Einführung in die Philosophie I

Prof. Dr. Mirjam Schaub
VORLESUNG
Pflicht für Designer_innen des 2. Studienjahres. Frei wählbar für Studierende der Kunst, der Kunstpädagogik sowie Kunst auf Lehramt
Montag, 12:30–14:00 Uhr
Ort: HS 008, Neuwerk 7
Beginn: 9. Oktober 2017

Blick über den Kerameikos auf die Akropolis und den Areopag von Athen 2017 © Mirjam Schaub

War es Zufall oder eher ein Stück weit Notwendigkeit, dass die westliche Philosophie ausgerechnet im antiken Griechenland entstand? Was erzählen die materiellen Überbleibsel, die Tonscherben der Antike über das Denken, Fühlen und Streben, das Selbstverständnis und das Weltverhältnis der Menschen, die sie schufen?

Nicht über große Namen, nicht mittels systematischer Gedankengebäude, sondern anhand von Artefakten, deren Gebrauch Spuren hinterlassen hat, sollen in dieser Vorlesung philosophische Ideen in ihrem materiellen Zusammenhang entfaltet werden. Alltagsgegenstände, Inschriften, Zufallsfunde, Kunstwerke, Designstücke, Schmuck, Waffen werden anhand der ihnen eingeschriebenen Konzepte in ihrem Folgenreichtum verstehbar.

In diesem Sinne ist Kulturphilosophie konkrete Philosophie. Es geht in ihr weniger um Veranschaulichung von etwas Abstraktem, vielmehr um mediale Verkörperungs- und Selbstverständigungsprozesse. Die Vorlesung versteht sich als Reflexion auf und als Arbeit am kulturellen Gedächtnis.

Die Geschichte der Mittelmeer-Kulturen, ihr Bild vom Menschen, ihre Überzeugungen und Spleens, ihre Vorstellungen von Teilhabe und Ausschluss, Ideal und Wirklichkeit, Krieg und Frieden, Wahrheit, Freiheit, Schönheit und Moral stehen daher im Zentrum dieser Einführung in die Philosophie mit unorthodoxen Mitteln.

Ziel ist es, die hitzige Geschichte der Kulturen, Kulte und Spleens entlang ihrer überlebenden Gegenstände zu erzählen, vom Alten Ägypten über Mesopotamien, Palästina, Griechenland, Rom, Venedig … hinein ins Mittelalter, durch die Reformation, über die Aufklärung, bis zu Moderne und Popkultur.

Die Vorlesung erstreckt sich über insgesamt zwei Semester und wird sich im Wintersemester 2017/18 vornehmlich Ägypten, Babylon, Israel/Palästina, Griechenland und Rom widmen. Für Design-Studierende im 2. Semester ist sie Pflicht, für alle Studiengänge zugleich hoffentlich auch Kür.

Lektüre:

Für die Artefakte zur Anschaffung empfohlen (auch als Taschenbuch erhältlich), auf Deutsch oder Englisch: Neil MacGregor, A History of the World in 100 Objects, London: Penguin Books, 2008.

Als amüsante, kursorische Einführungimmer noch gute lesbar: E.H. Grombrich's Little History of the World (dt. 1936), New Haven and London: Yale University Press, 1985;

Für einen stärker theoretischen Zugang: Morton White, A Philosophy of Culture. The Scope of Holistic Pragmatism, Princeton: Princeton University Press, 2005;

oder, recht aktuell: Simon Malpas: The Routledge companion to critical and cultural theory, London: Routledge, 2013.

Scheinvoraussetzungen:

  • Regelmäßige Teilnahme (max. 2 entschuldigte Fehltermin, mitzuteilen: gloeckler@burg-halle.de)
  • Aktive Teilnahme an den Diskussionen, die sich an die Vorlesung anschließen
  • Die zweisemestrige Vorlesung wird für Designer_innen erst im Sommersemester am 2. Juli 2018 mit einer Klausur abgeschlossen. (Die Änderung der Prüfungsordnung vorausgesetzt.)
  • Studierende der Kunst können auch nach einem Semester einen Schein mit einer Klausur am 29. Januar 2018 erwerben.
  • The lecture will be held in German, but assistance, questions, and discussions in English or French are always welcome

Lehrende(r)

  • Prof. Dr. Mirjam Schaub

Lehrende(r)

  • Prof. Dr. Mirjam Schaub