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•Pressemitteilung vom 9. Juli 2007 (Word-Document)
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•Pressemitteilung vom 4. Juli 2007 / Katalog (Word-Document)
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Pressemitteilung vom 11. Juli 2007

Große Party zum 100. Geburtstag des Volksparks Halle am Freitag, 13. Juli 2007 Ab 19 Uhr spielen das Mitteldeutsche Salonorchester und die Uli Singer-Band zum Tanz
Am 13. Juli vor einhundert Jahren wurde die Kultur- und Bildungsstätte hallescher Arbeiter, der Volkspark, eingeweiht. Aus diesem Anlass laden die Veranstalter des Festprogramms »Utopien | Legenden | Visionen« am Freitag, 13. Juli 2007 zu einer große Party für die ganze Stadt in den Volkspark ein.

Das Thalia Theater Halle bietet ab 15 Uhr im Großen Saal zum Tanztee

Zur gleichen Zeit gibt es in den Kolonnaden des Gartens Spiel und Spaß für Kinder Samatha Jeffrey, Janett Pietsch und Markus Utomo, Studierende der Fachrichtung Spiel- und Lernmitteldesign der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle laden ab 15 Uhr zu jeder vollen Stunde zu einem besonderen Spiel ein und geben zudem Anleitungen zum Basteln mit Papier.

Ab 19 Uhr gibt es im Garten Musik und reichlich Gelegenheit zum Tanzen. Es spielen das Mitteldeutsche Salonorchester unter der Leitung von Matthias Erben und die Uli Singer-Band. Der Biergarten ist geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellungen sind am 13. Juli geöffnet und können als Teil des Programms der Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle auch am Samstag, 14. und Sonntag, 15. Juli von 10 bis 18 Uhr besucht werden.

Pressemitteilung vom 9. Juli 2007

100 Jahre Volkspark Halle
Vortrag am 10. Juli und Podiumsdiskussion am 11. Juli im Rahmen des Festprogramms Utopien | Legenden | Visionen

Neben den permanenten Ausstellungen stehen auf dem Festprogramm zum 100-jährigen Bestehen des Volksparks Halle, zu dem die Veranstalter alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste der Stadt Halle sehr herzlich einladen, am 10. und 11. Juli folgende Veranstaltungen:

Dienstag, 10. Juli 2007
18.30 Uhr im Foyer
»Die globalisierungskritische Bewegung 2007 - eine Fortsetzung der Arbeiterbewegung von 1907?«
Vortrag von Sabine Leidig, Geschäftsführerin von Attac Deutschland

Welche Rolle spielt die »neue« globalisierungskritische Bewegung, wie sie gerade wieder in den Protesten gegen den G8-Gipfel deutlich sichtbar wurde? Sabine Leidig, Geschäftsführerin von Attac Deutschland und gerade zurück vom G8-Gipfel, wird aus ihrer Sicht berichten, wo die sozialen Bewegungen heute stehen: Wohin kann die globalisierungskritische Bewegung führen? Kann es ihr gelingen, weltweit eine gerechtere Verteilung von Arbeit und Lohn herbeizuführen?

20.30 Uhr im Garten
»Hoffnung auf Segen«
Vorstellung der theatrale

Mittwoch, 11. Juli 2007
17 Uhr
Führung durch die Ausstellung Volkshäuser. Utopien - Legenden - Visionen
mit Dr. Leonhard Helten, Kunsthistoriker und Privatdozent am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  

19 Uhr im Foyer
»Wozu soll unser Volkspark dienen«
Podiumsdiskussion mit Dr. Rüdiger Fikentscher (SPD), Johannes Krause (DGB) und Tobias Kügler (Historiker); Moderation: Volker Dirkes

Pressemitteilung vom 5. Juli 2007

»Getanzt wurde immer« Der Deutschlandfunk sendet am Freitag, 6. Juli 2007, 20.10 Uhr ein Feature zur Geschichte und Gegenwart des Halleschen Volksparks von Anselm Weidner

Morgen, Freitag, 6. Juli, sendet der Deutschlandfunk in seiner Reihe Studiozeit, 20.10 Uhr das Feature ?Getanzt wurde immer. Der Volkspark in Halle an der Saale" (Frequenz des Deutschlandfunks für Halle 96,6 MHz) von Anselm Weidner.

