Projekte - Das Hauptstudium an der HKD Halle in chronologischer Reihenfolge Energieträger Mensch Wintersemester 00/01 Wie kann der 'Mensch unterwegs' den stetig steigenden Energiebedarf für Kommunikationstechnik decken? Verbindungen aus Verbundwerkstoffen Sommersemester 01 Eine eher unübliche Herangehensweise: Ein Werkstoff ist gegeben, jetzt soll dazu ein adäquates Produkt entwickelt werden. Imageprodukte für den BioVerbund Wintersemester 01/02 Eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Präsentation benötigt DivX 5.02 Stadtmöblierung für die Stadt Görlitz Sommersemester 02 Eine Zusammenarbeit mit der Stadt Görlitz Zur Präsentation Aufgabe war es aus dem neuartigen Werkstoff Forpolen (ein Compositstoff aus Hanffasern und Polypropylen), der mittels Spritzguss verarbeitet werden kann, ein geeignetes Produkt abzuleiten. Hierbei bestand die Herausforderung für mich darin, einmal den Weg andersherum zu beschreiten, denn normalerweise steht nicht die Materialwahl am Anfang, sondern das Problem oder die Problemfindung. Die Materialqualitäten wurden empirisch und sensorisch ermittelt und mit den Testauswertungen des Instituts der MLU vervollständigt. Eine Zwischenpräsentation des entstandenen Ideenpools wurde auf der Messe für nachwachsende Rohstoffe in Magdeburg auf zwei Plakaten präsentiert. Nach mehreren Versuchen mit kleineren Funktionsmodellen und Computergestützter 3D-Modellierung entstand ein 1:1 Modell eines intelligenten Gestängeknotenpunktes, der durch Verdrehen eine individuelle Höhenverstellbarkeit ermöglicht. Außerdem kann das Volumen der Gestängekonstruktion, vordem ein Cubus mit 70 cm Seitenlänge, extrem verdichtet werden bishin zu einem Gestängepaket von 100 cm Länge. Somit ergeben sich die unterschiedlichsten Anwedungsgebiete im Innen- und Außenbereich. Die Semesterendpräsentation fand unter Zuhilfenahme der Erklärung am Funktionsmodell und einer interaktiven Oberfläche statt. Eine Geldbörse? Eine Handtasche? Ein CD-Player? Gut geraten: Alles richtig! Das DLR hat den beachtlichen Kompositstoff BioVerbund entwickelt, jetzt geht es darum potentielle Kunden aus der Industrie mit einem geeigneten Imageprodukt anzusprechen. BioVerbund wird im Naßpreßverfahren aus Naturfasern und einem geeigneten Epoxyacrylat als Matrixmaterial gefertigt und ist in den Materialeigenschaften einem glasfaserrverstärkten Werkstoff ziemlich ebenbürtig. Naturfaserverbunde übertreffen überdies ihre petrochemischen Pendants im speziellen Umgang durch haptische Qualitäten. Schutzfunktion für technisches Gerät mit der Zusatzfunktion Lebensgeschichte zu akkumulieren und hiermit Gewohnheiten des Gebrauchs und des Nutzers widerzuspiegeln ist der Grundgedanke der Konzeption für ein handschmeichelndes Imageprodukt ( hIp ). Für dieses Konzept sollen Hersteller aus dem Bereich Gehäusebau gefunden werden. Deswegen wurde auf die Darstellung eines konkreten Produkts zu Gunsten eines 'Universalabstraktums' verzichtet, welches sämtliche Qualitäten in sich vereint. Die Beschaffenheit der Werkstoffoberfläche ist Dreh- und Angelpunkt der Konzeption. Lebensgeschichte in die Fasermatten miteinzuflechten war das Hauptanliegen. So weisen z.B. während des Fertigungsprozesses integrierte textile und grafische Strukturen gezielt auf die vielfältigen Möglichkeiten der Oberflächengestaltung hin. Da es sich um naturstoffbasierte Werkstoffe handelt, sind Abnutzungserscheinungen, die Ausbildung einer Patina, bewußt einkalkuliert. Bei Leder, Naturprodukten allgemein steigern derartige Effekte gar den persönlichen Bezug; bei technischen Produkten hingegen wird bisher zumeist nur das perfekte Finish, das möglichst lange wie neu erscheinen muß, akzeptiert. Diese Tatsache bietet wiederum Ansatzpunkte für neue Produktüberlegungen. hIp besteht aus zwei geometrisch identischen Formhälften, dazwischen ein Halte-Mechanismus zur Aufnahme einer Mini-CD-Rom mit audiovisuellen Informationen zum Werkstoff. Das Gehäuse läßt sich gerne anfassen und neben seiner Funktion als CD-Träger steht es beispielhaft für beliebige "Gehäuse" wie z.B. Handy, tragbare CD- oder MP3-Player, PDA, etc. und macht über sein Dasein den Werkstoff für vielfältige technische Anwendungen interessant. Der Betrachter kann auf diese Weise das Material mit allen Sinnen erfahren und begreifen und wird über die enthaltene direkte und indirekte Information angeregt, neue Anwendungen zu finden bzw. über bestimmte Werkstoffeigenschaften neu nachzudenken. Die Mini-CD-Rom beeinhaltet nebst Informationen zum Werkstoff die Darstellung potentieller Anwendungsgebiete für dessen Verwendung. Dafür sind darauf acht Animationskurzfilme enthalten, die diese auf amüsante Weise in fiktive oder reelle Szenarien betten. Für einen späteren Auftrag des DLR wird das Label der CD für einen 3-Farb-Druck gestaltet und die CD an ein Presswerk weitergegeben. Nach dem