Dantln und andere Kunst-Stücke
Im Freistaat Bayern steht unmittelbar zur Einschulung der Beitritt in einem Fußballverein
an. So trat ich, wie mein großer Bruder, dem TSV Hohenbrunn bei, der aus
einem heruntergekommenen Vereinsheim, einem drittklassigem Platz und einem Kopfballgalgen
bestand. Wir haben meistens verloren. Vor allem die „Freundschaftsspiele“ gegen
die Jugend von Bayern München waren mit ihrem fast dreistelligen Ergebnissen
besonders erniedrigend. Meinen ersten Platzverweis habe ich in der D-Jugend bekommen.
Trainer Kurti klopfte aber stets väterlich auf die schmalen Schultern und
füllte uns die Spezi-Saufmaschine bis zum Rand, bevor er uns in seinem alten
5er nach Hause fuhr. Weißbierwerner und Kugelkalle, der später eine
Bank überfiel und dabei leider erwischt wurde, zwei bläulich schillernde
Barfiguren, waren unsere Fans. Der heiße Dampf der Gemeinschaftsdusche,
deren Boden von Gras, Dreck und Blut bedeckt war, verhüllte die Schamesröte
der Pubertät, die unerträglich langsam, doch unaufhaltsam das Heranwachsen
zum A-Spieler begleitete.
Ich habe aufgehört, als der Ernst das Spiel verdrängte, als das Verlieren
seinen bitteren aber behütenden, verbindenden Zauber verloren hatte. Das
Kunst-Stück liegt im Spiel versteckt, es ist eher eine Befindlichkeit als
ein meßbares Ergebnis.
|
|
ein feld, weit und grün_ flutlicht_ 22 bunte_ und alle wollen sie
das gleiche; das runde
ins eckige_ schweiss und blut_ fussball_ unglaublich schön und poetisch. |