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zum Forschungsprojekt muskelbetriebene Solarmobile
(Projektstatus: beendet, Fertigung eingestellt),
HALF(
und HALFnix´ )
>> zum
HALF Abschlussbericht!
Allgemeine Informationen
Einführung
Die elektrische Energie zur
Fortbewegung wurde erstmals 1897 von Werner von Siemens in einer
Lokomotive angewendet. Schienenfahrzeuge blieben auch weiterhin das Hauptanwendungsgebiet
beim Fahren mit Strom. In Automobilen wurde der Elektroantrieb in den Anfangsjahren
verwendet,
und könnte durch neuartige Batteriesysteme (z.B. Lithium Systeme und Elektro
Verbrenner Hybriden,
z. B. Toyota Prius) wieder aktuell werden.
Aus der Kombination von Elektroantrieb
und Muskelenergie entsteht ein sogenanntes
Hybridfahrzeug und schließlich ein Dreifachhybrid,
sofern aus mitgeführter Photovoltaik
Sonnenenergie gewonnen wird.
Beim HALF-Projekt steht
der Spaß an der eigenen Energieernte aber im Vordergrund.
Fahren mit Sonne und Muskelkraft
reiht sich nicht ein in das Streben nach schneller, höher, weiter
sondern folgt den Prämissen langsam, leise, lustig!

Energieanteile
bei typischen HALF Fahrten
Name
HALF ist die Abkürzung von "Arbeitsgemeinschaft Hallesche Leichtfahrzeuge",
die anläßlich der
Vorstellung von HALF 1 im Jahr 1994 gegründet wurde. HALF ist aber auch
ein Baureihe von
Muskel-Solarmobilen. Und HALF ist Programm: "half" ist im Englischen
"die Hälfte" und wenn
wir die Hälfte meinen, dann z.B. die Hälfte des Gewichtes.
Geschichte
In der Fachgruppe wurden schon immer Arbeiten auf dem Gebiet des Leichtbaus
und der Aerodynamik
durchgefuhrt, z.B. für den Rennschlitten- und Bobsport. 1976 entstand ein
dreirädriges Experimentalfahrzeug
für Ultraleichtbau und Energieminimierung (EULE).
die Eule
Zusammen mit Studenten wurden verschiedene
Leichtbautechnologien ausprobiert. Dazu haben wir auf dem Flugplatz
Schleppversuche bis 100 km/h unternommen.
HALF 1 wurde mit Reibrollen-Motoren
und dem dazugehörigen Akku-Pack des Elektrofahrrades "Cityblitz"
der
Chemnitzer Fahrradwerke "Diamant" ausgestattet. Zuvor hatten wir auf
der Solarmobilrally in Erlangen erste
Eindrücke gesammelt, bevor wir Sommer 1994 an der 3. Internationalen Solarmobil
"Tour de Ruhr" teilnahmen
und auch gleich den 1.Platz in unserer Kategorie errungen.

das Ur- HALF und ein
erster Ableger
1996 errang der vierte Prototyp HALF 4 den 1. Platz zur Deutschen Solarmobil-Meisterschaft.
Nach den ersten Zweisitzern wurden
auch noch 2 1/2- Sitzer und sogar 4- Sitzer gebaut. Ein Prototyp wurde für
den Einsatz in den Regionen der Regenzeit sogar verleidet. Das HALF M3 steht
heute im Museum.


HALF
M2 und M3
Neben dem Bau der eigentlichen
HALF Mobile nahmen wir uns auch immer wieder Zeit, zu experimentieren.
Wichtig war dabei immer, das die Ergebnisse tatsächlich funktionierten.

