Frechener Keramikpreis 2012 für Simon Horn

Simon Horn ist Absolvent der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und einer der Preisträger des diesjährigen Frechener Keramikpreises.

 

Keramikpreis 2012 der Frechener Kulturstiftung

In der Eröffnungsfeier am Donnerstag, den 25. Oktober 2012 wurden die Preisträger
des Frechener Keramikpreises 2012 im KERAMION bekannt gegeben:
Somit freut sich die Frechener Kulturstiftung, an Yunmi Byun und Simon Horn jeweils
einen Preis in Höhe von 1.500 Euro vergeben zu können sowie an Kiho Kang und
Youkyung Sin jeweils einen in Höhe von 750 Euro.

Im Februar 2012 wählte die Vorjury aus den 67 Bewerbern die Teilnehmer
für den diesjährigen Wettbewerb aus. Als Vorjuroren agierten die Keramikerin
Doris Kaiser (Grefrath), der Kunsthistoriker Dr. Walter Lokau (Bremen) und die
Keramikspezialistin Renate Wunderle (München). Die Fachjury, der neben den
Vorjuroren die Keramiker Michael Cleff (Mülheim) und Martin Möhwald (Halle)
angehören, haben im September die Preisträger ermittelt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Januar 2013 zu sehen.

Frechener Kulturstiftung im KERAMION
Bonnstr. 12, 50226 Frechen, Tel.: 02234 - 69 76 9-0
Fax: 02234 - 69 76 9-20, info@keramion.de
www.frechener-kulturstiftung.de

 

Simon Horn

Simon Horns Montagen streben in Material-Schichtungen wie Türme aufwärts.
Die Vertikalität wird zu strengen Architektur-Kompositionen aus Horizontalen
verschiedensten Materials: Keramische Blöcke und Platten unterschiedlicher Stärke,
Farbigkeiten, oft mit abgenommenen Oberflächenstrukturen stapeln sich mit Holz-
oder Kunststofflagen, abgeschabten Profilhölzern oder sogar Metallstäben. Auf
sockelartige Unterbauten gesetzt und zueinander gestellt, fügen sich die kraftvollen
Turmgestalten zur modellartigen Skyline, zur kubisch-abstrahierten Figurengruppe,
ohne in diesem Anklang von Abbild ihre Autonomie und Konkretheit preiszugeben.
Kein Element der stets sichtbaren Konstruktion erscheint beliebig: Mit Liebe zum
Detail und handwerklicher Genauigkeit wird das Disparate bewundernswert sicher
zu einer kraftvoll schlüssigen, ja schönen Gesamtheit gefügt. Wie hier Präzision und
Unbestimmtheit, bloßes Material und symbolhafte Form ineins zu gehen vermögen,
zeigt auch das geschwärzte, kantige, geöffnete Ton-Gehäuse – einzige Form, die
die Analogie zur Architektur nicht sofort nahelegt: Schräg auf einer Konstruktion
aus schäbigen Holzbrettern präsentiert, suggeriert es eine motorenartige Maschine
außer Betrieb und bleibt gleichwohl grobes, selbstbezügliches Körpergebilde. Dass
die Arbeiten des Absolventen der Burg Giebichenstein in ihren Formprinzipien die
von Gertraud Möhwald ausgehende Auffassung von Plastik noch immer leise ahnen
lassen, macht sie zu einem raren Glücksfall der Weiterführung einer künstlerischen
Tradition.
Die Jury

www.simon-horn.de