Prof. Stella Geppert

Experimentelle Bildhauerei / Körper- und Raumkonzepte

Lehrprofil

Bildhauerische Kunstformen, die die Präsenz des Betrachters bereits in der Entstehung des Werkes mit einbeziehen, beinhalten eine kunstvermittlerische Geste, die je nach Fokussierung künstlerisch als auch kunstvermittlerisch beleuchtet und ausgebildet werden kann.
Wichtig ist mir eine transparente Vermittlung der Lehrkonzepte, damit bei den Studierenden ein hoher Grad an Bewusstwerdung im strukturellen Denken entwickelt wird, der wiederum für eine zeitgemäße kunstvermittlerische Tätigkeit nutzbar gemacht werden kann.
Der Transfer zwischen künstlerischem, bildhauerischem Arbeiten und den spezifischen Erkenntnis- und Lernprozessen wird nicht nur als persönliche Erfahrung bewusst gemacht, sondern auch hinsichtlich der Übersetzungsmöglichkeiten für eine lehrende, vermittelnde Praxis hinterfragt.

Lehrveranstaltungen

„Körper-Raumkonzepte“ umfasst das Arbeiten mit Körper, Raum und deren Atmosphären in verschiedenen gesellschaftlichen Zusammenhängen. Fokussiert werden hier u.a. auch kommunikative und soziale Prozesse, die Raum bildend und prägend sind. Körper-/Raumphänomene in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten werden von Realort stiftenden bis hin zu inszenatorischen Aspekten untersucht. Differenzen von räumlicher Wahrnehmung in allen Erscheinungsformen, Situationen und Beziehungen werden beleuchtet, Interventionen im öffentlichen Raum in Form von temporären, ephemeren Skulpturen, Installationen und performativen Interventionen werden realisiert.

„Experimentelle Bildhauerei“ behandelt Grundfragestellungen des bildnerisch räumlichen Arbeitens in der experimentellen Anwendung tradierter Techniken/Materialien und der Erfindung zeitgemäßer Ausdruckformen. Die Entwicklung einer fundierten bildhauerischen Formensprache, die damit einhergehenden Materialuntersuchungen und Formfindungsexperimente werden während des Hauptstudiums im freien Anwenden gelernt. Das forschende, auf eigene Interessen aufbauende, experimentelle Arbeiten wird erprobt. Ein performatives, den künstlerischen Prozess beleuchtendes, feldforscherisches Vorgehen bildet die methodische Grundlage der Lehre.

Formate

Arbeitsbesprechungen
Regelmäßige Arbeitsbesprechungen sind Kernzellen eines künstlerischen Studiums. Fragen künstlerischer Neigungen werden gemeinsam in Kleingruppen am jeweiligen Arbeitsplatz und im Klassenverband erarbeitet. Wesenszüge eines künstlerischen Prozesses – wie sinnliches, den individuellen Neigungen entsprechendes eigenständiges Denken und Handeln – sollte anhand von Arbeiten und Arbeitsprozessen, die vor Ort entstanden sind, vorgestellt und diskutiert werden.

Klassenplenum

Im Klassenplenum werden Werkgruppen einer künstlerischen Position präsentiert und besprochen (Arbeitsbesprechungen), Interessensschwerpunkte der Klasse zu aktuellen Themen der Kunst und Kunstvermittlung diskutiert, künstlerische Projekte im Klassenverband entwickelt. Hierbei steht der kritische Umgang mit Vortrags-, Gesprächs- und Präsentationssettings zur Förderung einer lebendigen Diskussionskultur im Klassenverband im Vordergrund. Durch das eigenverantwortliche Durchführen eines Plenums werden künstlerische Denk-, Handlungs- und Vermittlungsprozesse vergleichend betrachtet und erprobt.