HALF Viersitzer und der Klapproller
Im Laufe der Jahre entstand eine
kleine Serie von Fahrzeugen, die zum Teil verkauft wurden. An dieser Stelle
noch einmal ein Großes Dankeschön an all unsere fleißigen Tester.
Hier ein paar Meinungen:
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Hallo Herr Prof. Scharnowski,
nun ist allerhand Zeit ins Land gegangen, Ihr letztes Fax (Thermokopie) verblaßt bereits schon etwas. Dennoch möchte ich meiner Zufriedenheit mit dem HALF etwas Ausdruck verleihen. Nach meinem eigenen Fehler mit den falsch geladenen Gel-Batterien ist die Reparaturenkette abgerissen. Außer Wartungsarbeiten durch Verschleiß (Bremsen, lockernde Schrauben an Kontakten und Fahrgestell durch hohe Erschütterungen auf unseren Dresdner Teststraßen) traten, dank der verschiedenen elektrischen und mechanischen Änderungen keine Probleme mehr auf. Der Rahmen mit den eingesetzten Rohrenden, Sie erinnern sich an unseren letzten Besuch in Halle, hat sich bis heute bewährt. Den Einsatz der Blei-Gel-Batterien behalte ich bei, auch wenn die Kosten dafür nicht serientauglich sind. Der Umstand mit den sich selbst regelnden Ladegeräten ist, wenn man das Fahrzeug als Nutzfahrzeug betreibt und nicht Studien zur Reichweite und Energieverbrauch ermittelt für mich das idealste.
Auf alle Fälle kann ich mit dem HALF im Vergleich mit anderen E-Fahrzeugen einen hohen Stellenwert bescheinigen. Hier stimmt die Effizienz des Energieeinsatzes. Die Möglichkeit, daß man mit HALF so gut wie überall fahren kann (ich spreche hier insbesonders für den 2-Sitzer!) und immer sein Ziel erreicht, tut ein Übriges dazu. So feiere ich heute
5000 km mit dem HALF !
Derzeit aktuelle Werte:
Zurückgelegte Strecke: 5316,6km
Erreichbare Höchstgeschwindigkeit 27,2 km/h
Tacho-Angaben:
km/h max.: 44,0 km/h
km/h durchschnittlich 18,7 km/h
Die derzeitige Reichweite (nur die schlechteste Batterie gewechselt): 30 km ohne Sonne.
Mit Sonne max. ~ 5 km mehr.
Bei günstiger Kassenlage wechsle ich alle drei Batterien aus und verwende dann dryfit A 500 Cyclic (genaue Bezeichnung: A 512 C / 38,0 A) Die Abmessungen sind mit meiner jetzigen Batterie identisch.
Die Resonanz des Publikums ist sehr gut. Hier ist die Möglichkeit der Verwendung eines Anhängers ein sehr wirkungsvolles Beispiel. Entsprechend des großen Interesses mußte ich das letzte Prospekt ablichten (allerdings nur schwarz/weiß), da Freital keine mehr hat. Zwei DIN A 1 Tafeln habe ich mir angefertigt, die neben dem Original Auskunft geben. Selbst nachts 23.30 Uhr auf dem Schillerplatz nach einer Heimfahrt aus dem Umweltzentrum wurde ich um Auskunft gebeten.
Auf diesem Wege an Sie und Ihr Team Dank für diese geniale Sache.
Vielleicht sehen wir uns auch in diesem Jahr wieder auf Burg Giebichenstein, wenn die Schule ihren Tag der offenen Tür hat. Wir würden uns über eine Einladung sehr freuen, so wie auf einen gemeinsamen Plausch.
Hiermit verbleiben mit freundlichen Grüßen
Rolf Wilhelm
Verena Wilhelm
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Eines unserer ersten HALF-Mobil wurde im Kirchlichen Forschungsheim in Lutherstadt
Wittenberg von Herrn Michael Schicketanz getestet. Seine Eindrücke geben
wir hier ungekürzt wieder, wobei zu betonen ist, daß die jetzt produzierten
Fahrzeuge natürlich weiterentwickelt wurden.
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Orchidee
im Fahrtwind
Mit HALF schnell sein?
Mit voller Batterie beschleunigen die beiden Motoren auf ziemlich exakt 25 km/h.
Damit ziehe ich an NormalVelos vorbei.
Für die Heimfahrt nach Zahna brauche ich 45 Minuten, das ist bei diesem
Wetter mit dem Fahrrad auch gut zu schaffen. Da schaffte der Motor auch nur
noch 20-22 km/h. Auf der morgendlichen Fahrt zum KFH warens dann nur noch ca.
15 km/h, da waren aber auch schon etwa 40 km zurückgelegt. Aber auch da
staunten einige Probefahrer noch über die Beschleunigung.
Ich bin nur wenig schneller als mit dem Rad, strenge mich aber weniger
an.
Ist HALF laut oder leise?
Das Motorgeräusch ist nützlich, um gehört zu werden. Es ist auch
nicht laut, allerdings ist die Frequenz etwas hoch. Bei der nächtlichen
Heimfahrt störte mich das Geräusch aber doch. Da fühlte ich mich
auf den leeren, dunklen Straßen als Radfahrer, konnte aber keine Vögel
hören oder gar die nächliche Ruhe auf der Landstraße genießen.
Als Radfahrer finde ich es laut, als Autofahrer leise.
Wo ich mit HALF gern fuhr und wo nicht:
Ein HALF fahren bedeutet auf gute Straßenverhältnisse zu hoffen.
Auf neuen Straßen macht es Freude zu fahren. Normal wellig-hucklige Straßen
fahren sich halt normal. Kopfsteinpflaster auf der Berliner Straße in
Lu Wi, der Zahnaer Straße in Labetz und der Triftstraße in Zahna
allerdings macht keine Freude: es klappert & wackelt.
Auf Radwege paßt das HALF zwar drauf - es bleiben etwa eine Fußlänge
recht und links Platz, aber dadurch, daß ich die Vorderräder nicht
sehe fühle ich mich unsicher: Bin ich noch auf dem Radweg oder falle ich
gleich von der Bordsteinkante? Mit etwas Übung mag das anders werden, aber
genaues Lenken ist doch immer nötig. Die Räder sind eben außen
und nicht - wie beim Fahrrad - in der Mitte. Ich werde zum Autofahrer
und fahre eher auf der Straße.
Halb Autokomfort, halb Fahrradkomfort?
HALF ist schwerer als ein Fahrrad, will also wie ein Auto geschoben werden,
was aber ohne zweite Person auch gut geht. Es ist viel schmaler als ein Auto,
so daß ich durch rollstuhlgeeignete Türen und Zimmer fahren konnte.
Der Wetterschmutz von vorn & oben ist gut, reicht aber nicht. Der kalte
Seitenwind störte umsomehr, als sich mein Körper durch die Sitzhaltung
nicht so stark mitbewegt wie auf dem Rad. Auch vorn sollte der Schutz weiter
runtergezogen werden. Der Liegeradsitz war erst ungewohnt, dann aber doch nicht
so übel. Bei engen Kurven mußte ich auf meine Finger aufpassen. Eine
gute Diebstahlsicherung sollte vorgesehen werden. Ob nun halbehalbe oder nicht:
HALF hat seinen eigenen spezifischen Komfort.
Wege mit HALF
Weil ich mit dem HALF sehr viel langsamer bin als mit dem Auto brauche ich mich
auch nicht so stark auf die Straße zu konzentrieren. Auch als Radfahrer
bin ich durch die Sitzhaltung stärker auf die Straße fixiert. Im
HALF schweift mein Blick in die Landschaft und da erblicke ich im Fahrtwind
eine Orchidee, wohl ein Knabenkraut.