»Woran, warum, wofür - Sehnsucht nach Systemen«, »Vom Glück des Glaubens«, »Papst im Podcast« titelten die Zeitungen über die 7. Werkleitz Biennale für Medienkunst 2006 »Happy Believers« im Volkspark in Halle. Rosa, Karl, Clara - die Größen der Arbeiterbewegung haben hier gesprochen. Er war ein Volkshaus der frühen Sozialdemokratie, dann Kriegslazarett. Hier tobte der Bürgerkrieg in den 20ern, er war »Reichshof«, Zwangsarbeiterunterkunft, Ort der Zwangsvereinigung von SPD und KPD, Ikone der Geschichte der Arbeiterbewegung, wie die SED sie sich zurecht geschrieben hatte, und des Runden Tisches 1989. Vorbei, vorbei! - und heute? Heute ist dieses einst prächtige Jugendstilgebäude eine Hülle, die nach einem Inhalt sucht - irgendetwas zwischen vielfältig genutztem bunten Ort der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, Partyschuppen und Filetstück der Immobilienverwaltung der neuen Eigentümerin SPD.

Welche Bilder von diesem Ort verdichteter deutscher Geschichte tragen die Menschen heute im so genannten postideologischen Zeitalter, der Posthistoire im Kopf? In der Spannung von Historie und oft sehr persönlichen Erinnerungen, Ideen, Phantasien, Utopien einer zukünftigen Nutzung lässt der Autor Klangbilder einer mentalen Landkarte, des Volksparks als »Volkshaus von heute« entstehen.

Pressemitteilung vom 4. Juli 2007 / Katalog

Katalog zum Festprogramm »100 Jahre Volkspark. Utopien | Legenden | Visionen« in der Schriftenreihe der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle erschienen

Noch bis 15. Juli 2007 lädt der Volkspark Halle e. V. alle Einwohner und Gäste der Stadt Halle zum Besuch der Ausstellungen, Symposien, Diskussionsrunden, Lesungen, Theater- und Filmvorführungen in den Volkspark ein.

Die Absicht, mit diesem Festprogramm nicht nur die Stationen der wechselvollen Geschichte des Hauses in Erinnerung zu rufen, sondern auch die Diskussion über die mögliche Zukunft des Hauses als einen Ort der Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle anzuregen, wird unterstützt durch eine 232-seitige Begleitpublikation zu diesem interdisziplinären Projekt, die man im Volkspark zum Preis von nur 10 Euro kaufen kann.

Das Katalogbuch »100 Jahre Volkspark. Utopien | Legenden | Visionen« vereint Beiträge der am Projekt beteiligten Institutionen, der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der SPD Halle, dem Stadtarchiv Halle, dem Stadtmuseum Halle, dem Thalia Theater Halle, der theatrale, den Mitteldeutschen Kulturhistorischen Heften und der Werkleitz Gesellschaft e. V. und freier Autoren, wie der ehemaligen Stadtschreiberin Simone Trieder.

Das Ergebnis ist ein äußerst fassettenreiches Buch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Halleschen Volksparks mit wissenschaftlichen und essayistischen Beiträgen und historischen Text- und Bilddokumenten. Zu den hier erstmals publizierten neuen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen gehört auch die Darstellung des Architekturwettbewerbs zum Bau einer monumentalen »Stadtkrone« für Halle: Im Jahr 1927 hatte die Stadt einen hochkarätigen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Auf Lehmanns Felsen sollte mit der Errichtung einer Stadthalle, eines Museums und von Sportanlagen ein neues signifikantes Zentrum der Stadt, eine monumentale »Stadtkrone« entstehen. Anders als beim 1907 eingeweihten Volkspark ist die Bauaufgabe nun verbunden mit einem sozial-utopischen Entwurf: Die »Stadtkrone« als neues Stadtzentrum für freie Menschen in freier Zeit. Im »roten Halle« sollte diese Utopie gebaute Wirklichkeit werden, eine »Akropolis für Halle«, wie es in der Presse hieß, sollte entstehen. Am Wettbewerb nahmen die bedeutendsten deutschen Architekten der Klassischen Moderne teil, Walter Gropius, Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz, Wilhelm Kreis sowie 24 lokale Architekten und Künstler, darunter Karl Völker und Paul Thiersch.

