Einführung in die Ästhetik I

Dr. Philipp Wüschner – p.wueschner@fu-berlin.de
VORLESUNG
Einführung in die Ästhetik I
Verpflichtend für alle Designer_innen des 3. Studienjahrs
(geht über zwei Semester!)
Donnerstag, 18:00–19:30 Uhr
Ort: HS 008, Neuwerk 7
Beginn: 12. Oktober 2017

Blinde Mönche untersuchen einen Elefanten. (Druck von Hanabusa Itchō, 1888)

Die philosophische Teildisziplin der Ästhetik wird klassischerweise auf drei Arten verstanden: Als Theorie der sinnlichen Erkenntnis, als Theorie des Schönen und als Theorie der Kunst. Während im Sommersemester die Theorie(n) der Kunst und ihr Umgang mit dem Schönen im Vordergrund stehen werden, gilt der erste Teil dieser zweisemestrigen Vorlesung der Problematisierung der sinnlichen Erkenntnis und zwar ihrerseits vor dem Hintergrund des Schönen. Laut Iris Murdoch, nahm Platon „das Schöne zu ernst, um es von der Kunst herumkommandieren zu lassen.“ Dieses Lob der Schönheit bei gleichzeitiger Diskreditierung der Kunst wird Ausgangspunkt im Wintersemester sein. Lässt sich schon mit Aristoteles gegen Platon eine Rehabilitation der Künste anstreben, die gleichzeitig eine Verteidigung der sinnlichen Wahrnehmung ist? Vor welche theoretische Probleme wird Leibniz die Philosophie stellen, wenn er zeigt, dass die sinnliche Erfahrung einen ganzen Schatz an verworrenen, dunklen, vorbewussten Perzeptionen bereithält, die es zu heben gilt. Sind diese Probleme, wie David Hume und sein Landsmann Edmund Burke, Fragen des Geschmacks, den es in sicherer Distanz am Tragischen (Hume) oder Erhabenen (Burke) auszubilden gilt, oder bedarf es, wie der deutsche Alexander Baumgarten fand, gar eine ganz neue Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis, die er kurzerhand „Ästhetik“ nannte? Vor dem Hintergrund dieser Rehabilitierung der Sinne und damit auch der Ehrenrettung des Sinnlichen und Vergänglichen, der Objektwelt im Gegensatz zur Ideenwelt, lässt sich am Ende der Vorlesung mit Heidegger, Wittgenstein und Goodman fragen, ob nicht die gerade Kunst einen ausgezeichneten Laborraum genau solcher Erfahrungen liefert, die uns anderweitig stets entwischt. Mit der Erforschung solcher Kunst-Welten (Heidegger), dem was sich in ihnen „zeigt“ (Wittgenstein) und ihrer artifiziellen Erzeugung (Goodman) endet die Vorlesung und gibt bereits einen Ausblick auf das nächste Semester, das von Dr. des. Iris Dankemeyer unterrichtet wird.

Scheinanforderungen:

  • Regelmäßige Teilnahme (max. 2 entschuldigte Fehltermine, zu melden an: gloeckler@burg-halle.de)
  • Beteiligung an der Diskussion
  • Die zweisemestrige Vorlesung wird für Designer_innen erst im Sommersemester am 5. Juli 2018 mit einer Klausur abgeschlossen. (Die Änderung der Prüfungsordnung vorausgesetzt.)
  • Studierende der Kunst können auch nach einem Semester einen Schein mit einer Klausur am 1. Februar 2018 erwerben.
  • The lecture will be held in German, but assistance, questions, and discussions in English or French are always welcome

Lehrende(r)

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