Abschluß des Projekts im Februar 02 wurden Kleinserien von 120 Exemplaren der Imageprodukte und 1000 CD- Rom angefertigt und erstmals dem Fachpublikum auf der Hannover-Messe Industrie 2002 präsentiert. Dabei dient die CD- Rom als "Give-Away" für interessierte Besucher; die komplette Einheit (hIp und CD-Rom) wird an potentielle Abnehmer oder Produzenten weitergegeben. Parallel dazu wurden ausgewählte Imageprodukte in einer Vitrine ansprechend präsentiert. Die Resonanz des Fachpublikums war sehr positiv, was sich, laut DLR, bei den Messekontakten deutlich gezeigt hat. Das Projekt Imageprodukte aus BioVerbund ist bei weitem das umfangreichste und komplexeste Projekt. Die Ergebnisse wurden neben der Hannover-Messe auch auf der NMN-Tagung (Neue Materialien Niedersachsen e.V.) in Braunschweig präsentiert und erhielten den AVK-TV Sonderpreis 2002. Insgesamt entstanden zwei Präsentationsoberflächen. Eine umfangreicher und autorengeleitet für die Semesterpräsentation, die andere kompakter und rezipientengeleitet für die Messe. Aufgabe war es, für die Stadt Görlitz ein Sitzmöbel für den öffentlichen Bereich zu entwerfen. Hierbei sollte dem Design nicht nur in den Ansprüchen der Herstellbarkeit, Wartung und Sitzergonomie Rechnung getragen werden, sondern auch dem eigentlichen Objekt zu einer formalen Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit verholfen werden, was dann eben dieses Sitzmöbel zu der Görlitzer Bank macht. Warum müssen Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum immer der starren Konstruktion einer Bank unterworfen sein? Und warum kann der Nutzer nicht selbst entscheiden wie er sich setzten möchte? Kann man ein Sitzmöbel erweiterbar gestalten? Hier setzt das Konzept von 3f an. Im Mittelpunkt der Überlegung steht ein variables System, das es dem Betreiber erlaubt, spezifisch auf die Nachfrage an Sitzfläche zu reagieren. Die Aufstellung und Anordnung kann den jeweiligen Bedürfnissen und sensibel den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Realisation des Banksystems erfolgt mit einem Höchstmaß an verschiedenen Komponenten, was nicht nur die Fertigung sondern auch die Wartung optimiert. Die einzelnen Komponenten sind so gestaltet, daß fast jede erdenkliche Kombination an Hock- Sitz- oder Liegefläche umgesetzt werden kann. Ein wichtiger Part der Arbeit war auch die Sitzergonomie. Glatte, ebene Flächen ziehen zwar das Auge an, wirken aber auf das Gesäß eher abstoßend. Das Design muß also zwischen den Antipoden Ästhetik (formale Struktur) und Funktionalismus ('Besitzbarkeit') vermitteln. Präsentiert wurde vor Publikum unter Zuhilfenahme einer autorengeleiteten interaktiven Oberfläche und des Ergonomiemodells. Aufgabe war es, am 3. Wettbewerb der Körber-Stiftung (Deutscher Studienpreis) mit dem Thema: "BODYCHECK -Wieviel Körper braucht der Mensch?" teilzunehmen. Hierzu entstand mit Unterstützung des Fachbereichs Physik der Martin-Luther-Universität eine innovative Konzeption von energiewandelnder Kleidung zum Betrieb von Kleinstgeräten. Der Markt für portable Kommuni- kationsgeräte aller Art und die gängigen Trends der Mediengeräteindustrie zur Zusammenarbeit mit der Modebranche wurden analysiert und der daraus erwachsene Bedarf an Energie abgeleitet. Ausgangspunkt für die Konzeption energiewandelnder Kleidung war ein stetig steigender Energiebedarf für verschiedenste Kleinstgeräte bei zunehmender Mobilität im Alltag. Hierbei sollte ein realer Bewegungsanreiz und ein spielerischer Umgang mit der gewandelten Energie gegeben sein. Die Kleidung als Schnittstelle des Menschen zur Umwelt wird um die Funktion der Energiebereitstellung für aktive und passive Kommunikation erweitert. Den Hintergrund hierfür liefert die fortgeschrittene Entwicklung der Physik in den Bereichen von Hightechfaserstoffen, Speichermedien in textilem Zustand und Miniaturisierung von technischen Komponenten. Das Projekt umfasst die Auseinandersetzung mit den geeignetesten Methoden zur Energiewandlung aus Wärme, Bewegung und anderen alternativen Quellen. Hierfür in Frage kommen: Kontakt- , Reibungs- und Pyroelektrizität und -hauptsächlich- der Piezzoelektrische Effekt. Nun ging es darum, diese Methoden auf den menschlichen Körper zu projezieren und eine adäquate Visualisierung der energetischen Vorgänge zu finden. Die Projektpräsentation fand unter Zuhilfenahme einer selbsterstellten interaktiven Oberfläche zum Ende des Semesters vor Publikum statt. Diese ist systematisch in Analyse- und Projektphase unterteilt. Verteilung der energiewandelnden Bereiche auf dem Kleidungsstück Beschränkung der energetischen Bereiche auf einzelne Körperregionen mehrere Materialschichten in einem Kleidungsstück Möglichkeit der Schichtung mehrer Bekleidungsteile Berücksichtigung einer vegetativen Steuerung (Bios) regulierbare Steuerung als "Schnittstelle" zwischen Träger und Kleidung