Das Buch zeigt in Text und Bild auch die Arbeiten von 22 jungen Künstlerinnen und Künstlern der Burg Giebichenstein, die als Studierende von Prof. Andrea Zaumseil (Bildhauerei/Metall) und Prof. Ute Hörner (Medienkunst) die Ausstellung »Wozu soll unser Volkspark dienen?« realisierten.

Pressemitteilung vom 4. Juli 2007

Einladung ins »Volxpark-Café«
Lesung politischer Gedichte im Volxpark-Café am 5. Juli 2007
im Rahmen des Festprogramms Utopien | Legenden | Visionen aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Volksparks Halle

Morgen, Donnerstag, 5. Juli 2007, 17 Uhr, lädt das Volxpark-Café im Foyer des Volksparks Halle unter dem Titel »poetischpolitisch« zu einer Lesung politischer Gedichte mit Eckhardt Hermann und Peter R. Völcker (Künstlergruppe Die Bunten, Leipzig) ein.
Der »Volxpark« (mit x geschrieben) ist das künstlerische Projekt von Kathrin Lemcke, Studierende im Fachgebiet Medienkunst der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Zusammen mit den Arbeiten von 21 anderen jungen Künstlerinnen und Künstlern, alle Studierende von Prof. Andrea Zaumseil (Bildhauerei/Metall) und Prof. Ute Hörner (Medienkunst) ist das Projekt »Volxpark« Teil der Ausstellung »Wozu soll unser Volkspark dienen?« Die Titel gebende Frage ist ein Zitat aus der Festschrift zur Eröffnung des Volksparks 1907. Die Studierenden nahmen die Geschichte des Arbeiterkulturpalastes zum Ausgangspunkt für ihre künstlerischen Kommentare zur Funktionen dieses Ortes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit Installationen, Videoarbeiten, Bildern und Interventionen entwerfen sie ihren Volkspark im Jahr 2007.

Kathrin Lemcke thematisiert mit ihrem »Volxpark«-Projekt den Ort als ?eine Stätte für die Hebung der geistigen und materiellen Lage von Lohnabhängigen und Arbeitslosen, ein Vorbild für die neue Unterschicht an anderen Orten, eine Schutz- und Trutzburg für das hallesche Prekariat. Der äußeren Form nach ist es ein Treffpunkt, ein Café - hier tauchen Erzähler auf, die den Besuchern von ihrer persönlichen Situation berichten. Wer oder was versteckt sich hinter den Begriffen Prekariat, Hartz IV-Empfänger, Unterschicht? Um überpersönliche Situationen geht es in abendlichen politischen Vorträgen, Diskussionen und Unterhaltungen - auf einer offenen ?Nicht-Bühne". Idee und die Ausführung erarbeitete die junge Künstlerin gemeinsam mit einer Gruppe unterschiedlichster Menschen aus prekären Verhältnissen.

Das Volxpark-Café ist noch bis zum 15. Juli von Montag bis Freitag 10 - 19 Uhr , Samstag und Sonntag 11 - 16 Uhr sowie zu den Veranstaltungen geöffnet und bietet Speisen und Getränke an, deren Preis sich danach bestimmt, was der jeweiligen Besucherin/dem jeweiligen Besucher das Gewünschte wert ist.

Auf dem Programm des Volksparks am 5. Juli, 20.30 Uhr im Garten des Volksparks, steht zudem die Theatervorstellung »Hoffnung auf Segen« von Hermann Heijermans ( Kartenvorbestellung unter 0345 - 5323841, an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie unter www.theatrale.de).

