Projekte
RAUMbeziehungen
Ein interdisziplinäres Raumprojekt
aus dem Vorwort
Raumbuch
Susanne Lorenz und Francis Zeischegg
RAUMbeziehungen
Ein Experiment mit medialen Dialogen in raumbezogenen Arbeitsprozessen. Raumerfahrungen in
einer fremden Stadt, in einer fremden Kunsthochschule, mit unbekannten StudienkollegInnen
erscheinen uns als Projektionsfläche zur Erprobung dialogischer Arbeits- und Vermittlungsstrategien
geeignet. So sind künstlerische Produktions- und Vermittlungsprozesse auch Gegenstand
der Kooperation zwischen unseren Fachgebieten Bildende Kunst, Produktdesign,
Bühnenbild und Kunstpädagogik an den Kunsthochschulen Hamburg und Halle im Wintersemester
2008/09.
Ein Besuch der Seminargruppen in den jeweiligen Partnerstädten eröffnet die Möglichkeit, Raumfragen
mit einer gewissen Distanz zur eigenen Lebenswelt zu erörtern — sowohl unmittelbar
physisch als auch abstrakt theoretisch. Es geht darum, Bezüge und Beziehungen zu Menschen
und ihren Räumen herzustellen. Mit Spaziergängen vor Ort werden Stadtraum, Architekturkontext,
öffentlicher, privater, eigener und Hochschulraum, um nur einige „Räume“ zu nennen, erkundet
und von jedem/r wird einzeln Raumwahrnehmung bewusst erlebt und ausgebildet.
Einen theoretischen Rahmen bilden Vorträge von namhaften TheoretikerInnen, KünstlerInnen
und WissenschaftlerInnen, die sich zur aktuellen Diskussion über Raumbegriffe in der Kulturwissenschaft,
Philosophie, Soziologie, Kunstwissenschaft und Geografie äußern. Dieses theoretische
Programm dient dem konkreten künstlerischen Handeln während der Projektwochen sozusagen
als Nährboden.
Bei den Begegnungen in Halle und Hamburg präsentieren die ProjektteilnehmerInnen die bildnerischen
Ergebnisse aus ihren multimedialen Raumdialogen.
An einem dritten Ort, in Berlin, wird der Raumdialog vertieft und fortgesetzt. Der Ausstellungsraum,
den Art Acker e.V. (Fritz Balthaus, Künstler) uns zur Verfügung stellt, wird zum Schauplatz einer
dreitägigen Aktion, einem raumbezogenen Arbeitsprozess, an dem alle Projektteilnehmer beteiligt
sind. Dieser Prozess ist jederzeit öffentlich zugänglich.
Für uns als konzeptuell arbeitende Künstlerinnen ist der Dialog mit und über den Raum professioneller
Alltag. Diesen Dialog, den wir auch miteinander intensiv führen, übertragen wir mit dem
Projekt „RAUMbeziehungen“ in die Lehre.
Um die im Rahmen dieses Projektes für alle spannenden Raumstationen mit diversen ephemeren Raumbildern und Erlebnissen, wie auch die dazu gehörigen hochkarätigen theoretischen Beiträge noch einmal zu bündeln und fest zu halten, ist die vorliegende Publikation als Diskussionsgrundlage für die Beteiligten wie auch für interessierte Unbeteiligte gedacht.