LIFE SCIENCES
Öffnungszeiten: Do-So, 13-19 Uhr
Kunstraum D21 Leipzig
Demmeringstraße 21, 04177 Leipzig
www.d21-leipzig.de
In „life sciences“, 2010 als Diplom an der halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein geschaffen, repräsentiert Wibke Rahn in einer aktuellen Neuformation für den D21 Kunstraum ihr subjektives Ordnungssystem von Leben und Körpern. Gleichzeitig stellt sie damit – vielleicht als letztgültiges Bild – ihr Scheitern aus, ein allgemeingültiges und vollständiges Ordnungssystem zu finden.
Life sciences: Der Titel der D21 LAB-Ausstellung und der gleichnamigen Rauminstallation bezieht sich auf den angelsächsischen Überbegriff jener Forschungsrichtungen, die sich mit der Vielzahl von Prozessen und Strukturen von und mit Lebenwesen beschäftigen. Dazu zählen die Disziplinen Medizin, Biochemie, Biophysik, Bioinformatik, Biodiversitätsforschung und Molekularbiologie bis hin zu Human- und Sozialwissenschaften. Besonders in der Pharmaindustrie oder bei den Disziplinen, die sich nicht als Biologie bezeichnen wollen oder können, ist die Verwendung dieses Begriff, neben Bio- oder Lebenswissenschaften, stark verbreitet. Dabei verschiebt sich der wissenschaftliche Anspruch des Benennens, Ordnens und Erklärens von der isolierten Betrachtung der Einzeldisziplinen auf das Leben als Ganzes. Diese Begriffsverschiebung bleibt nicht ohne Konsequenzen für unseren Umgang mit Leben und Körpern, als auch für die Organisation unseres Lebensraumes nach Maßgabe von Funktionalität und ihrer Optimierung.
Diesem Set an Fragen geht die Künstlerin, die vor ihrem Kunststudium bereits Medizin studierte, in ihrer Rauminstallation „life sciences“ als Labor, Museum und Wunderkammer einer fiktiven Wissenschaft nach. In immer wieder neuen Versuchsanordnungen und Objektaufreihungen untersucht Rahn die Ordnungssysteme dieser „life sciences“ und ihre Auswirkungen auf Dinge. Die Installation bleibt dabei ein sich stetig wandelndes, offenes System mit Depot und Leerstellen, in denen der Betrachter ihre Experimente weiterdenken kann. Die Sammlung selbst ist dabei als künstlerische Ausdrucksform verpflichtend. Sie sichert das Überdauern von Gegenständen, bewahrt die individuelle Sicht auf Gefundenes und wird von der Künstlerin um plastische Tatsachen erweitert: Fiktive, produzierte Sammlungsobjekte, die in diesen Kosmos passen könnten. Grenzen zwischen biologischen Fundstück und menschlichem Artefakt verschwimmen.