Intensivblockveranstaltungen/Labor für individuelles und gemeinschaftliches künstlerisches Arbeiten
Ein Gerätepool/Werkstattraum dient innerhalb von Intensivblockveranstaltungen als Labor für individuelles und gemeinschaftliches Arbeiten. Hier werden Praxis und Recherche basierende künstlerische Strategien für ein interessengelenktes Erforschen von Materialien und Techniken vermittelt. Sie stellen eine wichtige Grundlage für ein künstlerisches Studium dar.

Freie Projektarbeit – multifunktionaler Raum/Professorenatelier

Als Bedingung zur Befähigung einer den kreativen Prozess begleitenden künstlerischen Praxis können Vermittlungsmethoden aus der Analyse der eigenen künstlerischen Arbeit und den Erfahrungen mit kollektiven künstlerischen Prozessen abgeleitet werden. Das Bewusstwerden der künstlerischen Arbeitsweise, das Verfolgen von Erfahrungs- und Erkenntnisprozessen wird in Form von Kommunikations- und begleitender Textarbeit innerhalb von Kolloquien erprobt und mündet in freier Projektarbeit.

Wochenexkursionen im Klassenverband

Innerhalb einer Wochenexkursion gehen die Studierenden der gesamten Klasse „in Klausur“. Sie erleben und durchlaufen künstlerische Arbeitsprozesse nebeneinander oder gemeinsam. Jeweils zu Beginn oder Endes eines Semesters dient diese Woche zum intensiven Einstieg in die künstlerische Arbeit und soll Studierenden die Möglichkeit bieten unabhängig von einem strengen Zeitplan intensiv künstlerisch arbeiten zu können.

Publikationen

  • When Destruction Becomes New Form, Hamburg 2011
  • Unabhängig von der Lage, Cuxhavener Kunstverein, Hamburg 2010
  • Bist du da?, Plakatfolder, Künstlerhaus Bremen, Bremen 2007
  • Das Rätsel bleibt in seiner Verschiebung am selben Ort, ein Projekt zu Unmerklichem von Stella Geppert, West Germany, Berlin 2006
  • Ach so. Stella Geppert / Objekte / Installationen / Interventionen, Frankfurt am Main 2006

Bibliografie (Auswahl)

  • Regine Rapp, Abstellen, Aufstellen, Ausstellen. Über das Provisorische und das Prozesshafte in der Kunst von Stella Geppert, in: „When Destruction Becomes New Form“, Textem – Verlag, 2011
  • Nora Sdun, Besen, Besen. Manöver zur Herstellung von reiner Unmittelbarkeit, in: „Unabhängig von der Lage“, Textem – Verlag, 2010
  • Gespräch zwischen Stefanie Böttcher und Stella Geppert, enter and change, in: „Unabhängig von der Lage“, Textem – Verlag, 2010
  • Stefanie Böttcher, Bist du da?, in: Plakatfolder, Künstlerhaus Bremen, 2007
  • Ingo Gerken, Fechten mit dem Raum, 2007
  • Peter Herbstreuth, Die Inszenierung des öffentlichen Raums / Performative Räume von Stella Geppert, in: Stella Geppert // ach so // Objekte / Installationen / Interventionen, Revolver – Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt am Main, 2006
  • Jule Reuter, Soziale Räume im Fokus bildhauerischer Feldforschung, in: Stella Geppert // ach so // Objekte / Installationen / Interventionen, Revolver – Archiv für aktuelle Kunst, Frankfurt am Main, 2006

Aufsätze

  • Maset, Pierangelo/ Reuter, Rebecca/ Steffel, Hagen (Hg.): Corporate Difference / Formate der Kunstvermittlung, Book on Demand, 2006
  • Kettel, Joachim/ Gesellschaft der Bildenden Künste (igbk)/ Landesakademie Schloss Rotenfels (Hg.): Künstlerische Bildung nach Pisa. Beiträge zum Internationalen Symposium »Mapping Blind Spaces – Neue Wege zwischen Kunst und Bildung«. Museum für Neue Kunst im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und Landesakademie Schloss Rotenfels 08. – 10.10.2003, Oberhausen 2004

Kunsterziehung / Kunstpädagogik

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Die künstlerische Arbeit von Stella Geppert

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