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Vakuumguß
An der Hochschule ist seit einiger Zeit CAD/CAM Realität. Digitale
Entwürfe mit einer dreidimensionalen Datenbasis (beispielsweise mit
Alias oder Solidworks erstellt) können zur Ansteuerung einer LOM-
oder 5-Achs-Fräsmaschine verwendet werden. Die fertigen Objekte können
entweder direkt verwendet werden, eine Oberflächenbehandlung/ Lackierung
erfahren oder als Positivmodell für eine Negativform aus glasfaserverstärktem
Kunststoff (GFK) dienen, in die hinein dann belastbare, dünnwandige
Abformungen laminiert werden können. WerkstoffeVerwendet werden Duroplaste (oder Elastomere), d.h. Kunststoffe, die durch eine chemische Reaktion irreversibel aushärten und dann auch nicht mehr durch Wärmezufuhr verformt werden können. Für den Rapid-Prototyping-Prozeß wurden spezielle Duroplaste entwickelt, die in ihren mechanischen Eigenschaften zeimlich genau den später in der Serie verwendeten Thermoplasten entsprechen. Ein Handygehäuse (aus beispielsweise dem Thermoplast Polycarbonat) kann also auch in seinen späteren Eigenschaften schon im Prototypen simuliert werden. Die Form für den Vakuumguß wird üblicher Weise aus transparentem Silikonkautschuk hergestellt. VerfahrenDuroplaste und Elastomere bestehen meist aus zwei Komponenten, die intensiv miteinander vermischt werden müssen. Dabei wird natürlich auch Luft untergerührt, die nicht sofort wieder entweichen kann, wenn die Substanzen nicht dünnflüssig wie Wasser sind, sondern eher die Konsistenz von Honig haben. Unter Umständen bleibt also beim atmosphärischen Guß Luft im fertigen Teil eingeschlossen. Dies läßt sich manchmal auch durch Einbringen von Vibration (Vibration überwindet Reibung und die Luft steigt nach oben) nicht ganz beheben.
Im Bild sehen Sie die Vorbereitung für die Erstellung der eigentlichen Silikonkautschukgießform. Die beiden Komponenten (Silikon und Vernetzer) wurden in diesem Fall außerhalb abgewogen, vermischt und anschließend in der Vakuumkammer evakuiert. Dabei wird die enthaltene Luft "herausgesogen". Es entsteht der Eindruck einer kochenden, aufschäumenden Substanz. Ein Klick auf das Bild zeigt diesen Vorgang. Der evakuierte Silikonkautschuk wird in einen Formkasten mit Modell, Anguß und ggf. Steigern gefüllt, wo er dann erstarrt.
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| © Karl Schikora, Hochschule für Kunst und Design Halle, 2001 und folgende | |