Das Ende der Kunst?!

Dr. Iris Dankemeyer
SEMINAR
Donnerstags, 16:15–17:45 Uhr
Seminarraum Schleifweg 6
Beginn 12. Oktober 2017

geeignet für alle Studienrichtungen und Studienjahre

Inventory: The Counsel of Spent, Poster, London 2015

Alles hat ein Ende, nur die Kunst hat mehrere. Schon 1828 hatte Hegel konstatiert, die Objektivität der Kunst würde sich mit dem Subjektivismus der Romantik in eine Art freie Geistigkeit auflösen; Kunst würde immer unabhängiger von Materialwahl und technischem Können und sich schließlich dem philosophischen Denken selbst anähneln. Klingt das nicht beinahe so, als hätte Hegel bereits die Konzeptkunst vorausgesagt?

1964 erneuerte Arthur C. Danto Hegels These angesichts von Warhols Brillo Boxes; wenn mit bloßem Auge kein Unterschied zwischen Kunstprodukt und Supermarktartikel mehr erkennbar sei, müsse Kunst aus einem Zusammenhang heraus erschlossen werden, den Danto als „artworld“ definierte. Ohne die theoretische Kontextualisierung durch den diskursiven Dunstkreis des Kunstbetriebs gebe es praktisch keine Kunst mehr. Dantos Diagnose scheint wahr geworden, aber ist sie darum richtig?

Das Seminar geht dem Gerücht vom Kunstende nach und konfrontiert es mit der Realität des „kapitalistischen Realismus“. Letzterer meint hier nicht die Aktionen bekannter Düsseldorfer Maler, sondern die Zeitdiagnose des kürzlich verstorbenen Kulturwissenschaftlers Mark Fisher: Was, wenn die Gesellschaft am Ende ist? Kann zu Zeiten hyperaktiver Apathie und depressiven Hedonismus eigentlich noch Kunst produziert werden? Und wenn ja, von wem und für wen?

Nachdem die Suppendosen der Pop-Art längst ausgelöffelt sind, scheint es an der Zeit, über den Tellerrand der „artworld“ hinaus in die reale Welt hineinzuschauen. Was sagen traditionelle und aktuelle, ästhetische und politische Texte (u.a. von Eva Geulen, Kerstin Stakemeier, Georg Seeßlen) zu der Frage: Ist das Kunst oder kann Kunst weg?

Scheinanforderungen:

  • Das Seminar richtet sich an Studierende aller Fächer und Semester.
  • Es setzt nichts voraus als Diskussionsfreude und die Bereitschaft zu geduldiger Lektüre.
  • Scheinerwerb: Übernahme eines Referats und Verfassen einer 7-10 seitigen Hausarbeit

Lehrende(r)

  • Iris Dankemeyer

Lehrende(r)

  • Iris Dankemeyer