Reicht es mittlerweile noch aus, dem Wohlstandsmenschen zum Verzehr weniger fetter oder zuckerhaltiger Lebensmittel zu raten, ihm die Zusammensetzung gesunder Nahrung anhand von Tabellen und Nährwertangaben zu erklären oder auf die Missstände von Fertigprodukten hinzuweisen? Durch die rücksichtslose Optimierung von Produktionsprozessen zum Zwecke materieller Bereicherung verstecken sich leider bereits in den als gesund angepriesenen Grundstoffen unserer Nahrung zahlreiche Mängel, denen man als Normalverbraucher nur schwer entgehen kann. Und wer besitzt schon ein ausreichend großes Stück Land und die notwendige Zeit, sich seine Grundnahrungsmittel selbst anzubauen? Wer kann sich Rinder, Schweine und Hühner halten, um stets unbelastete Milch, natürlich gewachsenes Fleisch oder frische, glücklich gelegte Eier essen zu können? Wer sieht sein Getreide, sein Gemüse und sein Obst ohne Kunstdünger und Pestizide heranreifen? Auf der anderen Seite wollen wir stets makellose Äpfel, knackigen Salat oder frisches Hackfleisch, ohne dafür mehr als den Weg zum Supermarkt zurücklegen zu müssen. Die Objekte der Begierde strahlen uns makellos aus dem Regal an und verraten nichts über ihre inneren, oft nicht ganz so perfekten Werte. Ist das der Preis dafür, dass der Zivilisationsmensch sich von der eigenen Hände Arbeit abgewandt hat und die Nahrungsherstellung einer Handvoll Großkonzernen überlässt? Was also essen wir heute unbewusst mit alltäglichen Lebensmitteln? Und wo könnte man beginnen, um dem Wahnsinn von Zusatzstoffen und falscher Verarbeitung zu entgehen- reicht es bereits aus, auf den schnell verzehrten Burger und den bunten Softdrink an der Autobahnraststätte zu verzichten? Vielleicht möchten auch Sie über Ihre täglichen Lebensmittel nachdenken, sie bewusster als einen lebensnotwendigen Teil wahrzunehmen und nach eigenem Ermessen gegen vorteilhaftere Waren austauschen - Ich wünsche einen guten Appetit! Cilly Buchheiser
Cilly Buchheiser: „Delikatessen - Unsere tägliche Mitgift“
Diplom von Cilly Buchheiser, Studienrichtung Bild/Raum/Objekt/Glas, bei Prof. Christine Triebsch, Juni 2011








