – 13 h und 16 – 17.30 h (Vortrag) und Fr, 23.11.2018,  9 – 15 Uhr / Lehrveranstaltungsort: Hermes, 2.OG / Anmeldung bis 15.11. bei Carina Steinhäuser (cstein[at]burg-halle.de)

 

 


Lehrende(r)

Studienjahr

ab 1. Studienjahr

Abschluss

Diplom und Lehramt

Lehrende(r)

Studienjahr

ab 1. Studienjahr

Abschluss

Diplom und Lehramt