Prof. Una Moehrke

Malerei, Zeichnung, Performance – installatives Arbeiten im Raum- und Körperkontext

Statement zur Lehre

Nach der Orientierungsphase im Grundstudium / Atelier 1 und ihrem Schwerpunkt der handwerklichen Ausbildung und intellektuellen Positionierung geht es im Hauptstudium / Atelier 2 um die Entwicklung einer eigenen künstlerischen Haltung durch die Kunsterfahrung im Arbeitsprozess und am Studiumsende in der Examens- bzw. Diplomphase / Atelier 3 um die konkrete Ausformulierung und Präsentation der eigenen Kunst und ihre Kontextuierung und Rezeptionsbestimmung.

Ziel ist, eine Verständigungsleistung zwischen Kunst und Leben herzustellen, Selbstbildung im künstlerischen Experimentieren zu erfahren und die künstlerische Arbeit in theoretische und praktische Bezugsfelder für die Vermittlungsorientierung zu setzen.

Lehre und Lernen als Fragen in Studium, Leben und folgender Berufstätigkeit werden in der künstlerisch praktischen Tätigkeit thematisiert und in begleitender Reflexion und Kontextuierung begrifflich gefasst.
Weil es keine Rezeptur für Kunst und ihre Lehre gibt, wird parallel zu den verbindlichen Lehrangeboten ein hohes Maß an studentischer Eigenmotivation in der Atelierarbeit und der eigenen, kreativen Studienplanung vorausgesetzt, die individuell unterstützt und betreut wird. Im künstlerischen Verfahren und seiner Unwegsamkeit wird die Selbstbildung der Studierenden ohne konkrete Aufgabenstellung als Movens der sozialen Kompetenz verfolgt.

Lehrprofil

Meine Lehre umfasst schwerpunktmäßig die Medien Zeichnung, Drucktechnik, Malerei und Performance / Körperarbeit, die Werk bezogen angewendet werden können oder in Verschränkung miteinander als entgrenzte Kunstformen entwickelt werden. Installative Arbeiten mit Malerei, Zeichnung und Videokunst definieren die räumlichen Bezugssysteme und thematisieren den Ausstellungskontext. Konzeptionelle und performative Arbeiten in externen, interventiven Ausstellungszusammenhängen ergänzen diese Schwerpunkte. Experimentelle Methoden der künstlerischen Praxis werden mit performativen Aspekten wie Sound/Body/Space ergänzend untersucht. Kunstvermittlung wird sowohl als integrativer Bestandteil von Kunst diskutiert wie auch mit der Frage möglicher Transfermodalität von Kunst in gesellschaftliche Funktionsfelder verbunden und dabei grundsätzlich mit der Rezeptionsebene verschränkt.

Struktur der Lehre

Der gemeinsame, wöchentliche Ateliertag schafft Publizität und Präsenz der künstlerischen Praxis in einer kollektiven Arbeitsatmosphäre. Die wöchentlichen Klassenplenen stellen ein Forum für die Präsentation und Diskussion studentischer Arbeiten und Fragestellungen dar.

Ein Seminar pro Semester zu den basalen Medien (Zeichnung, Drucktechnik, Malerei, Performance) im Wechsel vertieft und spezialisiert die künstlerische Praxis im Hauptstudium und untersucht grenzüberschreitende Formate wie z.B. raumbezogene Zeichnung, installative Malerei und Performanz der Medien.

Gastvorträge und Workshops ergänzen aktuell und themenbezogen das Lehrangebot.

Einzelkonsultationen und Sprechstunden bieten eine persönliche Betreuung und einen intensiven und regelmäßigen Arbeitsdialog an.

Projekte und Ausstellungen verschränken die Arbeitsmodelle, schaffen dialogische Strukturen zu außeruniversitären Institutionen und machen Teamwork erfahrbar.

Exkursionen zu aktuellen Themen der Lehre informieren über Diskurse, Präsentations- und Rezeptionsformen oder leisten mit Atelierbesuchen Einblick in die Struktur freischaffender Künstlerinnen und Künstler.

Die Klasse als Denk- und Kunstraum

Arbeiten, Denken, Handeln sind nach Hannah Ahrendt die drei menschlichen Grundtätigkeiten und können als Klassenmotto verstanden werden. Die Kunst „als rückstoßfreie Waffe“ (Joseph Brodsky) erfindet die ästhetische Realität in der Präsenz immer wieder neu, überwindet das Denken in Gegensatzkonstruktionen und verortet sich parallel und widerständig zur gesellschaftlichen Realität. Die Entwicklung der Kunst wird von der inneren Logik ihres Materials und Themas provoziert und weniger von der Individualität ihrer Produzenten determiniert. Die Äußerungsformen der Kunst sind so alt wie notwendig, und jede neue ästhetische Erfahrung kann kritisch und ethisch auf soziale Organisationsformen rückwirken. Im Fokus der Reziprozität von Kunst und Realität ist ein mögliches Verfahren der kreativen Praxis zu entwerfen.

Publikationen/ Lehre in Auswahl

  • Herzmaß 1996 Katalog zum Projekt, Georgen Kirche, Halle
  • Suchfinder 1998 Katalog zum Projekt (Kunst im Stadtraum), Halle 1998
  • Ort und Geist 2000 Katalog zum Projekt, Halle 2002
  • Geometrie der Arbeit Katalog zum Projekt und Symposium, Leipzig und Halle 2008
  • Im Modus der Gabe Buch zum Projekt und Symposium, Kerber Verlag 2011

Das künstlerische Werk von Una H. Moehrke

Nach meinem Studium der Kunst- und Religionsgeschichte, der Philosophie und Malerei habe ich mit Außenraum-Performances begonnen, das Atelier zu verlassen und künstlerische Handlungsformen entwickelt, die vom Gestus der Malerei und Zeichnung ausgehend die Entgrenzung und einen komplexen Raumbezug suchten. Geprägt durch das Verhältnis von Präsenz performativer Arbeiten und deren Repräsentationsformen in Organisation und Dokumentation, begann ich, mit Video und Fotografie zu arbeiten. In der Folge dieser Erfahrung entstanden wieder abstakte, malerische Arbeiten, in denen ich mich mit dem Bildraum beschäftigte. Die BildRaumBewegung erforsche ich seitdem in Performance, Malerei und Zeichnung und verstehe sie als Fortführung und Erweiterung für die klassischen Formate und ihre Verschränkung durch physisch getragene Bildübersetzung. Mich interessiert, die Kunst aus dem repräsentativen Charakter der logischen Bezugssysteme von Wissenschaft, Ökonomie und Philosophie herauszulösen und sie in unvereinnahmbare, kreative Präsenz zu setzen. Die Kunst als Gabe und nicht als Ware zu untersuchen, ist mein Anliegen, das ich in meiner künstlerischen Arbeit sowie in meiner Lehre verfolge und in der Performanz der Medien suche.

Kunsterziehung / Kunstpädagogik

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