Pressemitteilung vom 3. Juli 2007

Podiumsdiskussion und Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung am 3. und 4. Juli 2007 im Rahmen des Festprogramms Utopien | Legenden | Visionen zum 100-jährigen Bestehen des Volksparks Halle

Das Landesbüro Sachsen-Anhalt der Friedrich-Ebert-Stiftung in Magdeburg lädt am Dienstag, 3. Juli 2007 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema ? 100 Jahre Volkspark Halle. Vom Wohnzimmer der Sozialdemokratie zum integralen Bestandteil der halleschen Kulturlandschaft" und am Mittwoch, 4. Juli 2007 zu einem Symposium zur Geschichte des Volksparks ein.

Es sei, so die Veranstalter, an der Zeit, den Volkspark in das Gedächtnis der Hallenser als einen besonderen Ort ihrer Geschichte zurückzuholen. Die Biographie des vor einhundert Jahren gegründeten Hauses erstreckt sich immerhin auf das ?wilhelminische" Kaiserreich, die Weimarer Republik und die beiden Diktaturen nach 1933 und 1949. Dabei überlagert die lange Dauer der SED-Herrschaft noch immer die historische Annäherung, wie schon die weithin bekannte Figur des ?kleinen Trompeters" belegt. Das Symposium widmet sich neben Ereignissen und Konstellationen daher auch den Legenden und politischen Machtansprüchen, die mit der Geschichte des Volksparks verbunden sind. Der besondere Fokus liegt auf der Weimarer Republik, die der Arbeiterbewegung neue Freiheit brachte, in Halle aber von einer tiefen Polarisierung und politisch motivierten Gewaltakten geprägt war.

Das Programm im Detail:

Dienstag, 3. Juli 2007

17 - 20 Uhr im Kleinen Saal
»100 Jahre Volkspark Halle. Vom Wohnzimmer der Sozialdemokratie zum integralen Bestandteil der halleschen Kulturlandschaft«
Podiumsdiskussion mit Ralf Jacob, Stadtarchivar der Stadt Halle (Saale), Dr. Rüdiger Fikentscher (Volkspark Halle e. V.), Prof. Ulrich Klieber (Rektor der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle), Peter Zorn (Vorsitzender der Werkleitz Gesellschaft e. V.); Moderation: Christian Weinert Mittwoch,

4. Juli 2007

18 Uhr im Kleinen Saal
»100 Jahre Volkspark 1907 - 2007. Ein Ort im Jahrhundert der Extreme«
Symposium zur Geschichte des Volksparks 18.00 - 18.10 Uhr Begrüßung
Astrid Becker, Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Sachsen-Anhalt, Magdeburg und Anselm Weidner, Journalist, Berlin

18.10 -18.30 Uhr
Aufbruch zur Weltrevolution oder »Vorhof der Hölle?«
Der Parteitag der USPD im Oktober 1920
Tobias Kügler M. A. (Halle)

18.30 - 18.45
Szenische Lesung aus den Parteitagsprotokollen von 1920 und von Kommentaren der Zeitgenossen
Nadine Jentsch, Katja Gebel, Till Meyer, Institut für Sprechwissenschaft und Phonetik der MLU Halle-Wittenberg

18.45 - 19.05
Bürgerkrieg niedriger Intensität und politische Polarisierung: Halle 1919 - 1933
Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl (Bielefeld)

19.05 - 19.25
Neue Utopien vom Volkshaus nach 1918
Dipl. Ing. Christine Fuhrmann (Halle)

19.25 - 19.45
Wie der Hornist zur Trompete kam. Ein Beispiel der politischen Mythisierungspraxis in der DDR
Dr. Christian Hirte (Halle)
Moderation: Anselm Weidner

Pressemitteilung vom 28. Juni 2007

Morgen, am Freitag, 29. Juni 2007, 19.07 Uhr, wird im Volkspark Halle unter dem Motto »Utopien | Legenden | Visionen« ein Festprogramm eröffnet, das bis zum 15. Juli 2007 mit Ausstellungen und Performances, Musik und Tanz, Theater und Film sowie Vorträgen und Diskussionen nicht nur Stationen der wechselvollen Geschichte des Hauses in Erinnerung ruft, sondern auch die Diskussion über die mögliche Zukunft des Hauses als einen Ort der Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle anregen will.

