Prof. Magdalena Drebber

Gastprofessorin für künstlerische Praxis


Sprechzeiten
Mittwoch 12.00 - 14.00 Uhr
Freitag 12.00 - 14.00 Uhr
Hermes, 4. Stock
Kontakt
drebber@burg-halle.de
0345 7751-708

Statement zu Arbeit und Lehre

Die Arbeit im Atelier und auch das Sprechen und Denken im Erfahrungsbereich von Bild und Imagination verstehe ich als ästhetische Praxis. In meinen künstlerischen Untersuchungen fokussiere ich das wechselseitige Verhältnis von Wort und Bild, von Bildern der Sprache und der Sprache der Bilder mit ihren oszillierenden Abhängigkeiten, Bewegungen und inneren Diskrepanzen als Platzhalter künstlerischer Schöpfungen und Phantasien. Im Experimentierfeld des Klassenateliers eröffnen Werkanalysen die wechselseitigen Dimensionen von Wort und Bild. Es kommt zu Assoziationsprozessen, einem Fließen und Werden von Gedanken, zu Transformationen von Bildern und einer sozialen kooperativen Phantasie, die durchaus einen eigenen Werkcharakter ausbilden kann. Ästhetisches Denken mit den beiden Formen der Sinnes- und Sinnwahrnehmung führt über die sinnliche Beobachtung als Inspiration zu einer reflexiven Sinnvermutung und –bildung und einer sinnhaft-imaginativen Wirklichkeitserschließung. Es stellt die Quelle und den Motor der Atelierarbeit dar. Für die Ausbildung der Kunsterzieher und Kunstvermittler ist die Heterogenität, das Nebeneinander sehr differenter Gestaltungen und unterschiedlichster Ansätze vom autonomen auratischen Kunstwerk bis hin zum offenen, vernetzten, performativen Werktyp von nachhaltiger Bedeutung. In künstlerischen Projekten wird das Klassenatelier verlassen. Es werden Kunst und Leben experimentell aufeinander bezogen, Phänomene der Wirklichkeit und des Lebens befragt. Das eigene Werkbewusstsein wird erforscht und neue ästhetische Denk-, Handlungs- und Ausdrucksformen werden entwickelt. Es eröffnet sich ein Erfahrungsraum der Kunst, in der der Werkbegriff vom Werkhaften zum Performativen bis hin zur Kunst ohne Werk aufgespannt wird. In Abhängigkeit von der thematischen Ausrichtung des Projektes geht es um eine Grenzneubestimmung des Künstlers, der Künstlerin, des Kunstwerks, Kunstraums und des Publikums.


Vita

  • Geboren 1956 in Soest/Westf.
  • lebt und arbeitet in Leipzig
  • Studium an der ETH Zürich und WWU u. Kunstakademie Münster
  • 1984 Diplom-Wirtschaft- u. Sozialgeographie,
  • 1986 Meisterschülerin bei Timm Ulrichs,
  • 1990 1. Staatsexamen für das Lehramt der Sekundarstufe I u. II ,
  • 1991 Diplom Freie Kunst,
  • 1989 Atelierstipendium der Stadt Münster,
  • 1991 Stipendium Schloß Ringenberg des Landes NRW, Stipendium Schloß Bleckede des Landes Niedersachsen, Förderpreis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe,
  • 1993/94 Barkenkoff-Stipendium, Worpswede,
  • 1995 Jahresstipendium des Kultusministeriums Schleswig, Holstein für Künstlerhaus Selk,
  • 1996 – 98 Stipendium Fischereihafen der Stadt Bremerhaven u. des Bremen,
  • 2000 Dr. Dormagen-Guffanti-Stipendium der Stadt Köln, Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen, Barkenhoff-Gaststipendium, Worpswede,
  • 2003 Aufenthaltsstipendium der Fundácion Valparaiso, Spanien,
  • 2006 Merkunstpreis, Kunstverein Merseburg,
  • 2000 – 2002 Gastdozentur an der Kunstakademie Münster,
  • 2002 - 2003 Lehrauftrag an der HGB-Leipzig,
  • 2006 Gastprofessur und 2007 Vertretungsprofessur Burg Giebichenstein Halle