in deiner Mensa am
* 20. Oktober ** 10. November *** 01. Dezember

Was bedeutet „nachhaltig“ beim Essen?
- vollwertige Ernährung mit gesunden Zutaten (Getreideprodukte, Gemüse und Obst; Fleisch- und Milchprodukte in Maßen)
- umweltfreundliche Lebensmittel (saisonal verfügbare Lebensmittel + Lagerfähige Produkte aus regionaler Herstellung + wenn möglich Bioprodukte)
- klimaschonende Produkte (Nahrungsmittel, deren Erzeugung mit geringeren Treibhausgas-Emissionen verbunden ist)
- Lebensmittelabfälle vermeiden
Was ist anders am Tag der Nachhaltigen Ernährung?
- mehr Hülsenfrüchte (wie Erbsen und Bohnen in all ihrer Vielfalt, da sie viel Eiweiß enthalten) und Gemüse
- weniger Zutaten mit hohen Treibhausgasemissionen (weniger fettiger Käse und Butter, mehr Getreide und Hülsenfrüchte)
- weniger Fleisch (da für die Erzeugung von einem Kilogramm Fleisch durchschnittlich 6 kg Getreide oder Soja eingesetzt werden müssen)
Wann findet der Tag der Nachhaltigen Ernährung statt?
Ab Anfang des Semesters vorerst jede dritte Woche:
20. Oktober + 10.November + 1.Dezember 2011
Im Jahr 2012 soll der Tag jeden zweiten Donnerstag stattfinden.
Wo findet der Tag der Nachhaltigen Ernährung statt?
In allen Mensen des Studentenwerks Halle, d.h. in Halle, Merseburg, Köthen, Bernburg und Dessau.
Veränderung gemeinsam bewirken.
Gesundheit
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln, „fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag“ und täglich Milch- oder Milchprodukte. 300 – 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche reichen aus, um sich optimal mit Eisen, Zink und Vitamin B12 zu versorgen. Essentielle Aminosäuren (Eiweiße) können gut über Hülsenfrüchte wie z.B. Bohnen, Erbsen und Sojabohnen aufgenommen werden. Der hohe Fleischverzehr in Deutschland ist für Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Gicht und Herz-Kreislauferkrankungen mit verantwortlich. Außerdem ist ein Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr an rotem Fleisch und Krebs wissenschaftlich bestätigt.
Umwelt
Für die Produktion von Futtermitteln für Masttiere in Europa und Nordamerika wird tropischer Regenwald zerstört. Jedes Jahr fallen der Abholzung für die Gewinnung von Futtermitteln, Agrosprit und Holz allein im Amazonas 12.000 Quadratkilometer Wald zum Opfer. Das ist eine Fläche so groß Sachsen-Anhalt ohne die nördlichen Landkreise (Börde,Altmark,Stendal). Mit der Abholzung geht ein unbeschreiblicher Verlust an Biodiversität einher. Dieser Verlust an genetischer Vielfalt untergräbt zukünftige Innovationen und erschwert die Anpassung an den Klimawandel. Weitere Umweltprobleme, die sich durch die Ausbringung von Gülle aus Mastanlagen ergeben, sind: Wasserverschmutzung, Eutrophierung von Gewässern, Versauerung von Böden und Geruchsbelästigung.
Klimaschutz
Einige Nahrungsmittel wie Fleisch, Milchprodukte, aber auch Fisch sind bei der Erzeugung mit hohen Treibhausgas-Emissionen verbunden. Bei Fleisch und Milchprodukten liegt dies daran, dass die Masttiere selbst viele Treibhausgase ausstoßen. Hinzu kommen die Treibhausgas-Emissionen durch die Rodungen und die Bodenbearbeitung. Die Ernährungsorganisation der UN (FAO) beziffert den Anteil der weltweiten Tierhaltung am Treibhauseffekt mit 18% – das sind mehr als alle Transport- und Verkehrsemissionen zusammen. Der Verzicht auf Futtermittelimporte durch spezielle Zertifikate der Fleischerzeugung ist für das Studentenwerk Halle leider nicht möglich, da die höheren Preise der Fleischgerichte von vielen Studenten nicht akzeptiert werden. Langfristig ist Klimaschutz beim Essen jedoch nur durch höhere Preise von Fleischgerichten zu erreichen.
Globale Ernährungssicherung
Mehr eiweißhaltige Produkte pflanzlichen Ursprungs bedeutet auch ein Beitrag zur Entspannung der globalen Getreidemärkte, da die Abnahme von Getreide als Futtermittel zurückgeht. Jeder Rückgang der Weltgetreidepreise ist eine Existenzsicherung für die Ärmsten der Welt. Würden sie um einen Prozent fallen, blieben 16 Millionen Menschen vor drohender Unterernährung verschont.
Tierhaltung
Die industrielle Tiermast ist oft mit unwürdigen Zuständen in der Haltung verbunden. Durch nicht artgerechte Haltungssysteme und Überzüchtung erkranken die Tiere häufiger. Dies hat einen hohen Medikamenteneinsatz zur Folge. Mit steigender Tierzahl wächst der Infektionsdruck. Die Bildung von Resistenzen der Krankheitserreger gegenüber herkömmlicher Antibiotika ist vorprogrammiert. Diese Resistenzen können sich auf Krankheitserreger übertragen, für den Menschen gefährlich sind.
Saisonalität und Regionalität
Die Auswahl von Zutaten nach Saison versucht das Studentenwerk zu gewährleisten, soweit dies preislich möglich ist. Generell sollte jedoch die Auswahl erntefrischer Nahrungsmittel Vorrang vor dem Aspekt der Regionalität haben. Frisches Gemüse aus Spanien ist im Winter mit weniger Treibhausgas-Emissionen verbunden, als Gemüse aus Deutschland.
Bioprodukte
Die meisten Kriterien der Nachhaltigkeit des Essens werden von regional erzeugten Bioprodukten erfüllt. Kaffee und Tee sind im gesamten Studentenwerk Halle aus fairem Handel und bio. Da das Studentenwerk Halle hat nur eine Mensa, die bio-zertifiziert ist (die Harzmensa in Halle), dürfen Tee und Kaffee nur dort als bio gekennzeichnet werden
Haben dich diese Fakten überzeugt? Dann geh zum nächsten Tag der Nachhaltigen Ernährung am 20. Oktober 2011 in die Mensa und lass dich von den Köchen auf den Geschmack bringen.