Zur Eröffnung sprechen Prof. Ulrich Klieber, Rektor der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle und Dagmar Szabados, Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale). Den Festvortrag hält Franz Müntefering, Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung in das Festprogramm gibt Dr. Rüdiger Fikentscher, Volkspark Halle e. V.

Das Programm »100 Jahre Volkspark. Utopien | Legenden | Visionen« ist eine Initiative des Vereins »Volkspark Halle e. V.«, entwickelt in   Zusammenarbeit mit vielen Partnern.

Das am 13. Juli 1907 eingeweihte Volkspark-Gebäude gehört zu den größten und prominentesten Volkshäusern, die bis 1914 im mitteldeutschen Raum entstanden. Hoch über dem Saaleufer gelegen, prägt er auf eindrucksvolle Weise noch immer die Silhouette der Stadt. Seine Bedeutung erlangte er dadurch, dass Hallesche Arbeiter ihn aus eigenen Spendenmitteln als Versammlungs- und Kulturzentrum von 1906 bis 1907 errichten ließen. In bester Lage, mit prominenten Nachbarn, wie dem Bankier Lehmann, entstand innerhalb kurzer Zeit ein Gebäude, dessen repräsentatives äußeres Erscheinungsbild und Größe sich deutlich von der benachbarten Bebauung abhob. Im Inneren zeigte sich der Bau nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern im Raumprogramm, funktionalen Grundrissschema sowie in der Materialverwendung und der Ausstattung beispielhaft für moderne Architektur.

Mit der Planung ihres neuen Volkshauses als Bildungs-, Versammlungs- und Erholungszentrum griffen die Sozialdemokraten in Halle auf die renommierten halleschen Architekten Albert und Ernst Heinrich Giese zurück. Die aus Altena stammenden Brüder verfügten über jahrelange Erfahrung beim Entwerfen und Ausführen von Großbauten und hatten sich auch über Halle hinaus einen Namen als Kaufhaus- und Villenspezialisten gemacht. Ihr 1883 gegründetes ?Atelier für Architektur und Kunstgewerbe/ Bauausführung' zeichnete sich besonders durch seine historistische Entwurfspraxis aus. Heute werden ihnen in Halle über 30 Gebäude zugeschrieben.

Am Samstag, den 13. Juli 1907 fand die große Eröffnungsfeier statt und die Hallenser Arbeiter und Arbeiterinnen konnten endlich ihre ?Schutz - und Trutzburg' beziehen. Über die zukünftigen Aufgaben des Volksparks hieß es in der Festrede von Adolf Thiele: ?[...] es wird nach allen Richtungen Belehrungen und Unterhaltung geboten werden. [...] Unser Volkspark soll auch künstlerischen Zwecken dienen. Musik und darstellende Kunst werden hier eine Heimstätte finden; kurz alles was dem nach Bildung und geistiger Befreiung ringenden Arbeiter wertvoll ist, soll ihm hier geboten werden.'

