Allgemeines Profil

Allgemeine Informationen über den Studienbereich Kunstvermittlung


Künstlerische Praxis

Was heißt es heute, Kunst zu studieren?

Das Studium der Kunsterziehung und Kunstpädagogik sieht sich vor dieselbe Frage gestellt – es gibt keine kleinere oder irgendwie anders geartet Kunst für diejenigen, die das Fach mit Vermittlungsinteresse – also Kunsterziehung und Kunstpädagogik – studieren. Kunst ist seit den 60er Jahren immer weiter eingegrenzt worden, gegenwärtig befinden wir uns in einer postgeschichtlichen Phase, die uns alle Freiheit gestattet, aber auch Beliebigkeit riskiert. Wir haben die Moderen lange überlebt und müssen uns gegenwärtig permanent neu definieren,- das können wir nur in diversen Bezugsfeldern. Ziel des Studiums ist neben der Qualifizierung zum Lehramt in Schulen auch die Persönlichkeitsbildung, die zu diversen Tätigkeiten im Kunstkontext befähigen helfen soll. Zukünftige Kunsterzieher und Kunstvermittler im weiten Sinn sollten nicht nur die eigene Praxis, sondern auch die gegenwärtige Kunst- und Kulturszene und natürlich die Kunst- und Kulturgeschichte verstehen, und kommentieren und mitgestalten lernen.

Kontextstudium

Das aktuelle Kunststudium ist daher ein Kontextstudium – was beeinflusst uns und wie lernen wir, zu bestimmen – uns selbst und unsre Umfelder? Kunstkontextdiskussionen als regelmäßige Lehrveranstaltung sollen diese Fragestellung unterstützend befördern. Kunstreflexive Übungen, Diskussion und Klassen-Plenen sind übende Foren dazu.

Klassenplenum

Projektstudium / Kontaktstudium

Im Projektstudium wird Gruppenkompetenz geschult, werden interdisziplinäre Arbeitsmethoden angewendet (z.B. in Kooperation mit diversen auch kunstfernen Disziplinen und ihren Vertretern) und Strukturen thematisch gebundener Arbeit erprobt. Mögliche Berufsfelder werden in Praktika fokussiert und bereits im Studium erfahren, erprobt und diskutiert im praktischen wie theoretischen Bezug. Kontakt zu hochschulexternen Partnern und Fachgebieten ist ein wesentliches Studienthema und dient der zentralen Lebensorientierung. Improvisation und Experiment in der praktischen und theoretischen Kunsterfahrung qualifizieren für spätere Krisenbewältigung im Berufsalltag.

Selbststudium / Handlungskompetenz

Begeisterung für die eigene Arbeit und ihre Entwicklung stehen anstelle eines starr vorgegebenen Lehrkanons und fördern Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsbildung. Einseitige Ausrichtung auf Berufsausbildung, die ohne Persönlichkeitsbildung operiert, würde nur zur einseitigen Qualifikation führen und spätere Flexibilität nicht angemessen schulen. Entscheidungen für Arbeitsschwerpunkte, Medien etc. liegen bei den Studierenden und werden im Hauptstudium als Planungsintelligenz erwartet. In Form eines individuell gewählten Menü-Studiums strukturieren Handlungskompetenz und zukunftsorientiertes Denken die Biografie analog zum bildnerischen Prozess in der künstlerischen Arbeit.
Una H. Moehrke