Einblick: Workshop "IKAT - Färben mit Naturfarbstoffen"

das Fachgebiet Malerei/textile Künste veranstaltet in Kooperation mit der Textilrestaurierung über 2 Semester einen Workshop zum Thema "IKAT - Färben mit Naturfarbstoffen"

Probewebung mit in Ikattechnik gefärbten Schußfäden, Foto: Katharina Stark

Das Wort „Ikat“ ist vom malaiischen bzw. indonesischen „mengikat“ abgeleitet, was so viel wie „binden, umwickeln“ bedeutet. Nicht nur in Indonesien, wo es ursprünglich als Zeremonialtuch verwendet wurde, auch in China, Iran, Indien, Afrika, Mexiko, Peru und Chile werden Ikat-Stoffe traditionell hergestellt.

Als Ikat wird eine traditionelle Reserve- und Webtechnik bezeichnet, bei welcher die Garne vor dem Verweben partiell und in verschiedenen Farben eingefärbt werden (Fadenbündelreserve). Erreicht wird die partielle Färbung durch das Abbinden von Zonen der Fadenbündel, die nicht gefärbt werden sollen, und durch das erneute Abbinden und Überfärben von bereits eingefärbten Bereichen.

Auf diese Weise können sowohl in die Webkette, als auch in die Schussgarne komplexe Muster eingebracht und als Kett-, Schuss- oder Doppel-Ikat ausgeführt werden. Die flirrenden Farbübergänge an den Abbindegrenzen sind die Besonderheit dieser Technik und machen ihren Reiz aus.

Von Wintersemester 2017 bis Ende Wintersemester 2018 veranstaltete das Fachgebiet Malerei/Textile Künste in Kooperation mit der Textilrestaurierung einen Workshop zum Thema „Ikat-Färben mit Naturfarbstoffen“.

In unterschiedliche Abschnitte einer Leinen-Webkette wurden individuelle Musterungen durch die Studierenden abgebunden und gefärbt. Mehrere der aufwändigen Prozeduren des Abbindens, Beizens und Färbens folgten aufeinander. Zuerst wurde die mit Abbindungen versehene Kette mit Indigo blau gefärbt, nach dem erneuten Abbinden mit Krappwurzel rosa und zum Schluss mit Annato-Saat orange überfärbt.

Anschließend wurde der Kett-Ikat von den Studierenden auf einem Schaftwebstuhl gewebt. Die unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Kettmusterung wurden erst im Gewebe deutlich sichtbar und überraschten durch ihre Ergebnisse.

Der Workshop blieb nicht ohne Folgen. Bisher wurden mehrere eigenständige Studienprojekte bis hin zum Doppel-Ikat realisiert. Dank der großen Unterstützung seitens der Mitarbeiter der Textilmanufaktur Isabell Schneider (Weberei) und Lisa Runkehl (Färberei) und der Abteilung Textilrestaurierung konnten viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und dokumentiert werden, die nun für zukünftige Vorhaben den Studierenden zur Verfügung stehen.