In der Folge, nur unterbrochen von den Jahren des Ersten Weltkrieges, in dem er als Lazarett diente, bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten war der Volkspark politisches, geistiges und kulturelles Zentrum des hiesigen Proletariats. Hier sprachen nicht nur Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Clara Zetkin, Paul Löbe, Ernst Thälmann, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht, gleichzeitig war der größte Saal der Stadt Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte, Tanzveranstaltungen und Theateraufführungen. 1933 polizeilich beschlagnahmt, verstaatlicht und programmatisch in ?Reichshof' umbenannt, wurde er nun als Versammlungs- und Veranstaltungslokal der NSDAP genutzt, war während des Zweiten Weltkrieges Musterungsstelle für den Militärdienst und Unterkunft von Zwangsarbeitern. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Volkspark wieder politische, gesellschaftliche und kulturelle Versammlungsstätte. Der aufklärerische und bildende Ansatz seiner Gründerjahre kommt allerdings nicht mehr zum Tragen, vielmehr wird er von den SED-Ideologen zur Ikone der Arbeiterbewegung umstilisiert - und es soll bis 1989 dauern, bis der Volkspark erneut ein Volkshaus wird. Am 26. Oktober stellten sich hier die SED-Oberen der Stadt zum ersten Mal einem Gespräch mit den friedlichen Revolutionären." (aus: »Der Volkspark in Halle - ?Ein Volkshaus, wie es sein sollte'«, von Christine Fuhrmann)   Im Katalogbuch »100 Jahre Volkspark. Utopien | Legenden | Visionen« beschreiben Wolfgang Stockert und Dr. Rüdiger Fikentscher für denn Verein »Volkspark Halle e. V.« die Intentionen der Veranstalter: »Wenn sich am 13. Juli 2007 die Eröffnung des als Kultur- und Bildungsstätte der halleschen Arbeiter eingeweihten Volksparks zum hundertsten Mal jährt, ist uns das willkommener Anlass, nicht allein dessen wechselvolle Geschichte zu erzählen, sondern vor allem öffentlich über dessen Zukunft nachzudenken. [...] Mit parteiunabhängigen, von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt selbst bestimmten kulturellen Aktivitäten könnte der Volkspark nicht nur eine nachhaltig wirksame Bereicherung und Ergänzung der bestehenden kulturellen Einrichtungen der Stadt sein, sondern auch eine ganz neue Facette in die gewachsene Stadtkultur einbringen. [...] Wir wünschen uns den Volkspark als ein offenes Haus, als einen Treffpunkt und Veranstaltungsort von und für Bürgerinnen und Bürger aller Generationen, sozialen Schichten, verschiedener konfessioneller Bindungen und ethnischer Herkünfte, die mit ihren unterschiedlichen kulturellen und politischen Interessen das Programm des Hauses, nicht zuletzt auch im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit, selbst bestimmen und gestalten. Wir wünschen uns den Volkspark als einen lust- und interessenbetonten Ort der Kreativität, Geselligkeit und Mitgestaltung. Wir wünschen uns den Volkspark als einen Ort der Erholung und Unterhaltung, der Kultur und Bildung, der Kommunikation und Interaktion, der Teilhabe und Mitbestimmung. [...] Wir wollen die Diskussion über die möglichen Zukünfte des Hauses intensivieren und laden alle Interessenten ein, mitzudenken, mitzureden, mitzuplanen, mitzumachen.«

Einladung zum Pressegespräch

Festprogramm „100 Jahre Volkspark. Utopien | Legenden | Visionen“
vom 29. Juni bis 15. Juli 2007 unter der Schirmherrschaft des Vizekanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Franz Müntefering


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir laden Sie sehr herzlich zu einem Pressegespräch und einer Vorbesichtigung der Ausstellungen zum Festprogramm anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Volksparks Halle ein:

Donnerstag, 28. Juni 2007, 11 Uhr, Volkspark Halle, Burgstraße 27.

Prof. Ulrich Klieber, Rektor der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle,
Wolfgang Stockert und Dr. Rüdiger Fikentscher für den Volkspark Halle e. V., Prof. Ute Hörner, Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle und Christine Fuhrmann als Projektkoordinatorin werden Sie über die Intentionen der Veranstalter und das Programm informieren.

Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, zu einer Vorbesichtigung der zum Programm gehörenden Ausstellungen:
- »Wozu soll unser Volkspark dienen?«, Ausstellung der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle

- Volkshäuser. Utopien – Legenden – Visionen, Ausstellung des Instituts für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, mit einer Interaktiven Rekonstruktion der historischen Innenräume

- 100 Jahre Volkspark – Kommunikatives Zentrum zwischen Kaiserreich und Demokratischer Wende, Ausstellung des Stadtarchivs

- „Vorwärts und nicht vergessen“ – Ein Traditionskabinett im Volkspark, Installation des Stadtmuseums Halle

- „Volkspark erinnert, Videoinstallation in Zusammenarbeit der Werkleitz Gesellschaft, dem Kunstbüro Fruehtau, Anselm Weidner und dem Volkspark Halle e. V.

Bitte teilen Sie uns bis zum 27. Juni per E-Mail (presse@burg-halle.de) oder Telefon
(0345 – 7751 524) mit, ob wir Sie zum Pressegespräch erwarten dürfen.