Gießen & Laminieren

Zum Bereich Naturwissenschaftlich-Technische Grundlagen gehört schon immer eine Kunststoffwerkstatt. Dort können Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wie zum Beispiel zum Muskelsolarmobil "HALF" realisiert werden.
Zum anderen ist sie Teil der Lehre. Das im Fach Werkstoffe/ Fertigung theoretisch vermittelte Wissen zu Werkstoffen, Fertigungsverfahren und daraus resultierenden Gestaltungsrichtlinien kann dort in Praktika vertieft werden. Grundlegendes zu Faserverbundwerkstoffen wird an Hand der umfangreichen Beispielsammlung erläutert und es besteht die Möglichkeit selber das Handauflegeverfahren zu üben. Ferner werden Gießtechniken vorgestellt, nicht nur atmosphärischer Guß, sondern auch neuerdings Vakuumguß.
Dies gibt den Studenten einen Überblick und versetzt sie in die Lage spätere Projekte nach Absprache und unter Anleitung selber zu realisieren, was auch zunehmend von der Fakultät Kunst genutzt wird.

Gießen (atmosphärisch)


Objekte von Beate Klockmann Objekte von Beate Klockmann Objekte von Beate Klockmann
Anhänger von Beate Eismann Anhänger von Beate Eismann
Anhänger von Nana Malik
Duftabgabegeräte Silvia Lange Duftabgabegeräte Silvia Lange Duftabgabegeräte Silvia Lange
"Sternenhimmel"  für die Neugeborenenstation des Elisabeth-Krankenhauses von Mercedes Hervas

Im Gegensatz zum Vakuumguß muß hier die im Gießmaterial eingeschlossene Luft von allein entweichen bzw. es gibt nur wenige Möglichkeiten dies zu forcieren. Zum Gießen ist ein Positivmodell notwendig, von dem eine (üblicher Weise elastische Silikon-) Negativform hergestellt wird, in die dann das eigentliche Gießmaterial hineingegossen wird. Dies können (harte) Duroplaste (Polyester-, Epoxid-, Polyurethanharze,...) aber auch Elastomere (Polyurethan,...) sein.
Gießen eignet sich für massive, dreidimensionale Objekte, wobei noch zu erwähnen wäre, daß der Aufwand bei transparenten Materialien drastisch zunimmt.

Sie finden hier einige Arbeiten von Beate Klockmann, Beate Eismann und Nana Malik in denen Kunststoff Ausgangsmaterial für Kunst ist.

Darunten ist kein Mäusetreffen abgebildet:-) sondern die Einzelteile und verschiedenen Varianten eines Duftabgabegerätes von Silvia Lange.

Das unterste Bild zeigt die Studentin Mercedes Hervás beim Anbringen ihrer (Kunststoff-)Seesterne an die Decke der Neugeborenenstation im St.Elisabeth-Krankenhaus Halle. Die Sterne wurde dünnwandig in eine zweiteilige Silikonkautschukform gegossen. Es entstanden dadurch in kurzer Zeit eine Vielzahl leichter und fertig eingefärbter Objekte.

Ganz unten sind Teilschritte aus dem Diplom "urban soules" von Olli Bunke dargestellt.

Diplom Olli Bunke Diplom Olli Bunke Diplom Olli Bunke Diplom Olli Bunke Diplom Olli Bunke

 

Laminieren

Unter Laminieren (auch Handauflegeverfahren) versteht man die Verbindung von Harzen (Polyester-, Epoxidharz...) mit Verstärkungsmaterialien (Gewebe oder Matte aus Kohlenstoff-, Glas- oder Aramidfasern). Damit lassen sich sowohl einfache als auch sehr hoch belastbare schalenförmige Strukturen erzeugen. Auch hier ist eine Form notwendig, die beispielsweise aus Gips, Schaum, Holz o.ä sein kann, sowohl manuell hergestellt als auch als Endprodukt eines CAD/CAM-Prozesses.

Vielfältige Projekte wurden in der Werkstatt realisiert, von denen hier einige exemplarisch ohne zeitliche Reihenfolge aufgeführt sind.

Sehr umfangreich war das Projekt "Babyrutscher" des Bereiches Spielmittel, bei dem mehrere Studenten ein ganzes Semester in der Werkstatt sowohl Modellbau als auch GFK-Prototypenbau realisiert haben.
GFK-Babyrutscher GFK-Babyrutscher GFK-Babyrutscher GFK-Babyrutscher

"...für Ihre Mühe und sachliche Kompetenz,
die Sie für die Kunststudentinnen das ganze
Jahr ohne die Geduld zu verlieren gezeigt
haben, bedanke ich mich recht herzlich..."
Prof. Azade Köker
Umfangreich und vielfältig war die Betreuung von Arbeiten zu einer Ausstellung der Klasse Prof. Köker in Bielefeld "Soweit das Auge sehen kann - aus der Bilderwelt von Hieronymus Bosch". Bilder der Objekte folgen noch.

GFK-Modell zum "C3" Für das Modell der Diplomarbeit von Alexander Zeth zum motorisierten Fahrzeugkonzept "C3" entstand in der Werkstatt die Schale des Modells.



GFK-Plastik von Bruno Rätsch GFK-Plastik von Cathleen Meier GFK-Plastik von Maye Graber GFK-Plastik von Maye Graber Ein besonderer Reiz ist immer wieder die Zusammenarbeit mit der Kunst, da es meist nicht um Radien , Tangenten, Symmetrie oder brilliante Oberflächenqualität geht, sondern um das Ausprobieren von Neuem und Ungewohntem. Rechts abgebildet Beispiele für GFK-Plastiken von Bruno Rätsch, Cathleen Meier und Maye Graber.


"Rhizom" von  Shoko IshiokaGFK-Kugel Eines der voluminösesten Objekte orientierte sich an den lichten Maßen der zweiflügligen Werksttattür. Aus GFK entstand durch Shoko Ishioka für eine Ausstellung in einer halleschen Klinik eine lebensgroße Kugel. Als Form wurde ein aufblasbarer Gymnastikball verwendet, auf den laminiert wurde. Zum Abschluß wurde Luft aus dem Ball gelassen, eine schmale Kappe der GFK-Kugel abgetrennt, der Ball entfernt und die Kappe wieder mit GFK verbunden. Ganz links das "Rhizom" für die Ausstellung "Garten der Transparenz" in Bielefeld von der gleichen Studentin. Realisiert aus Schaum und PUR-Gießharz.

Anja Sommer für Ausstellung "Space between"Für die Ausstellung "Space between" schuf Anja Sommer aus glasfaserverstärktem Kunststoff nebenstehendes Objekt